Projekt

Geplantes Veranstaltungszentrum in Fellheim: Bauwerber müssen noch viele Hausaufgaben machen

Der Gemeinderat hat dem Bauantrag für den Umbau des historischen Fruchtspeichers in Fellheim im zweiten Anlauf zugestimmt.

Der Gemeinderat hat dem Bauantrag für den Umbau des historischen Fruchtspeichers in Fellheim im zweiten Anlauf zugestimmt.

Bild: Armin Schmid

Der Gemeinderat hat dem Bauantrag für den Umbau des historischen Fruchtspeichers in Fellheim im zweiten Anlauf zugestimmt.

Bild: Armin Schmid

Zwar gab es von den Fellheimer Gemeinderäten nun grünes Licht für den Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes. Gleichzeitig wollen sie aber einige offene Fragen geklärt sehen.
03.11.2020 | Stand: 12:00 Uhr

Der historische Fruchtspeicher in Fellheim wird saniert und umgebaut: Im zweiten Anlauf hat der Gemeinderat nun den entsprechenden Bauantrag genehmigt. Wie berichtet sollen in dem maroden und derzeit leerstehenden Gebäude ein modularer Veranstaltungs- und Praxisraum sowie zwei Gästezimmer untergebracht werden. Ehe aus diesen Plänen Realität werden kann, sind allerdings noch zahlreiche Probleme zu lösen.

Bürgermeister Reinhard Schaupp betonte, dass man dem Bauvorhaben für den als Denkmal eingestuften, einstigen Feldfrüchtespeicher aus dem Jahr 1780 grundsätzlich positiv gegenüberstehe – doch es bestehe auch die Pflicht, die Interessen der Anlieger zu schützen. Nicht zielführend wäre es nach Ansicht des Rathauschefs, wenn es zu dauerhaften Auseinandersetzungen zwischen Bauwerbern und Anliegern kommen würde. Zugleich müsse man sich auf die baurechtliche Bewertung konzentrieren. Als einen Vorteil sprach Schaupp an, dass sich durch die Instandsetzung des baufälligen Gebäudes das Ortsbild direkt an der Durchgangsstraße verbessere. Dem Bürgermeister zufolge will sich ein Verein gründen, der die Vermarktung und den laufenden Betrieb der Veranstaltungsräume sicherstellen soll. Als Probleme benannte Schaupp die Themen Lärmschutz und Parkkonzept sowie die fehlenden Behindertenparkplätze. Auch die Unterschriften der Nachbarn seien noch nicht eingeholt worden. Nach aktuellem Stand bestünden zudem kein Fahrtrecht und keine Stellplätze auf dem Nachbargrundstück.

Mehrere Ratsmitglieder betonten, dass es für alle Seiten besser wäre, wenn sich die Bauwerber mit den Nachbarn einigen beziehungsweise gemeinsam mit ihnen tragbare Lösungen finden würden. Schaupp legte dar, dass wohl ein Veranstaltungssaal mit gewerblicher Nutzung vorgesehen sei. Bei normaler Nutzung ist er demnach auf rund 45 Personen ausgelegt, bei Konzertbestuhlung soll er bis zu 90 Besucher fassen.

Da kein Platz für Parkflächen vorhanden ist, sollen die fehlenden Stellplätze in fußläufiger Entfernung von etwa 150 bis 180 Metern entstehen. Bei dem künftigen Parkstreifen handelt es sich nach Auskunft des Bürgermeisters um die derzeitige Baulagerfläche an der Kirchdorfer Straße. Die Zahl der erforderlichen Stellplätze wurde mit zwischen sechs und neun angegeben. Schaupp bezweifelte jedoch, dass dies reichen wird und ebenso, dass die Besucher den Fußweg auf sich nehmen: „In der Praxis könnte es so aussehen, dass die Ortsdurchfahrt beparkt wird oder auch Nachbargrundstücke.“ Da die Staatsstraße in diesem Bereich ohnehin durch eine Verkehrsinsel verengt sei, könne man das auch aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht akzeptieren. Überdies ließen sich am Gebäude keine Behindertenparkplätze schaffen.

Darüber hinaus bereite die Anlieferzone Schwierigkeiten, die von Lieferanten oder Musikgruppen genutzt werden soll. Hierfür soll ein Stellplatz zwischen Gebäude und Staatsstraße entstehen. Derzeit verläuft ein Grünstreifen zwischen Gehweg und Staatsstraße. Würde der Gehweg auf einigen Metern Länge direkt an die Staatsstraße gelegt und der frei werdende Grünstreifen an die Bauwerber veräußert, dann wäre laut Schaupp „der Lieferanten-Stellplatz“ möglich. Den Lärmschutz könnte man seinen Worten nach über eine Benutzungsordnung beziehungsweise über die Regelung der Öffnungszeiten gewährleisten. Schaupp zufolge gestaltet sich auch die Erschließung nicht einfach. Dabei geht es etwa um die Entwässerung der Oberflächenwassers im Bereich des Gartens. Es gibt demnach keinen Wasseranschluss in unmittelbarer Nähe. Die Bedenken wurden in den Beschlussvorschlag eingearbeitet. Unter dieser Voraussetzung haben die Räte den Bauantrag einstimmig befürwortet.