Auszeichnung

Ihr Herz schlägt für das Memminger Kinderfest

Verleihung des Stadtsiegels an Gerlinde Arnold

Gerlinde Arnold war die erste Frau im Amt der Vorsitzenden des Kinderfestausschusses. 14 Jahre lang stand sie dem Gremium vor. Jetzt bekam sie zum Dank das Memminger Stadtsiegel von OB Manfred Schilder verliehen.

Bild: Dunja Schütterle

Gerlinde Arnold war die erste Frau im Amt der Vorsitzenden des Kinderfestausschusses. 14 Jahre lang stand sie dem Gremium vor. Jetzt bekam sie zum Dank das Memminger Stadtsiegel von OB Manfred Schilder verliehen.

Bild: Dunja Schütterle

Die scheidende „Kinderfestmutter“ Gerlinde Arnold wird für ihre Verdienste mit dem Memminger Stadtsiegel geehrt. Sie war die erste Frau in diesem Amt.
25.07.2021 | Stand: 10:24 Uhr

Als erste Frau an der Spitze des Kinderfestausschusses wurde Gerlinde Arnold jetzt das Stadtsiegel für herausragende Verdienste um Memmingen zuteil. 2007 übernahm sie den Vorsitz von ihrem Vorgänger Werner Habereder, der ebenfalls mit dem Stadtsiegel aus dem Amt verabschiedet wurde. Insgesamt 14 Kinderfeste hat die pensionierte Grundschullehrerin verantwortlich geleitet und organisiert. Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie fand dieses und vergangenes Jahr kein Kinderfest in gewohnter Form statt.

Gerlinde Arnold erblickte am 21. April 1954 in Memmingen das Licht der Welt. Ihr erstes Kinderfest erlebte sie als Schülerin der Lindenschule. Nach dem Abitur am Vöhlin-Gymnasium studierte sie Lehramt in Augsburg. Im September 1977 begann sie ihren Dienst in der Edith-Stein-Schule, die früher den Namen Edith-Stein-Volksschule – Grundschule Ost trug. 2003 wurde sie Konrektorin an der Edith-Stein-Schule. Nach 41 Jahren Dienstzeit ging Arnold schließlich in Pension.

Kinderfest: Ursprünge werden im Mittelalter vermutet

Während ihrer aktiven Zeit als Lehrerin und auch danach war Gerlinde Arnold stets mit dem traditionsreichen Fest der Stadt verbunden, dessen Ursprung im Mittelalter vermutet wird. Die erste offizielle Erwähnung stammt aus dem Jahr 1571. Immer wieder war das Kinderfest von den aktuellen Strömungen der Zeit betroffen. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand erstmals 1946 wieder ein Kinderfest statt, das ab 1949 dann jährlich wiederholt wurde.

Kinderfest und Fischertag in Memmingen: Höhepunkte im Jahreslauf

Seit 1955 finden beide Memminger Heimatfeste – das Kinderfest und der Fischertag – in der Woche vor den Sommerferien statt und stellen nicht nur für die Grundschüler den Höhepunkt im Jahreslauf dar. 1974 wurde unter dem damaligen Ausschussvorsitzenden Herbert Müller eine Reform im Ablauf des Festes auf den Weg gebracht. Dazu gehören der Festbeginn mit einem ökumenischen Gottesdienst, die anschließende Aufführung auf dem Marktplatz sowie der Umzug am Nachmittag, der seinen Ausklang auf der Spielwiese findet.

Augenzwinkernden Dank spricht Gerlinde Arnold ihrem Ehemann aus

Gerlinde Arnold kann ein Lied – oder besser gesagt – mehrere Lieder davon singen, wie sehr man auf ein gutes Gelingen des Festes und vor allem auf trockenes Wetter am Kinderfesttag hofft. Nach der Verleihung des historischen Stadtsiegels durch Oberbürgermeister Manfred Schilder bedankte sie sich bei allen ihren Kolleginnen und Kollegen und treuen Helferinnen und Helfern, die ihr über die Jahre hinweg zur Seite standen. Einen besonderen, wenn auch augenzwinkernden Dank, richtete sie an ihren Ehegatten Dieter, der mehrere Positionen beim Kinderfest bekleidete – und zwar vom Taxifahrer, Lastenträger und Sicherheitsdienst bis hin zum Putzmann, der die Bühne nach einer regennassen Nacht trocken wischte. „Nur mein Sekretär war er nicht“, erzählte Arnold mit einem Lächeln.

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Der Frau, die man in der Kinderfestwoche nur im Dirndl kennt, liegt das Kinderfest sehr am Herzen. Auch wenn sie ihren Ausstand nicht mit den Kindern unter den Augen des „Memminger Maus“ feiern konnte, wird Arnold ihre Kinderfeste immer in guter Erinnerung behalten. In ihre Fußstapfen tritt die Steinheimer Schulleiterin Dagmar Trieb, die Oberbürgermeister Manfred Schilder im Rahmen der Verleihung offiziell als neue „Kinderfestmutter“ vorstellte. Bleibt zu hoffen, dass es 2022 wieder einen „Reigen auf dem bunten Rasen“ geben wird.

Wissenswertes zu Ehrungen, welche die Stadt Memmingen vergibt:

  • Ehrenbürgerwürde: Sie ist die höchste Auszeichnung der Stadt und wird auf Beschluss des Stadtrats vergeben.
  • Ehrenring: Die Verleihung des Goldenen Ehrenrings ist nur möglich, wenn der Stadtrat das beschließt. Auf dem Ring ist das Stadtwappen zu sehen. Träger sollen nicht mehr als acht lebende Personen sein.
  • Stadtsiegel: Mit ihm werden herausragende Verdienste um die Stadt im wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Bereich gewürdigt. Das Siegel ist eine Nachbildung des seit 1270 bezeugten Wappens der Stadt.
  • Kasimir: An Personen in bestimmten Funktionen wie Stadträte, Referatsleiter oder die Geistlichkeit wird der Kasimir verliehen. Bei der Auszeichnung handelt sich um eine Radierung des Rathauses.
  • Sonstiges: Darüber hinaus ehrt die Stadt verdiente Bürger mit dem Schickler-Stich, der ein historisches Stadtbild von Memmingen zeigt, und dem Wechter-Stich mit der ältesten Stadtansicht.