Pandemie

Im LTS wird hinter verschlossenen Türen geprobt

Landestheater Schwaben

Auch wenn das Landestheater gerade geschlossen ist, laufen bereits die Proben und Vorbereitungen für die nächsten Premieren. Für das Stück „Lampedusa“ hat Ausstattungsleiterin Franziska Isensee Bühne und Kostüme entworfen.

Bild: Harald Holstein

Auch wenn das Landestheater gerade geschlossen ist, laufen bereits die Proben und Vorbereitungen für die nächsten Premieren. Für das Stück „Lampedusa“ hat Ausstattungsleiterin Franziska Isensee Bühne und Kostüme entworfen.

Bild: Harald Holstein

Trotz Lockdown haben Bühnenbildner und Schauspieler des Landestheaters Schwaben allerhand zu tun. Welche Aufführungen sie gerade vorbereiten.
03.03.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Obwohl das Landestheater Schwaben seit Beginn des zweiten Lockdowns am 2. November alle Stücke absetzen und seine Pforten für Zuschauer erneut schließen musste, tut sich einiges im Haus. Fleißig geprobt wird derzeit für das Zwei-Personen-Stück „Lampedusa“ des Engländers Anders Lustgarten und das Familienstück „In einem tiefen dunklen Wald“ von Paul Maar. Wann die Premieren gefeiert werden können, ist allerdings noch offen.

Das heißt, dass die Schauspieler, Regisseure und auch die neue Ausstattungsleiterin Franziska Isensee trotz der Schließung genügend zu tun haben. Isensee zeichnet in beiden Stücken für Kostüme und Bühne verantwortlich und bereitet sich schon auf die technische Einrichtung des Stückes auf der Bühne vor. Schon bald finden die Endproben statt und auch die theatereigenen Werkstätten haben gut zu tun.

Die Stücke am Landestheater wurden den Corona-Einschränkungen angepasst

Die Stücke dieser Spielzeit wurden den Corona-Einschränkungen angepasst und von der Besetzung her klein gehalten. In „Lampedusa“ begegnen sich lediglich Tobias Loth und Elisabeth Hütter auf der Studiobühne in zwei miteinander verwobenen Monologen. Loth spielt einen ehemaligen Fischer auf der italienischen Insel Lampedusa, der für die Küstenwache Leichen von ertrunkenen Geflüchteten entsorgt. Hütter stellt eine britisch-chinesische Studentin dar, die ihr Politik-Studium als Eintreiberin für ein Inkasso-Unternehmen finanziert. Das Stück des Briten Anders Lustgarten, der in China promovierte und selbst bei verschiedenen Hilfsorganisationen tätig war, verspricht spannende Einsichten in die Situation von extrem Benachteiligten der Gesellschaft.

Die Besetzung des Märchens „In einem tiefen dunklen Wald“ erscheint mit vier Schauspielern in Corona-Zeiten fast schon groß. Geprobt wird die Geschichte um die Verheiratung von Prinzessin Henriette Rosalinde Audora unter strengen Hygiene-Auflagen in großen Räumen, die Abstand gewährleisten.

Mund- und Nasenschutz dürfen die Schauspieler nur auf der Bühne absetzen

Den Mund- und Nasenschutz dürfen die Schauspieler nur auf der Spielfläche in der Rolle ihrer Figuren abnehmen. Requisiten werden nicht untereinander ausgetauscht. Diese Regeln bedeuten für Bühnenbildnerin Franziska Isensee, andere Bilder für die Szenen zu finden. „Aber es ist Teil unseres Berufes, mit Hindernissen wie Abstandsregeln künstlerisch umzugehen. Ich finde die realistische Nähe gar nicht so spannend“, sagt die 34-Jährige. Nicht zu dicht zusammenkommen zu dürfen, habe dem Spiel sogar mehr Kraft gegeben.

Lesen Sie auch
##alternative##
Landestheater

Neues Intendanten-Duo steht vor radikalem Neuanfang

Bald wird die Arbeit premierenreif abgeschlossen sein. Auch wenn noch kein konkretes Datum für eine Aufführung feststeht, wird die Produktion sozusagen auf Abruf bereitgehalten. „Wir fiebern darauf hin, dass es losgehen kann. Das hält uns wach. Alle sind schon voller Vorfreude“, sagt Pressesprecherin Eva-Maria Trütschel.

Lockerungen für Kulturbetriebe sind allerdings noch nicht abzusehen. Deshalb gibt es ab März nun die Möglichkeit, die Inszenierung „Bilder deiner großen Liebe“ in der Regie von Maike Bouschen mit Schauspielerin Franziska Roth als kostenpflichtigen Stream anschauen.

  • Online-Zuschauer können im Freiverkauf für „Bilder deiner großen Liebe“ ein Zugangsticket für 19,50 Euro erwerben. Es können auch Anrechtskarten und Gutscheine eingelöst werden. Abonnenten werden durch das Landestheater angeschrieben. Reservierungen sind möglich telefonisch über 08331/94 59 16 (Anrufbeantworter) oder per E-Mail an: vorverkauf@landestheater-schwaben.de

Für nur 0,99 € einen Monat alle exklusiven AZ Plus-Artikel auf allgaeuer-zeitung.de lesen
Jetzt testen
Ausblenden | Ich habe bereits ein Abo.