Aufbau für den Herbstmarkt läuft

So freuen sich die Schausteller auf den Mini-Jahrmarkt in Memmingen

MM Jahrmarkt

Herbstmarkt Memmingen: Bei den Schaustellern ist die Vorfreude auf den kleinen Jahrmarkt in Memmingen im Oktober 2021 groß.

Bild: Brigitte Hefele-Beitlich

Herbstmarkt Memmingen: Bei den Schaustellern ist die Vorfreude auf den kleinen Jahrmarkt in Memmingen im Oktober 2021 groß.

Bild: Brigitte Hefele-Beitlich

Die Fahrgeschäfte und Buden werden aktuell aufgebaut: Der Herbstmarkt in Memmingen findet vom 9. bis 24. Oktober statt. Einlass gibt es nach der 3G-Regel.
08.10.2021 | Stand: 10:18 Uhr

Als in Bayern jetzt das Verbot von Volksfesten aufgehoben wurde, hatte Memmingen bereits entschieden, als Ersatz für den traditionellen Jahrmarkt, der jedes Jahr Zehntausende Menschen aus der ganzen Region anzog, vom 9. bis 24. Oktober einen – wesentlich kleineren – Herbstmarkt zu veranstalten. Am Sonntag, 10. Oktober, öffnen zudem die Geschäfte in der Innenstadt von 13 bis 18 Uhr. Derzeit wird der Mini-Jahrmarkt auf dem Westertorplatz und dem Königsgraben vor Karstadt aufgebaut. Und die Freude darüber ist den Schaustellern, die dabei sein dürfen, ins Gesicht geschrieben.

Seit 2019 standen die Fahrgeschäfte wegen der Pandemie still und auch die meisten Buden waren seither eingemottet. „Wir freuen uns sehr, dass es jetzt wieder voran geht“, sagt etwa Sven Böhm, dessen Mitarbeiter gerade die Gondeln in seinen „Discoflyer“ hängen. Der stand erst ein Mal auf dem Memminger Jahrmarkt, Böhm erfreute aber schon viele Jahre lang mit einem Karussell die Kinderherzen auf dem Christkindlesmarkt. Er konnte sich in der Coronazeit gerade so über Wasser halten, weil die Familie noch eine Beachbar in Vöhringen betreibt, erzählt er. „Ich weiß aber, das bei vielen Kollegen die Existenzen kaputt sind und sie ganz aufgehört haben.“

Herbstmarkt Memmingen - Schausteller berichtet: Ich lebe von der Altersvorsorge

Davon kann auch der Memminger Franz Vetter ein Lied singen, der Vorsitzende der Bezirksstelle Memmingen des Bayerischen Landesverbands der Marktkaufleute und der Schausteller. Seine Süßigkeitenbude auf dem Westertorplatz steht bereits. „Zwei Jahre lang lag alles brach“, sagt er. Meine einzige Einnahme war letzten Oktober bei „Jahrmarkt im Geschäft“, als wir ein paar Tage in der Stadt stehen durften. „Wir brauchen gerade unsere Altersvorsorge auf“, erzählt er. Vom Staat habe es nur einen kleinen Betriebskostenzuschuss gegeben, er hätte zwar Hartz IV beantragen können, ab er das wollte er nicht.

Nun ist es Vetters Aufgabe, zusammen mit seinen Schaustellerkollegen das Hygienekonzept für den Herbstmarkt zu organisieren. Denn daran ändert sich trotz der neuen Volksfestregelung nichts: Der Westertorplatz wird wie angekündigt eingezäunt und Zugang gib es nur für geimpfte, genesene oder getestete Besucherinnen und Besucher. Bei Schülerinnen und Schülern reicht ein Schülerausweis als Testnachweis. Die Eingangskontrollen übernimmt ein Securitydienst – den die Schausteller selbst bezahlen müssen. „Dafür stellt uns die Stadt Memmingen heuer den Platz kostenlos zur Verfügung“, sagt Vetter.

Drei Zugänge wird es zum Herbstmarkt geben: von der Buxacherstraße, vom Schweizerberg und auf dem tiefer gelegenen Teil des Westertorplatzes. Gleichzeitig aufhalten innerhalb des Zauns dürfen sich laut Vetter nur 1.000 Menschen: „Es kann also auch mal sein, dass man ein bisschen anstehen muss.“

Öffnungszeiten des Herbstmarkts Memmingen: täglich von 11 bis 22 Uhr

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Wer drin ist, kann sich auf vier Fahrgeschäfte für die Größeren (Breakdancer, Discoflyer, Hupferl, Phönix) und drei Kinderkarussells den Wind um die Nase wehen lassen. Auch schießen, spickern oder Lose ziehen kann man – oder sich an Jahrmarktsgenüssen wie Crêpes, gebrannten Mandeln, Schokofrüchten oder einer Bratwurst laben. Und zwar täglich zwischen 11 und 22 Uhr.

Viele Hände packen mit an, damit der „Discoflyer“ seine Runden bald auf dem Herbstmarkt in Memmingen drehen kann.
Viele Hände packen mit an, damit der „Discoflyer“ seine Runden bald auf dem Herbstmarkt in Memmingen drehen kann.
Bild: Brigitte Hefele-Beitlich

Ganz ohne Zugangsbeschränkung verkaufen jeweils von 9 bis 20 Uhr verschiedene Buden auf dem Manghausplatz, dem Weinmarkt und dem Schrannenplatz ihre Waren.

Einige Anrufer haben sich bereits in der Stadtverwaltung erkundigt, ob man aufgrund der neuen Bestimmungen den Herbstmarkt nicht doch ein bisschen größer machen könnte. „Leider hatten wir keinerlei Planungssicherheit und in der Regel benötigen wir ein ganzes Jahr, um einen Jahrmarkt zu organisieren“, sagt dazu Oberbürgermeister Manfred Schilder. „Wir sind trotzdem froh, dass die Schausteller wenigstens diese kleine Variante auf die Beine stellen konnten.“

Leider kein Autoscooter

Das findet auch Melanie Staudenrausch, deren Familie schon in der vierten Generation ein „Heimspiel“ auf dem Memminger Jahrmarkt hat. Trotzdem ist sie mit ihrer Familie für die Zeit des Herbstmarktes in ihren großen Schaustellerwohnwagen hinter der Stadthalle gezogen. „Das ist einfacher mit den Kindern“, sagt sie. Die Staudenrauschs betreiben den „Phönix“ – für ihren Musikexpress und den Klassiker jeden Rummels, den Autoscooter, sei diesmal leider kein Platz mehr gewesen.

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