Eishockey-Oberliga

Indians stehen trotz Riesen-Kampf mit leeren Hände da

Hier schießt Myles Fitzgerald sein zweites Tor für die Indians zur zwischenzeitlichen Führung von 2:0. Doch am Ende verlieren die Memminger.

Hier schießt Myles Fitzgerald sein zweites Tor für die Indians zur zwischenzeitlichen Führung von 2:0. Doch am Ende verlieren die Memminger.

Bild: Siegfried Rebhan

Hier schießt Myles Fitzgerald sein zweites Tor für die Indians zur zwischenzeitlichen Führung von 2:0. Doch am Ende verlieren die Memminger.

Bild: Siegfried Rebhan

ECDC Memmingen beschließt Jahr mit einer ärgerlichen 3:4-Heimpleite gegen Weiden. Welche Rolle zwei fragwürdige Schiedsrichter-Entscheidungen spielten.
01.01.2021 | Stand: 12:00 Uhr

Für ein paar Tage auf der Couch die Beine hochlegen, den strapazierten Sportler-Körper pflegen und sich gedanklich mal für eine Weile von der Eisfläche lösen: Die Cracks des Eishockey-Oberligisten ECDC Memmingen dürfen zu Beginn des neuen Jahres endlich einmal kräftig durchschnaufen. Denn nach der jüngsten 3:4-Heimpleite gegen den EV Weiden waren die Memminger am Endpunkt eines Mammut-Programms angekommen, das ihnen im Monat Dezember gleich zwölf (!) Spiele bescherte.

Zum Spiel gegen Weiden: Die „Indianer“ begannen konzentriert, geordnet und motiviert. Und sie schlugen früh zu: Bereits in der dritten Minute traf der neuverpflichtete Myles Fitzgerald (27) per Direktschuss aus halblinker Position zur 1:0-Führung – ein Traum-Einstand für den kanadischen Flügelstürmer. Auch in den folgenden Minuten beherrschten die Gastgeber das Spiel. In der Schlussminute des ersten Drittels erhöhte der nur 1,70 Meter große Fitzgerald mit seinem zweiten Treffer auf 2:0.

Während ECDC-Coach Waßmiller seinem Team auf der Pressekonferenz nach dem Spiel ein „gutes erstes Drittel“ bescheinigte, bemängelte sein Weidener Kollege Ken Latta, seine „Blue Devils“ hätten „keinen Körper gespielt, das war nicht unser bestes Hockey“. Doch Routinier Latta zog die strategisch richtigen Schlussfolgerungen: Von nun an veränderte der 58-Jährige die Zusammensetzung der Sturmreihen. „Damit ist das Spiel im Mitteldrittel zu unseren Gunsten gekippt“, freute sich der Weidener Trainer hinterher über den hohen Wirkungsgrad der Maßnahme.

Im Einzelnen: Die Zwei-Tore-Führung der Memminger hielt immerhin noch bis zu 36. Minute. Dann jedoch glichen Philipp Siller und Barry Noe die Begegnung binnen 54 Sekunden aus – 2:2. Dies war auch der Stand nach dem Mittelabschnitt.

Im Schlussdrittel legten die Oberpfälzer läuferisch noch mal eine Schippe drauf. „Wir haben im letzten Drittel härter gearbeitet als zuvor“, freute sich Trainer Latta. In der 45. Minute hatte Indians-Keeper Lukas Steinhauer Glück, dass eine Weidener Scheibe am Pfosten – und nicht hinter der Torlinie – landete. Eine Minute später war er dann aber geschlagen: Weidens lettischer Topscorer Edgars Homjakovs versenkte einen sauber vorgetragenen Konter abgebrüht zum 2:3.

Beinstellen war keine "Schwalbe"

Zwei fragwürdige Schiedsrichter-Entscheidungen folgten. Ein auf den TV-Bildern von Sprade.tv klar erkennbares Beinstellen an Memmingens Linus Svedlund wertete der Unparteiische als Schwalbe und verhängte einen „Zweiminüter“. Als Svedlund diese Strafe zusammen mit „Nicki“ Meier in der Kühlbox abbrummte, schepperte es – in doppelter Unterzahl der Memminger – erneut: Noe traf zum vorentscheidenden 2:4 (52. Minute). Zwei Minuten später machte Svedlund mit dem Tor zum 3:4 die Sache noch einmal spannend. Nun aber folgte der zweite Aufreger, als der Referee Svedlund wegen eines vermeintlichen Bandenchecks auf die Strafbank schickte. Auf der Memminger Spielerbank kochten die Emotionen jetzt hoch. Im Rahmen der Pressekonferenz hielt sich Trainer Waßmiller – angesprochen auf die betreffenden Szenen – offiziell zurück: „Nein, kein Kommentar zur Schiedsrichterleistung“, beschied er die Frage von Moderator Daniel Halder. Der Deutsch-Russe fuhr fort: „Wir haben einen Riesen-Kampf geliefert, aber wir stehen mit leeren Händen da.“ Und weiter: „Wir müssen disziplinierter sein. Zwei Unterzahl-Tore bekommen zu haben, das war spielentscheidend.“ Der ECDC verbüßte 16 Strafminuten, Weiden zehn.

Weiter geht’s für die Indians am Mittwoch, 6. Januar, um 18 Uhr mit einem Heimspiel gegen die Selber Wölfe.