Haushalt

In Memmingerberg brechen Steuereinnahmen weg

Der Anbau an die Kindertagesstätte nimmt konkrete Formen an. Die neu gestalteten Halteplätze am Schulweg davor sollen für eine entspanntere Verkehrssituation bei der Anlieferung und Abholung der Kinder sorgen.

Der Anbau an die Kindertagesstätte nimmt konkrete Formen an. Die neu gestalteten Halteplätze am Schulweg davor sollen für eine entspanntere Verkehrssituation bei der Anlieferung und Abholung der Kinder sorgen.

Bild: Armin Schmid

Der Anbau an die Kindertagesstätte nimmt konkrete Formen an. Die neu gestalteten Halteplätze am Schulweg davor sollen für eine entspanntere Verkehrssituation bei der Anlieferung und Abholung der Kinder sorgen.

Bild: Armin Schmid

Der Kämmerer muss die Zahlen des Gemeindehaushalts wegen der Pandemie deutlich nach unten korrigieren. Dennoch laufen die Investitionen weiter. Wie die Kommune dies schultert.

07.08.2020 | Stand: 12:00 Uhr

Sinkende Steuereinnahmen hinterlassen im diesjährigen Gemeindehaushalt von Memmingerberg deutliche Spuren. Durch die Corona-Pandemie und deren wirtschaftliche Folgen mussten Haushaltsansätze für relevante Haupteinnahmequellen wie die Gewerbesteuer oder die Einkommenssteuerbeteiligung bereits um rund 20 Prozent nach unten korrigiert werden. Kämmerer Rainer Zink fügte an, dass die Prognosen aktuell sogar schon Richtung minus 25 Prozent tendieren. Bei anhaltend hoher Investitionstätigkeit bedeutet dies, dass die Rücklagen nahezu aufgebraucht werden.

Zudem muss eine Kreditaufnahme in Höhe von 7,5 Millionen Euro eingeplant werden. Ein Darlehen in Höhe von einer Million Euro wurde laut Kämmerer bereits in Anspruch genommen. Dementsprechend wird der Schuldenstand, der zu Beginn des Jahres bei rund 1,3 Millionen Euro lag, auch deutlich ansteigen.

Zuführungsrate schmilzt

Im vergangenen Jahr hatte Memmingerberg rund 4,4 Millionen Euro an Gewerbesteuer eingenommen. Aufgrund der aktuellen Prognosen werden für 2020 insgesamt 2,7 Millionen Euro in Ansatz gebracht. Der Haushaltsansatz für die Einkommenssteuerbeteiligung wurde um 330 000 Euro reduziert. Die Zuführungsrate zum Vermögenshaushalt, die für Investitionen zur Verfügung steht, schmilzt auf rund 390 000 Euro zusammen. Trotzdem erreicht der Gesamthaushalt mit einem Volumen im Bereich von 18 Millionen Euro einen beachtlichen Umfang.

Ungebrochen hoch ist das Investitionsaufkommen der Gemeinde. Allein für Tiefbaumaßnahmen im Bereich von Straßen-, Wasser- und Kanalbau sind 6,5 Millionen Euro eingeplant. Die Augsburger Straße, die bereits komplett fertiggestellt ist, belastet den Haushalt noch mit Rechnungen in Höhe von rund 1,65 Millionen Euro. Im Gange sind die Erschließungsarbeiten im Gewerbegebiet „Am Ziegelstadel“. Hierfür sind rund 2,5 Millionen Euro im Haushalt eingestellt. Die Fertigstellung ist bereits für Ende August geplant. Offen sind noch die Asphaltierungsarbeiten und die Herstellung des Kreuzungsbereichs.

Kita schlägt mit zwei Millionen Euro zu Buche

Die Bauarbeiten für den Neubau und die Erweiterung der Kindertagesstätte sind mit rund zwei Millionen Euro im Etat berücksichtigt. Der Holzrahmenbau für den neuen Gebäudeteil ist errichtet worden. Die Heizungs- und Sanitärinstallationen haben auch bereits begonnen. Die geplante Vollendung des südlich gelegenen Anbaus ist für Dezember vorgesehen. Im Zuge dessen sollen die Kindergartengruppen vom Altbau in den Neubau einziehen. Danach beginnt der Umbau des Bestandsgebäudes, der im Mai 2021 abgeschlossen sein soll.

Mit Blick auf das Schulgebäude soll Memmingerberg zum alleinigen Eigentümer werden. Die Rückzahlung läuft über einen Zeitraum von zehn Jahren. Danach werden die Mitgliedsgemeinden des Schulverbands eine Miete für die Nutzung der Schulräumlichkeiten bezahlen. Die Entstehung der Gemeindeverbindungsstraße von Memmingerberg nach Hawangen schreitet voran und soll im Herbst beendet sein.

"Strenge Jahre" stehen bevor

„Die nächsten zwei, drei Jahre werden nochmals sehr streng“, betonte Bürgermeister Alwin Lichtensteiger mit Blick auf auflaufende und anstehende Bauvorhaben. Themen, die in naher Zukunft auf die Gemeinde zukommen, seien das Feuerwehrhaus, die Instandsetzung der Mehrzweckhalle und der Bauhof. Zu hoffen bleibe, dass die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise im kommenden Jahr nachlassen.

Das Ratsgremium verabschiedete die Haushaltssatzung letztlich einstimmig.