Aufschwung in der Corona-Pandemie

Hula-Hoop: Ein heißer Trend, bei dem es rundgeht

Reportage Hula Hoop - Sportredaktion

Hula-Hoop hat viele Facetten: Die Memminger Physiotherapeutin Alexandra Kirchdorffer zum Beispiel trainiert am liebsten in freier Natur.

Bild: Dunja Schütterle

Hula-Hoop hat viele Facetten: Die Memminger Physiotherapeutin Alexandra Kirchdorffer zum Beispiel trainiert am liebsten in freier Natur.

Bild: Dunja Schütterle

Physiotherapeutin Alexandra Kirchdorffer schwört auf den Reifen. Man kann damit auch „feurige“ Sachen machen, wie die „Zündler“ des TV Memmingen zeigen.
18.05.2021 | Stand: 16:00 Uhr

Wo er ist, geht es mit Vergnügen rund – und das schon seit den Fünfzigerjahren: „Im Lockdown habe ich den Hula-Hoop zum ersten Mal ausprobiert. Seitdem steht er in meinem täglichen Sportprogramm hoch im Kurs“, erzählt Alexandra Kirchdorffer.

Und damit ist die Memmingerin nicht alleine: Wer das Wort „Hula-Hoop“ in eine Internet-Suchmaschine eingibt, hat mit rund 44 Millionen Treffern die freie Auswahl, sich über die Sportart zu informieren. Diese feiert seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ein Comeback in den heimischen Wohnzimmern, wie auch in den sozialen Netzwerken. Aber: Warum genau liegt der als Kinderspielzeug bekannte Reifen aktuell so im Trend?

„Das Hoopen kann durchaus ein effektives Ganzkörpertraining sein. Man kann fast überall trainieren, es braucht nicht viel Platz, und man verbrennt trotzdem Kalorien“, meint Kirchdorffer hierzu. Ziel des Trainings ist es, den Reifen nur durch das Vor- und Zurückbewegen der Hüfte an Ort und Stelle zu halten – freihändig, versteht sich. (Lesen Sie auch: Auf dem AOK-Parcours in Sontheim gibt's neue Fitness-Tipps)

Der stehende Reifen sollte bis zum Bauchnabel reichen

Wer die Basics drauf hat, kann sich dann mit weiteren Übungen, wie zum Beispiel in der Bewegung in die Kniebeuge gehen, steigern. Anfängern wird ein größerer Reifendurchmesser empfohlen. Der Reifen sollte – wenn er auf dem Boden steht – ungefähr bis zum Bauchnabel reichen.

„Am Anfang war die Bewegung noch ungewohnt, doch nach ein paar Tagen ging es – ohne dass der Reifen immer wieder zu Boden fiel und ich blaue Flecken an den Hüften hatte“, berichtet die sportbegeisterte Memmingerin augenzwinkernd. Durch ihren Beruf als Physiotherapeutin und Ernährungsberaterin weiß sie auch um die gesundheitlichen Vorzüge des Body-Workouts. Das Hula-Hoopen ist für Einsteiger wie Sportfreaks gleich gut geeignet. Es wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus, die Haltung und Stabilität wird trainiert und es hilft, das Gleichgewicht zu stärken. „Und es macht eine schlankere Taille und einen straffen Bauch“, wirft Kirchdorffer ein.

Die „Zündler“ des TV Memmingen setzen auf die feurige Variante

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Die Vorzüge des sportlichen Hüftkreisens alleine sind der Gruppe der „Zündler“ des TV Memmingen (TVM) aber viel zu langweilig. Sie brennen für Akrobatik, die gerade in der Dunkelheit ein furioses Unterhaltungsfeuerwerk zündet.

Als Hilfsmittel für ihre Feuershows – wie man sie seit 2008 von den Memminger Wallenstein-Sommern her kennt, benutzen sie unter anderem einen ganz speziellen Hula-Hoop.

Hula-Hoop ist – im Vergleich zu anderen Sportarten – recht kostengünstig

„Zunächst trainieren wir mit einfachen Reifen, dann werden sogenannte Ausleger an diese geschraubt, die am Schluss in Feuer stehen“, erklärt der Leiter der Zündler, Arthur Modersbach. Für ein solches Spektakel braucht es allerdings einen längeren Trainingsvorlauf.

Die Zündler lassen die Feuerreifen auch um die Arme kreisen. „Unsere Jüngsten können meistens schon mit dem Hula-Hoop umgehen – dann ist der Schritt hin zum Feuerreifen nicht mehr so groß“, erklärt Modersbach weiter.

„Das Training mit dem Hula-Hoop macht echt Spaß“

Der Reifen war auch ein echtes Kinderspiel, als er Ende der Fünfzigerjahre durch die Verwendung des neuen Kunststoffes Marlex seinen Siegeszug antrat. „Das Training mit dem Hula-Hoop macht echt Spaß, ohne anstrengend zu sein“, sagt Alexandra Kirchdorffer heute.

Noch ein Vorteil sei, dass er im Vergleich zu anderen Sportarten recht kostengünstig sei, sagt sie, während ihr pink-grauer Hula-Hoop-Reifen immer wieder, scheinbar mühelos, um ihre Hüfte tanzt.

Wissenswertes zum Hula-Hoop

  • Geschichte: Bereits in der Antike gab es einen Vorläufer. Er bestand aus Weinreben oder Gräsern, die man zu einem Reif flocht.
  • Erfinder: Der Hula-Hoop, wie wir ihn heute kennen, wurde 1948 von zwei Jugendfreunden, Richard Knerr und Arthur Melin, erfunden. Zunächst wollten sie mit der Frisbeescheibe den Markt erobern, für deren Vertrieb sie sich 1957 die Rechte sicherten.
  • Zufall: Durch Zufall hörten sie von Grundschulkindern in Australien, die im Sportunterricht einen Holzreifen benutzten. Ab sofort produzierten sie mit ihrer Firma „Wham-O“ Reifen, die aus bunten Gummi bestanden. Schon in den ersten sechs Monaten ging der neue Reifen rund zwanzig Millionen Mal über den Ladentisch.
  • Name: Der Name setzt sich aus dem hawaiianischen Solotanz Hula und dem englischen Wort für Reifen (Hoop) zusammen. Der Trend aus den Staaten schwappte bald nach Deutschland und sorgte auch hier für einen wahren Hype. Kinder, Frauen und Männer schwangen ab sofort zu jeder Gelegenheit die Hüften.
  • Kino: Die Anleitung gaben dazu ehemalige Filmstars wie Conny Froboess. Sie spielte die Hauptrolle in der KomödieHula Hop, Conny“ von 1959, die mit Musik und Tanz auch die Lebensfreude der neuen Sportart auf die Kinoleinwände brachte.

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