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Erinnerungskultur

Ist der Hindenburgring in Memmingen bald Geschichte?

Hindenburgring

Ist es noch vertretbar, dass eine Straße nach dem Reichspräsidenten der Weimarer Republik und Wegbereiter der NS-Herrschaft in Deutschland, Paul von Hindenburg, benannt ist? Mit dieser Frage wird sich eine neue Kommission befassen, deren Gründung der Memminger Stadtrat jetzt beschlossen hat.

Bild: Uwe Hirt

Ist es noch vertretbar, dass eine Straße nach dem Reichspräsidenten der Weimarer Republik und Wegbereiter der NS-Herrschaft in Deutschland, Paul von Hindenburg, benannt ist? Mit dieser Frage wird sich eine neue Kommission befassen, deren Gründung der Memminger Stadtrat jetzt beschlossen hat.

Bild: Uwe Hirt

Die Stadt Memmingen richtet eine Kommission ein, die Straßennamen und Ehrenbürgerwürden im Licht der Gegenwart neu bewertet. Bürger sollen einbezogen werden.
19.01.2022 | Stand: 18:00 Uhr

Wenn man Zeitgenossen von Paul von Hindenburg dereinst gefragt hätte, ob der Generalfeldmarschall und Reichspräsident der Weimarer Republik (1925 bis 1934) Memminger Ehrenbürger werden soll, hätte die große Mehrheit mit einem überzeugten „Jawohl“ geantwortet. Heute würden viele wahrscheinlich ein anderes Urteil fällen. Schließlich gilt Hindenburg als Wegbereiter der Nazi-Herrschaft in Deutschland. Dennoch prangt sein Name immer noch auf der Ehrenbürger-Steintafel im Memminger Rathaus und eine der größten Straßen der Stadt ist nach ihm benannt. Im Bewusstsein, dass der gesellschaftliche Wertewandel stetig zu neuen Beurteilungen von Personen und Ereignissen führt, wird in Memmingen nun eine Kommission ins Leben gerufen, die Straßennamen und Ehrenbürgerwürden neu bewertet. Einem entsprechenden Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung stimmten die Mitglieder des Stadtrats in ihrer jüngsten Sitzung mit überwältigender Mehrheit zu. Lediglich Genovefa Kühn (AfD) votierte dagegen.