Kinderbetreuung

Gibt es Kita-Plätze für ukrainische Kinder in Memmingen?

Seit Beginn des Angriffskriegs von Russland auf die Ukraine sind Hunderttausende Geflüchtete nach Deutschland gekommen – vor allem Frauen und Kinder. Nun brauchen die Kinder Betreuungsplätze.

Seit Beginn des Angriffskriegs von Russland auf die Ukraine sind Hunderttausende Geflüchtete nach Deutschland gekommen – vor allem Frauen und Kinder. Nun brauchen die Kinder Betreuungsplätze.

Bild: Matthias Becker (Symbolbild)

Seit Beginn des Angriffskriegs von Russland auf die Ukraine sind Hunderttausende Geflüchtete nach Deutschland gekommen – vor allem Frauen und Kinder. Nun brauchen die Kinder Betreuungsplätze.

Bild: Matthias Becker (Symbolbild)

Auch ukrainische Flüchtlingsfamilien in Memmingen brauchen Kindergartenplätze. Das stellt die Stadt vor Probleme, weil ohnehin Erzieherinnenmangel herrscht.
04.08.2022 | Stand: 15:15 Uhr

Mehr als 915.000 Kriegsflüchtlinge wurden seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine im Ausländerzentralregister in Deutschland erfasst. Fast zwei Drittel davon sind Frauen und Kinder. Auch in Memmingen sind einige Geflüchtete gelandet – und damit auch Kinder, die beispielsweise Kindergartenplätze brauchen. Doch das wirft nicht nur wegen der Sprache Probleme auf.

Wie vielerorts fehlen auch in den städtischen Kitas Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen. Schon jetzt zeichnet sich deshalb ab, dass es in Memmingen im Herbst eng wird mit den Plätzen in Krippen, Kindergärten und Horten. „Ukrainische Kinder werden bei der Platzvergabe nicht bevorzugt, aber wenn sie hier wohnen, sind sie Memminger und können ganz normal angemeldet werden“, sagt dazu Kita-Amtsleiter Bernhard Hölzle. 19 Mädchen und Buben seien bereits in Kindergärten aufgenommen worden, 18 stehen auf der Warteliste.

Seine Idee ist nun, für sie eine eigene Gruppe aufmachen. Ein Raum dafür wäre im Hort Zollergarten vorhanden. „Da könnte man sie gemeinsam auffangen und so könnten sie vielleicht ein bisschen Heimat finden“, sagt er. Er möchte im Zollergarten eine Art Vorschulgruppe für die älteren ukrainischen Kinder einrichten, wo sie sich inhaltlich geborgen und wohl fühlen können. „Die ältern Mädchen und Buben werden sowieso zuerst aufgenommen und so könnten wir mithelfen, dass sie später gut in die Schule wechseln können“, sagt der Kita-Amtsleiter.

Rechtlich und technisch könne sein Amt das alles hinbekommen, betont Hölzle. Sorgen bereitet ihm aber, wie er ein Team für diese Gruppe bilden soll. „Wir können dafür möglicherweise ukrainische Beschäftigte einstellen“, berichtet er. Denn es seien ukrainische Frauen nach Memmingen gekommen, die eine gute Ausbildung mitbringen und sogar die entsprechenden Unterlagen. Doch die Anerkennung sei schwierig und das größte Problem dabei sei die Sprache. Doch es gibt bereits Gespräche mit der Regierung von Schwaben, um das Projekt voranzutreiben. „Die Chancen stehen 50:50, dass es klappt“, sagt Hölzle.

Nun hofft er, dass er im August zumindest ukrainische Ergänzungskräfte für die besondere Gruppe einstellen kann. Zusätzlich könnte er sich vorstellen, dass die Hauptkraft aus einem anderen Memminger Kita-Team kommt. „Aber es gibt wenige, die Deutsch und Ukrainisch sprechen, schränkt er ein.

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Auch mit dem Jobcenter steht Hölzle in Verbindung, wo arbeitssuchende Ukrainerinnen und Ukrainer und gemeldet sind. „Vielleicht fällt uns ja noch jemand auf die Füße“, bleibt Hölzle optimistisch, dass er bis Herbst noch das dringend benötigte Personal findet. Möglichst auch für die anderen Krippen- und Kindergartengruppen, für die noch Bewerbungen laufen.