Corona

Impfung nur für Einheimische? Impfzentrum Memmingen ist für jeden offen

Das Impfzentrum Memmingen. Hier können sich auch Menschen lassen, die nicht aus Memmingen kommen.

Das Impfzentrum Memmingen. Hier können sich auch Menschen lassen, die nicht aus Memmingen kommen.

Bild: Matthias Becker (Archiv)

Das Impfzentrum Memmingen. Hier können sich auch Menschen lassen, die nicht aus Memmingen kommen.

Bild: Matthias Becker (Archiv)

Anders als im Unterallgäu will Memmingen weiterhin auch Menschen impfen, die nicht aus der Stadt kommen. Sie habe sich "bewusst dafür entschieden."
30.11.2021 | Stand: 15:18 Uhr

Im Unterallgäu werden während der mobilen Impftermine keine Menschen mehr gegen Corona gespritzt, die nicht aus dem Landkreis kommen. Die Stadt Memmingen macht es genau anders. Hier dürfen sich auch Menschen eine Spritze gegen Corona abholen, die nicht aus der Stadt, nicht mal aus Bayern kommen.

„Wir haben uns im Impfzentrum Memmingen bewusst dafür entschieden, dass wir für alle Menschen offen sind“, sagt Dr. Hardy Götzfried, Ärztlicher Leiter des Impfzentrums Memmingen. „Was macht es in der Bekämpfung der Pandemie für einen Sinn, nur Ortsansässige zu impfen?“ Götzfried nennt ein Beispiel, das dafür spricht, auch Nicht-Memminger zu impfen: In der Stadt arbeiten auch Menschen, die ihren Wohnsitz vielleicht in einem anderen Bundesland haben oder die 50 Kilometer entfernt wohnen. Aber ihr Arbeitsplatz sei eben in der Stadt. Wichtig sei nur eines: „dass er oder sie geimpft ist“.

Wer im Unterallgäu hingegen einen Termin beim mobilen Impfteam haben möchte, muss sich ausweisen und damit belegen, dass er aus der nahen Umgebung kommt. Der Hintergrund sei, dass die mobilen Teams „keine großen Massen impfen“ können. Auch im Impfzentrum in Bad Wörishofen soll es nun Beschränkungen geben: Eine Zweitimpfung bekommen nur diejenigen, die bereits ihre erste Impfung dort über ein mobiles Impfteam aus dem Unterallgäu bekommen haben. (Weitere Corona-Updates lesen Sie in unserem Newsblog)

Wer sich in Memmingen impfen lassen möchte, muss teils lange Wartezeiten einplanen. Darauf reagiere die Stadt: Die Öffnungszeiten des Impfzentrums werden ab Mittwoch, 1. Dezember, erweitert (siehe unten). Zudem werde am Aufbau einer dritten und vierten Impfstraße gearbeitet. „Die Impfteams und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Impfzentrums Memmingen machen einen unglaublich guten Job und arbeiten am Limit - sie machen das für uns“, sagt Oberbürgermeister Manfred Schilder. „Sie impfen stundenlang durch ohne Pause, sie sind schnell, routiniert und dabei immer freundlich. Vor diesem Hintergrund habe ich für Kritik am Impfzentrum überhaupt kein Verständnis. Warten ist unangenehm, ja das stimmt, in der Kälte noch mal mehr. Aber eine Impfung ist kostbar und vielleicht rettet sie das eigene Leben. Das Impfzentrum ermöglicht eine Impfung am selben Tag, das sollte uns die Wartezeit sein.“

Das Memminger Impfzentrum hat zu diesen Zeiten geöffnet:

  • Montag bis Samstag
  • von 8 bis 12 Uhr, letzter Einlass um 11.45 Uhr
  • von 13 bis 17 Uhr, letzter Einlass um 16.45 Uhr
  • von 18 bis 22 Uhr, letzter Einlass um 21.45 Uhr
  • In den Zeiten von 12 bis 13 Uhr und von 17 bis 18 Uhr muss gelüftet und desinfiziert werden.
  • Sonntags ist das Impfzentrum Memmingen geschlossen. Das liege unter anderem daran, dass noch nicht genügend Personal zur Verfügung stehe.

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Dr. Hardy Götzfried schließt sich dem an: „Ich kann sehr gut verstehen, dass es nicht schön ist, eventuell zwei Stunden vor dem Impfzentrum zu warten. Aber was ist die Alternative? Einen Termin in einigen Wochen zu erhalten? Wir müssen alle dafür sorgen, dass möglichst viele Erwachsene so schnell wie möglich geimpft werden. Daher lieber doch die Wartezeit in Kauf nehmen. Und die Mitarbeitenden vor Ort arbeiten intensiv daran, die Wartezeiten so kurz wie möglich zu halten. Zudem versuchen die Beschäftigten des Impfzentrums auch alles, um ältere und geschwächte Menschen zu unterstützen und in der Warteschlange vorzuziehen.“

Die Datenlage zu Impfungen sei eindeutig: „Die Rate der schweren Infektionen, der Krankenhausbehandlungen und der Todesfälle ist bei Geimpften deutlich geringer als bei Ungeimpften.“

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