Handball und Corona

Handball-Spielzeit abgesagt: Für die Ottobeurer Damen hatte die Saison noch gar nicht begonnen

OB Handball Bezirksoberliga Frauen TSV Ottobeuren - TSV Murnau 26:30 (13:17)

Die Handball-Frauen des TSV Ottobeuren hatten in dieser Saison noch kein einziges Spiel - und nun ist die Spielzeit abgesagt.

Bild: Siegfried Rebhan (Archiv)

Die Handball-Frauen des TSV Ottobeuren hatten in dieser Saison noch kein einziges Spiel - und nun ist die Spielzeit abgesagt.

Bild: Siegfried Rebhan (Archiv)

Der TV Memmingen durfte seit Oktober einmal auflaufen, die Frauen des TSV Ottobeuren kein einziges Mal. So gehen sie mit der Absage wegen Corona um.
23.02.2021 | Stand: 17:11 Uhr

Nach langer Zeit der Ungewissheit und des Wartens auf neue Beschlüsse hat der Bayerische Handballverband (BHV) nun die Handballsaison 2020/21 für alle Spielklassen sowohl auf BHV- als auch auf Bezirksebene der Frauen und Männer für beendet erklärt. Damit reagiert der Verband auf die anhaltende Corona-Pandemie und damit einhergehenden Beschränkungen. „Durch die politischen Vorgaben, die Ungewissheit einer möglichen Wiederaufnahme des Handballsports und die zeitlich begrenzte Möglichkeit, eine Saison noch sportlich fair abzuschließen, ist dem BHV keine andere Vorgehensweise möglich“, heißt es in einem offiziellen Schreiben.

Die Handball-Saison startete im Oktober 2020 - seitdem herrschte Ungewissheit wegen Corona

Ungewissheit. Ein Thema, das sowohl die Verantwortlichen des TSV Ottobeuren als auch dessen Spieler und Trainer in den letzten Wochen sehr beschäftigt hat. „Wir wissen jetzt endlich, was Sache ist und können uns motiviert auf die kommende und hoffentlich wieder weitgehend normale Spielzeit 2021/22 konzentrieren“, heißt es erleichtert aus der Vorstandschaft.

Zu Beginn der Saison, im Oktober 2020, war es vor jedem Spiel ein großes Hin und Her, ob die Begegnungen stattfinden können und wie viele Zuschauer kommen dürfen - das sei laut Pia Hitzlberger ein enormer Aufwand gewesen, den man sich nicht unbedingt erneut gewünscht hätte. Auch die kurzzeitig angedachte Turnierlösung wäre für den TSV keine zufriedenstellende Option gewesen. „In der gegenwärtigen Lage wäre eine Turnierlösung unseren Spielerinnen nicht vermittelbar gewesen“, sagt Damentrainer Roman Polyfka. Auch der Coach der ersten Herrenmannschaft der Ottobeurer Handballer, Gunther Kotschmar, teilt diese Meinung.

Handballer hoffen auf eine normale neue Saison

Nach lediglich zwei bestrittenen Partien war für die Landesligaherren im Oktober vorerst Schluss – immerhin hat das Team beide Partien gewonnen (25:24 in Dietmannsried und 34:27 in Altenerding). So gesehen beenden die Schwarz-Gelben die Saison ohne Niederlage auf dem dritten Tabellenplatz. Der Coach habe mit der Entscheidung gerechnet und blickt in die Zukunft: „Ich hoffe einfach, dass wir auf eine normale neue Saison zusteuern, dafür gehen wir auch demnächst in die Planungen.“

MM Handball Bezirksliga Männer Alpbenvorland TV Memmingen - TSV Sonthofen 24:30 (14:11)
Das Bild zeigt den Memminger Handballer Björn Walter beim Wurf im Spiel gegen die Mannschaft aus Sonthofen – im März 2020. In der folgenden Saison hatten die Memminger nur ein einziges Spiel, das sie aber gewannen.
Bild: Siegfried Rebhan (Archiv)

Für die Damenmannschaft hatte die Liga noch gar nicht wirklich begonnen, bevor sie schon wieder abgesagt wurde. Kein einziges Mal durften die TSVO-Frauen gegen ihre Mitstreiterinnen in der Bezirksoberliga antreten. Da ist die Enttäuschung natürlich groß und die Motivation „am Ball zu bleiben“ wird immer geringer. „Da ich eine typische Mannschaftssportlerin bin, war es anfangs schwierig, mich zu motivieren. Zu Beginn war ich beim Laufen, habe aber aufgrund der Kälte eine Alternative gebraucht und Yoga für mich entdeckt“, berichtet Routinierin Anna Keck. Auch ihre männlichen Vereinskollegen halten sich weiterhin fit. Neuzugang Goran Danicic macht Vier- bis fünfmal in der Woche Sport und kombiniert Kraft- mit Cardiotraining.

TV Memmingen "ungeschlagen": Mannschaft hatte nur ein einziges Spiel

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Memmingen/Unterallgäu

„Man hätte sich nicht anders entscheiden können“

Auch wenn die Entscheidung des Verbands so erwartet wurde, ist die Enttäuschung im Verein zu spüren. Gerade das Miteinander, der Teamcharakter und das Beisammensitzen nach dem Training oder Spiel gehen den Mitgliedern ab. „Die Mädels fehlen mir am meisten - und sogar die regelmäßigen Verpflichtungen, die gehören einfach zum Alltag dazu“, gibt Carolin Knittl zu. Nun hoffen die Unterallgäuer Sportler, dass ab September ein Stück dieses Alltags zurückkehrt und dann wieder der Ball in der Ottobeurer Dreifachturnhalle rollt.

Mit dem Saisonabbruch ergibt sich für die Handballer des TV Memmingen ein bislang einzigartiges Kuriosum: Augenzwinkernd kann man festhalten, dass die Mannschaft die Saison nun ungeschlagen beendet hat. Allerdings – und das gehört natürlich zur Wahrheit dazu – haben sie coronabedingt lediglich eine einzige Partie absolviert: Dabei handelte es sich um das Memminger Saisonauftakt-Match Mitte Oktober 2020 in Buchloe, das die Rot-Weißen mit 30:23 gewonnen hatten. (Lesen Sie auch: Die Handball-Saison ist für den TSZ Lindenberg vorzeitig beendet)

Björn Walter, Presse-Verantwortlicher der Handballer im TV Memmingen (TVM), reagierte auf Anfrage der Redaktion aktuell so: „Der Abbruch der Bezirksklassen-Saison war aus unserer Sicht reine Formsache.“ Walter bezog sich in seiner neuerlichen Stellungnahme somit indirekt auf eine Aussage, die er in der Vorwoche in der MZ getätigt hatte. Diese lautete so: „Wir gehen nicht mehr davon aus, dass die Saison noch weitergeführt wird. (…) Wir erwarten - wie im Schreiben des Bayerischen Handball Verbands (BHV) angekündigt -, dass im Fall der Damen und Herren des TVM für den Spielbetrieb Alpenvorland durch den BHV demnächst offiziell die Saison beendet wird.“ (Das könnte Sie auch interessieren: Perfektes Wochenende für die Memminger Indians)