Liebes-Betrug im Internet

Vermeintlicher US-"Major" legt Memmingerin herein und betrügt sie um mehrere Tausend Euro

Eine 45-Jährige aus Memmingen ist auf eine Internetbekanntschaft hereingefallen. "Love Scamming" nennt die Kriminalpolizei dieses Vorgehen.

Eine 45-Jährige aus Memmingen ist auf eine Internetbekanntschaft hereingefallen. "Love Scamming" nennt die Kriminalpolizei dieses Vorgehen.

Bild: Sebastian Gollnow, dpa (Symbolbild)

Eine 45-Jährige aus Memmingen ist auf eine Internetbekanntschaft hereingefallen. "Love Scamming" nennt die Kriminalpolizei dieses Vorgehen.

Bild: Sebastian Gollnow, dpa (Symbolbild)

Teure Internet-"Liebe": Eine 45-Jährige bezahlt mehrere tausend Euro an einen vermeintlichen "Major". Nun ermittelt die Kriminalpolizei Memmingen wegen Betrugs.
02.07.2021 | Stand: 12:38 Uhr

Durch ein geschicktes Lügengerüst und Vortäuschen großer Liebe ist es unbekannten Tätern gelungen, eine 45-jährige Internet-Nutzerin aus Steinheim, einem Ortsteil von Memmingen, um mehrere tausend Euro zu betrügen.

Im Mai diesen Jahres war die Geschädigte nach Angaben der Kriminalpolizei Memmingen erstmals über eine Plattform in den Sozialen Medien von einem unbekannten Mann kontaktiert worden, welcher sich als amerikanischer Major ausgab, der derzeit auf Friedensmission in Syrien stationiert sei.

Betrüger gibt sich als amerikanischer Major aus

Im Laufe der weiteren digitalen Kontakte überzeugte er die 45-jährige Frau davon, dass er ihr ein Paket mit persönlichen Gegenständen und insgesamt eine Million Dollar zuschicken würde. Als sich daraufhin ein vermeintlicher Zollbeamter bei ihr meldete, um Zollgebühren für das Paket einzufordern, überwies sie laut Kripo 4.100 Euro auf zwei verschiedene deutsche Konten.

Als sich letztlich auch noch der vermeintliche Chef einer ausländischen Bank bei ihr meldete, um eine weitere Zahlung von 4.000 Euro für die Weiterleitung des Paketes zu verlangen, wurde die 45-Jährige misstrauisch und meldete den Sachverhalt schließlich der Polizei. Die Kripo Memmingen hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die Masche des "Love Scamming"

Das Phänomen ist bei der Polizei als „Love Scamming“ bekannt und beschäftigte die Ermittler vor allem Mitte des letzten Jahrzehnts. Danach ebbte die Welle ab.Mittlerweile erlebt die Geschichte der falschen Liebschaften laut Polizei wieder eine Art Comeback - das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West verzeichnete im Landkreis Unterallgäu im Jahr 2020 elf Ermittlungsverfahren, 2021 waren es nun bereits drei.

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Die Opfer trauen sich aufgrund der intimen Details aus der Kommunikation oft nicht, eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Mit der Zeit entstehe eine emotionale Abhängigkeit beziehungsweise eine Beziehung zum Unbekannten. Oft komme auf einmal ein vermeintlicher Notfall oder eine finanzielle Notlage in das Leben der neuen Liebe.

Das rät die Polizei Betroffenen

Grundsätzlich sollte man Menschen, die man nie persönlich kennengelernt oder gesehen hat, kein Geld überweisen oder auf sonstige Forderungen eingehen, betont die Kripo. Gerade im Internet tummeln sich viele Betrüger, die an der Gutgläubigkeit ihrer Mitmenschen viel Geld verdienen wollen.

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