Kommunalpolitik

Grünes Licht für neue Wohnungen am Sponellenweg in Memmingerberg

MB sponellenweg

Ein größeres Wohnbauprojekt am Memmingerberger Sponellenweg in Richtung A96 war auch während der jüngsten Gemeinderatssitzung heftig umstritten.

Bild: Armin Schmid

Ein größeres Wohnbauprojekt am Memmingerberger Sponellenweg in Richtung A96 war auch während der jüngsten Gemeinderatssitzung heftig umstritten.

Bild: Armin Schmid

Gemeinderat stimmt heftig diskutiertem Bauvorhaben mit knapper Mehrheit zu. Nun prüft das Landratsamt das mehrfach geänderte Projekt mit 26 Wohneinheiten.
15.07.2021 | Stand: 09:00 Uhr

Ein größeres und auch sehr emotional diskutiertes Wohnbauprojekt im Sponellenweg in Memmingerberg (Unterallgäu) ist im Verlauf des Planungsverfahrens schon mehrmals ausgebremst und anschließend mit geänderter Planung wieder neu gestartet worden. Auch dieses Mal führte die neue Planungsvariante zu einer Grundsatzdiskussion im Memmingerberger Gemeinderat – und zu einem knappen Abstimmungsergebnis.

Ratsmitglied Gerhard Hoffmann erläuterte zunächst, dass es aus seiner Sicht berechtigte Zweifel am Status beziehungsweise der Bebaubarkeit eines der überplanten Grundstücke gibt. Letztlich sei nicht eindeutig nachvollziehbar, ob die betreffende Flurnummer in der Ortsrandabrundung beziehungsweise der betreffenden Einbeziehungssatzung enthalten ist. Falls dies nicht der Fall ist, handle es sich um einen Außenbereich, der nicht bebaubar ist.

Bürgermeister Alwin Lichtensteiger bestätigte, dass es sich bei den aus den 1980er Jahren stammenden Festlegungen um einen Formfehler handelt. Im Plan sei das Grundstück enthalten, in den textlichen Festlegungen aber nicht. Der Wille der Gemeinde, das Grundstück zu bebauen, sei aber eindeutig erkennbar und der Flächennutzungsplan stelle dies ebenfalls so dar. Der Zweite Bürgermeister Hermann Metzger meinte, dass es eine Diskrepanz gibt, dass es aber nicht nachvollziehbar wäre, wenn das Grundstück aus dem Geltungsbereich herausfallen würde.

Lichtensteiger erläuterte, dass es der eindeutige Wille gewesen ist, den Bereich von der Bebauung am Sponellenweg bis zur Bebauung am Sandweg in den Geltungsbereich mit einzubeziehen. Das Landratsamt habe die Bebaubarkeit anerkannt. Das Bauvorhaben zieht sich laut Bürgermeister schon mehr als ein Jahr hin. Zuerst waren 36 Wohneinheiten geplant, dann 28. „Jetzt reden wir über 26 Wohnungen.“ Strittig waren auch dieses Mal wieder die Lage und Ausmaße der geplanten Wohngebäude, die beengte Verkehrssituation im Sponellenweg, der Nachbarschutz und das Zufahrts- und Parkkonzept.

Vor rund einem halben Jahr hatte das Immo-Team Allgäu den Bauantrag auf Anraten des Landratsamts noch einmal zurückgezogen. Im Mittelpunkt stand dabei auch das wuchtige Erscheinungsbild der Wohnanlage samt Tiefgaragen im Bereich des nach Norden abfallenden Hangbereichs. Michael Gleichauf meinte, dass er auch dieses Mal dagegen stimmen wird. Es handle sich nach wie vor um eine mehrgeschossige Wohnanlage, „die man so nicht haben will“. Problematisch sei auch die Verkehrszunahme im Sponellenweg. Gemeinderätin Conny Wirth sprach sich auch dagegen aus. Die Frage sei, ob man in Memmingerberg dörfliches Leben erhalten oder städtische Bebauung will. „Das ist mir zu intensiv und zu wenig Memmingerberg.“

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Hermann Metzger betonte dagegen, dass sich die Bebauung in die nähere Umgebung einfügt und dass er dafür stimmen wird. Gemeinderat Sascha Mauritz erläuterte, dass bei kaum einem Bauvorhaben der letzten Zeit Rationalität und Emotionalität so massiv aufeinandergetroffen sind. Vom Einfamilienhaus mit Garten der 1980er Jahre müsse man sich verabschieden. Das funktioniere bei den hochpreisigen Baugrundstücken nicht mehr. Rat Jürgen Tzschorn sprach von einer „luftigen Bauweise“. Bei Einfamilienhäusern oder Doppelhäusern wäre dies so nicht möglich gewesen.

Das Ratsgremium sprach sich letztlich mit 10:6 Stimmen für das Bauvorhaben aus. Die Planung geht nun zur Prüfung und Genehmigung ans Landratsamt.