Erziehung

In Ottobeuren entsteht eine neue Kindertagesstätte

Die Trägervereinbarung über die neue Kita in Ottobeuren unterzeichneten Bürgermeister German Fries (rechts) und der Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe, Michael Rettenmaier (links), im Beisein des Investors Wolfgang Maier (Mitte).

Die Trägervereinbarung über die neue Kita in Ottobeuren unterzeichneten Bürgermeister German Fries (rechts) und der Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe, Michael Rettenmaier (links), im Beisein des Investors Wolfgang Maier (Mitte).

Bild: Franz Kustermann

Die Trägervereinbarung über die neue Kita in Ottobeuren unterzeichneten Bürgermeister German Fries (rechts) und der Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe, Michael Rettenmaier (links), im Beisein des Investors Wolfgang Maier (Mitte).

Bild: Franz Kustermann

Marktgemeinde schließt Vertrag mit der Johanniter-Unfall-Hilfe als Träger. Die Kinder werden in einem historischen Gebäude im Bereich des Klosters betreut.
02.10.2020 | Stand: 12:07 Uhr

Zum Kindergartenjahr 2021/22 bekommt der Markt Ottobeuren eine neue Kindertagesstätte im Bereich des Klosters. Sie soll Platz für 40 Kindergartenkinder und zwölf Krippenkinder bieten. Eine entsprechende Trägervereinbarung zwischen dem Markt Ottobeuren und der Johanniter-Unfall-Hilfe wurde nun von Bürgermeister German Fries und dem Regionalvorsitzenden der Johanniter, Michael Rettenmaier, unterzeichnet.

Laut dem Vertragswerk, das keine begrenzte Laufzeit vorsieht, übernimmt der Markt 80 Prozent eines eventuell anfallenden Betriebskosten-Defizits, die Johanniter als Betreiber müssten hiervon ein Fünftel schultern. Michael Rettenmaier versicherte: „Wir versuchen, das wirtschaftlich zu betreiben, sodass kein Defizit aufläuft.“ Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist aktuell bereits für 18 Kindertagesstätten in Schwaben und im angrenzenden Landkreis Neu-Ulm zuständig. Dabei tritt die Organisation als Träger in unterschiedlichen Konstellationen auf – etwa als Mieter oder eigenständiger Bauherr. In Ottobeuren mieten die Johanniter die Räume von einem Investor an und organisieren den Betrieb sowie die Finanzierung der Kita.

Vorübergehend auf dem Schulgelände

Bürgermeister German Fries betonte bei der Vertragsunterzeichnung, dass es nach der Aufgabe der sogenannten „Großtagespflege“ (Betreuung von Kindern im Alter zwischen ein und drei Jahren) durch die Betreiberin nötig war, „einen Schritt nach vorne zu gehen“. Die Johanniter seien mit der Trägervereinbarung nun „auf den fahrenden Zug mit aufgesprungen“. Derzeit sei die Großtagespflege noch auf dem Schulgelände untergebracht. Neben der katholischen- und der evangelischen Einrichtung sowie dem privat organisierten Waldkindergarten gebe es künftig mitten in Ottobeuren nun eine weitere Kita: Die „Fachlichkeit“ von externen Betreibern, wie sie etwa von den Johannitern geleistet werde, sei hier deutlich höher, als wenn der Markt selbst als Betreiber fungieren würde, so Fries. Die Gemeinde könne sich damit leichter um ihr „Kerngeschäft“ kümmern. Auch bei allen anderen Ottobeurer Kitas trage der Markt 80 Prozent des Defizits.

Die neue Krippe (reguläre Aufnahme ab einem Kindesalter von einem Jahr) wird sich nach einem Umbau des ehemaligen Bräustübles am Kloster Ottobeuren ansiedeln. Die einstige Küche soll auch nach dem Umbau weiter genutzt werden. Zwei Gruppenräume mit jeweils 60 Quadratmetern für den Kindergarten entstehen in ehemaligen Lagerräumen direkt daneben. Im einstigen Biergarten – windgeschützt unter den alten Kastanien im historischen Innenhof – soll der Garten für den Nachwuchs entstehen.

Auf 480 Quadratmetern

Investor ist der Ottobeurer Wolfgang Maier, der von dem Klosterareal bereits im Jahr 2012 die ehemalige Brauerei und die sogenannte „Hofmühle“ übernommen hat. Vom Umbau für die neue Kindertagesstätte betroffen ist eine Fläche von rund 480 Quadratmeter. 1200 Quadratmeter des historischen Areals wurden von dem Investor schon „generalsaniert“. Hier entstanden in den historischen Gebäuden bereits zwölf neue Wohnungen.

Laut Bürgermeister Fries gab es auch die Idee, eine Kita am Schulzentrum anzusiedeln. Denn in der Ortsmitte habe die Kommune kein neues Gebäude für die dringend benötigte Kita bauen können, weil die entsprechenden Grundstücke fehlten. Da jedoch am Kloster eine Kita integriert werden könne, sei das „im Sinne der kurzen Wege und der Verkehrsverbindungen ohne Auto einfach die ideale Lösung“. Wenn man sich „in einem der schönsten Innenhöfe, die wir haben“, mit den wunderbaren, alten Kastanien, jetzt noch Kinder vorstelle, „dann passt das wirklich hervorragend hinein – dann ist Leben in der Bude“, schwärmte der Ottobeurer Rathauschef.