Unterallgäu Triathlon

Herzschlagfinale bei Bilderbuchwetter in Ottobeuren

Auf ins kühle Nass hieß es zu Beginn des Unterallgäu Triathlons für 336 Männer und Frauen.

Auf ins kühle Nass hieß es zu Beginn des Unterallgäu Triathlons für 336 Männer und Frauen.

Bild: Siegfried Rebhan

Auf ins kühle Nass hieß es zu Beginn des Unterallgäu Triathlons für 336 Männer und Frauen.

Bild: Siegfried Rebhan

336 Sportler aus zehn Ländern bieten bei Triathlon im Unterallgäu tollen Ausdauersport. Bei den Männern gewinnt im Schlussspurt Veit Hönle aus Leutkirch.
26.06.2022 | Stand: 18:00 Uhr

Die Uhr zeigt 12.17 Uhr im Ottobeurer Stadion, als sich beim Unterallgäuer Triathlon schier unglaubliche Szenen abspielen. In der Kategorie ,Olympischer Triathlon’ liegt der für den TV Memmingen startende Darren Alcock kurz vor dem Ziel knapp in Führung. Rund zwei Stunden Schwimmen, Radfahren und Laufen hat der durchtrainierte Alcock bereits in den Knochen. 100 Meter vor der Ziellinie kommt es zum Paukenschlag: Der an zweiter Stelle liegende Leutkircher Veit Hönle (30) überholt Alcock fulminant und sichert sich am Ende hauchdünn den Sieg – mit einer Gesamtzeit von 2:01:28 Stunden und neun Sekunden Vorsprung vor Alcock. Ein echtes Herzschlagfinale.

Hönle war bereits bei Allgäu-Triathlon erfolgreich

Für Hönle sind es besondere Momente bei Bilderbuchwetter. Denn: Der Referendar am Leutkircher Hans-Multscher-Gymnasium nimmt erstmals am Unterallgäuer Triathlon teil. Was für eine Geschichte. Ein unbeschriebenes Blatt ist Hönle in der Athleten-Szene jedoch nicht. „Letztes Jahr konnte ich den Allgäu-Triathlon in Immenstadt für mich entscheiden“, erzählt er mit bescheiden klingenden Worten. Hat er sich denn im Vorfeld Chancen aufs Treppchen ausgerechnet? Veit Hönle überlegt kurz und antwortet dann selbstbewusst: „Naja, ich dachte mir schon, dass das Podium vielleicht drin sein könnte.“

Unterallgäuer Triathlon in Ottobeuren: Siegerin bei den Frauen wurde Sigrid Mutscheller und bei den Männern Veit Hönle.
Unterallgäuer Triathlon in Ottobeuren: Siegerin bei den Frauen wurde Sigrid Mutscheller und bei den Männern Veit Hönle.
Bild: Siegfried Rebhan

Der 1,75 Meter große Leutkircher, der seine Wettkämpfe stets mit seinem Markenzeichen – einem hellgrünen Stirnband – bestreitet, bietet im Unterallgäu über alle Disziplinen hinweg eine starke Vorstellung. Zwar wird er in Führung liegend auf der Radstrecke überholt. Doch seine herausragende Zeit von 37 Minuten und 50 Sekunden beim abschließenden Laufen verhilft ihm schlussendlich zum Gesamtsieg. Noch im Zielkanal stehend schwärmt der gebürtige Südbadener von der „schönen Atmosphäre und der guten Organisation“. Insgesamt sind an diesem Tag 336 Sportler beteiligt – 81 Frauen und 255 Männer. Es mag auf den ersten Blick überraschen, wenn der kurz vor dem Ziel abgefangene Alcock nach den Wettkämpfen sagt, er sei „rundum zufrieden“ mit seiner Leistung. Doch hier lohnt ein tieferer Blick: Sechs Jahre lange musste Alcock verletzungsbedingt pausieren. „Ich habe erst letztes Jahr wieder angefangen.“ Vor diesem Hintergrund erstrahlt Alcocks Leistung in einem noch helleren Licht. Über den Moment, als er vom späteren Gewinner Hönle überholt wurde, sagt der Memminger ganz trocken: „Ganz ehrlich, ich dachte, er kriegt mich viel früher.“

Sigrid Mutscheller von der SG Niederwangen siegt bei den Frauen

Während es bei den Männern keinen klassischen Favoriten-Sieg gibt, setzt sich bei den Frauen eine der „üblichen Verdächtigen“ durch: Sigrid Mutscheller von der SG Niederwangen kann ihren Titel aus dem Jahr 2019 verteidigen (2020 und 2021 fiel die Veranstaltung coronabedingt aus). Mit über zehn Minuten Vorsprung vor der Zweiten Alva Renhak überquert sie die Ziellinie. Dritte wird Maja Hänle vom ASV Hegge. In den Top-Rängen platzieren kann sich auch die für den TVM startende Christine Dorer als Fünfte.

Zum Volkstriathlon: Am Ende siegt bei den Männern Julian Gleißner vom TV Planegg-Krailling vor Maximilian Rosenthal (Argenbühl) und Niklas Breimaier vom RSC Kempten. Bei den Frauen setzt sich Annchristin Huonker vom RSC Auto Brosch Kempten durch. Rang zwei belegt Carina Glas (Sport Schindele) vor der Dritten Julia Heim (TG Viktoria Augsburg). Georg Lübeck vom Ausrichter TSV Ottobeuren zieht ein positives Fazit: „Es freut uns sehr, dass unsere Veranstaltung auch grenzübergreifend wahrgenommen wird. Es konnten sich etliche Sportler aus Österreich und Südtirol weit vorne platzieren.“

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