Standesamt veröffentlich Jahresbilanz

In Memmingen heiraten so wenig Menschen wie seit Jahren nicht mehr

Viele Verlobte in Memmingen haben ihre Hochzeit wegen der Pandemie aufs nächste Jahr verschoben. 2021 werden deshalb teilweise schon die Termine knapp.

Viele Verlobte in Memmingen haben ihre Hochzeit wegen der Pandemie aufs nächste Jahr verschoben. 2021 werden deshalb teilweise schon die Termine knapp.

Bild: Ralf Lienert (Symbol)

Viele Verlobte in Memmingen haben ihre Hochzeit wegen der Pandemie aufs nächste Jahr verschoben. 2021 werden deshalb teilweise schon die Termine knapp.

Bild: Ralf Lienert (Symbol)

Wegen der Pandemie haben viele Verlobte ihre Hochzeit verschoben. Dieses Jahr werden deshalb die Termin knapp. Die Todesfälle in Memmingen stiegen 2020 an.
20.01.2021 | Stand: 10:17 Uhr

Statistiken über das Jahr 2020 haben einen besonderen Reiz: Viele Zahlen sind im Vergleich zu früheren Jahren stark gestiegen – die Anzahl der Menschen in Kurzarbeit und die Anzahl der Pizzabestellungen nach Hause – oder eben gesunken – der Bierumsatz in den Kneipen und die Besucherzahlen in Kinos und Museen. Auch in der Jahresbilanz des Memminger Standesamts schlägt sich die Pandemie wieder – vor allem, was Hochzeiten angeht.

215 Hochzeiten (2019:248): Nur 215 Paare gaben sich 2020 in der Maustadt das Ja-Wort, darunter zwei gleichgeschlechtliche. Das sind so wenig Hochzeiten wie noch nie im vergangenen Jahrzehnt. Aber klar: Im ganz kleinen Kreis macht so eine Feier auch keinen Spaß – viel mehr war vergangenes Jahr aber oft nicht möglich.

Als nach den Sommermonaten die Infektionszahlen in Bayern stark anstiegen, verschärfte die Staatsregierung auch die Einschränkungen für Brautpaare. Gegen Ende des Jahres durften in Memmingen neben Standesbeamten und Brautpaar schließlich nur noch bis zu drei Menschen bei der Trauung dabei sein. Da auch eine Feier mit Freunden und Familie nicht möglich war, haben viele Verlobte ihre Hochzeit verschoben.

Weil viele ihre Hochzeit in Memmingen verschieben, werden die freien Sonntage knapp

Das gilt freilich auch für die kirchlichen Trauungen. In der evangelischen Kirchengemeinde St. Martin ließen sich beispielsweise nur sieben Paare trauen, zehn weniger als 2019. Geplant waren deutlich mehr Hochzeiten. „Einige haben ihre Hochzeiten abgesagt und aufs nächste Jahr terminiert“, heißt es aus dem Pfarrbüro – mit der Folge, dass dort teilweise schon die Donnerstage gebucht würden, da die Sonntage belegt seien.

Apropos Termin: Zwei Paare sicherten sich vergangenes Jahr den Schnapszahltag 20. Februar 2020 als standesamtliches Hochzeitsdatum – und konnten noch vor der Pandemie im großen Kreis feiern. Der 2. Februar 2020 war ein Sonntag, an dem das Memminger Standesamt folglich geschlossen hatte.

827 Todesfälle (780): Gestorben sind vergangenes Jahr im Stadtgebiet 827 Menschen. Diese Zahl beinhaltet nicht nur Einwohner der Stadt, sondern auch Todesfälle von Auswärtigen im Klinikum. 2020 starben dort 411 Nicht-Memminger, das sind etwa die Hälfte aller Todesfälle im Stadtgebiet.

Im Jahr 2020 starben im Memminger Klinikum 29 Menschen am Coronavirus

Insgesamt stieg die Zahl der Gestorbenen im Vergleich zum Vorjahr um 47 deutlich an. Eine Auswirkung des Coronavirus? Das Klinikum verzeichnete im vergangenen Jahr 29 Corona-Todesfälle, die Stadt 14 – wobei sich diese Zahlen überschneiden, wenn ein Memminger Bürger im Klinikum an Corona stirbt.

2184 Geburten (2075): Erfreulich ist hingegen, dass in Memmingen 2020 so viele Kinder wie noch nie im vergangenen Jahrzehnt auf die Welt kamen. 1116 Buben und 1068 Mädchen erblickten das Licht der Welt. 70 Zwillinge kamen in Memmingen auf die Welt. Drillinge oder sogar Vierlinge gab es allerdings nicht. Auch diese Zahl beinhaltet wieder Geburten von Nicht-Memmingern im Klinikum der Stadt.