Corona

Kommentar: Memmingen wäre geeignet, aber...

Noch wartet Memmingen wie andere Städte auch, ob sie den Zuschlag für den Modellversuch bekommen.

Noch wartet Memmingen wie andere Städte auch, ob sie den Zuschlag für den Modellversuch bekommen.

Bild: Ulrich Wagner (Archiv)

Noch wartet Memmingen wie andere Städte auch, ob sie den Zuschlag für den Modellversuch bekommen.

Bild: Ulrich Wagner (Archiv)

Nach dem Tübinger Vorbild sollen auch in anderen Städten neue Corona-Maßnahmen wie in einem Live-Labor getestet werden. Auch Memmingen hat sich dafür beworben.
27.03.2021 | Stand: 10:00 Uhr

Memmingen möchte Modellstadt werden, um neue Corona-Maßnahmen zu testen. Die Idee ist verlockend: Auswirkungen und Maßnahmen der Corona-Pandemie werden schnell und unter realen Bedingungen vor Ort in einem relativ kleinen, überschaubaren Rahmen ausprobiert. So wie Tübingen es vorgemacht hat: Mit Sicherheits- und Testkonzept, aber auch vielen Freiheiten für die Bürger.

Aber ob Memmingen den Zuschlag der Staatsregierung bekommt, ist eher fraglich. Nicht, weil unsere schöne Stadt nicht geeignet wäre oder die Beteiligten eventuell überfordert sind und zudem die Konkurrenz im Allgäu groß ist. Sondern wegen eines prominenten, vielleicht sogar dem derzeit prominentesten Einwohner: Klaus Holetschek. Denn der CSU-Politiker ist nicht nur Memminger Bürger und Stadtrat, sondern seit einigen Monaten auch Bayerischer Gesundheitsminister. Dann stünde das böse und derzeit brandaktuelle Wort „Amigo“ im Raum. Ob sich der Minister diesen Schuh anzieht – auch wenn er die nötige Distanz hat und ein Freund klarer und durchaus glaubwürdiger Worte ist? Ich hoffe auf ein Ja. Denn seine Wahlheimat ist geeignet als Modellregion – unter anderem wegen der Grenzlage zu Baden-Württemberg und der Nähe zum Allgäu-Airport.

Hoffentlich überwiegen in diesen schrägen Zeiten die guten Argumente gegenüber den sicher kommenden, kleingeistigen vetternwirtschaftlichen Vorwürfen.