Nachruf

Heimatdienst Illertal trauert um „den Berliner“

Holger Klockmann ist tot. Das Bild zeigt den langjährigen Vorsitzenden des Heimatdienstes Illertal mit Marlies Breher an der renovierten Pestsäule nahe Oberbinnwang aus dem Jahr 2004.

Holger Klockmann ist tot. Das Bild zeigt den langjährigen Vorsitzenden des Heimatdienstes Illertal mit Marlies Breher an der renovierten Pestsäule nahe Oberbinnwang aus dem Jahr 2004.

Bild: privat

Holger Klockmann ist tot. Das Bild zeigt den langjährigen Vorsitzenden des Heimatdienstes Illertal mit Marlies Breher an der renovierten Pestsäule nahe Oberbinnwang aus dem Jahr 2004.

Bild: privat

Langjähriger Vorsitzender Holger Klockmann starb im Alter von 77 Jahren. Warum ihn einst auch Horst Seehofer ausgezeichnet hat.
17.09.2021 | Stand: 07:30 Uhr

„Der Liebe wegen“ hatte er 1985 Berlin verlassen, zog zunächst nur zum „Probewohnen“ nach Oberbinnwang und ist nach der Übernahme der Schauspieler-Rolle beim Illerbeurer Freilichtspiel „Schwedenkrieg und Hexenwahn“ als „Reisender Händler Konrad“ im Illerwinkel schließlich sesshaft geworden: Holger Klockmann trat dem 1987 dem Heimatdienst Illertal (HdI) in Kronburg bei und wurde im Jahr 2000 zu dessen Erstem Vorsitzenden gewählt. Nach langer, schwerer Krankheit ist der 77-jährige Versicherungskaufmann nun verstorben.

Maibäume, Palmboschen-Segnung und Leonhardi-Ritt

Klockmann vertrat den HdI zunächst in der Maibaumgemeinschaft und im Zweckverband Schwäbisches Bauernhofmuseum. Als HdI-Vorsitzender lagen ihm die großen Feste im Museum, wie etwa die Palmboschen-Segnung am Palmsonntag, die Traktorsegnung und das Kräuterboschen-Binden zu Mariä Himmelfahrt sehr am Herzen. Mit viel Enthusiasmus organisierte er stets viele Akteure zum Obsttag, dem Leonhardi-Ritt und zu den beliebten Handwerkertagen. Auch die „Illerwinkler Weihnacht“ und der Neujahrsempfang für die Vereine gingen auf seine Initiative zurück.

Höhepunkte seines Wirkens waren die Teilnahme des HdI beim Oktoberfest-Umzug in München (2001) und die Verleihung des Magnus-Stabes durch den Allgäuer Heimatbund im Jahr 2002. Für seine 17-jährige Vorstandstätigkeit wurde Klockmann zum Ehrenvorsitzenden des HdI ernannt.

Klockmann bekommt seltene Auszeichnung

Von Horst Seehofer wurde er mit dem „Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten“ ausgezeichnet: „Eine selten vergebene Auszeichnung, die nicht jeder X-beliebige bekommt“, betonte der damalige Unterallgäuer Landrat Hans-Joachim Weirather bei der Übergabe in der Unterbinnwanger Steigmühle. Der ehemalige Bezirkspräsiden Jürgen Reichert ehrte Klockmaann mit der „Sieben-Schwaben-Medaille.

Viel Zeit und Geld hat der „Berliner“ – von den Einheimischen stets so genannt – in sein ehrenamtliches Wirken investiert. Obwohl das Ehepaar Klockmann „eigentlich nur einen Verein suchen wollte, wo man nicht viel machen muss“, hat Klockmanns Frau Rita Vollmar die in „Deutscher Schrift“ (von 1948 bis Anfang der 80erJahre) verfasste Illerwinkler HdI-Chronik digital übersetzt und so der Nachwelt bleibend hinterlassen.

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