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Kronburg hat bei Breitbandausbau einen Masterplan im Blick

KB Breitband

Bei der nächsten Sitzung will der Kronburger Gemeinderat kurzfristig entscheiden, ob bei der Sanierung der Ortsdurchfahrt Leerrohre für den Anschluss von Glasfaser verlegt werden. Damit müsste bei einem Ausbau die neue Straße nicht erneut aufgerissen werden.

Bild: Franz Kustermann

Bei der nächsten Sitzung will der Kronburger Gemeinderat kurzfristig entscheiden, ob bei der Sanierung der Ortsdurchfahrt Leerrohre für den Anschluss von Glasfaser verlegt werden. Damit müsste bei einem Ausbau die neue Straße nicht erneut aufgerissen werden.

Bild: Franz Kustermann

Im Zuge der Sanierung der Kronburger Ortsdurchfahrt könnten bereits Leerrohre für den Glasfaserausbau mitverlegt werden. Davon sollen Haushalte im Kernort profitieren.

03.06.2020 | Stand: 18:00 Uhr

Sämtliche Außenbereiche der Gemeinde Kronburg wurden bereits weitgehend mit Glasfaseranschlüssen ausgestattet. Nun hat der Gemeinderat darüber beraten, dass irgendwann auch der gesamte Innenbereich der Kernorte mit dem schnelleren Breitband versorgt werden kann: Rund 50 000 Euro würde es kosten, im Zuge der derzeitigen Sanierung der Ortsdurchfahrt in Kronburg gleich die Leerrohre für den künftigen Glasfaserausbau mit zu verlegen. Damit müsste die Hauptstraße nicht mehr erneut aufgerissen werden. Allerdings ist hierzu ein zertifizierter Masterplan erforderlich, damit jedes Anwesen, auch in den Seitenstraßen, seine Zuleitung problemlos bekommt.

Bisher hat die Gemeinde laut Bürgermeister Hermann Gromer bereits 1,3 Millionen Euro in den Breitbandausbau investiert. Im Außenbereich seien 90 Anwesen mit 500 Megabyte versorgt, im Innenbereich mit mindestens 30 Megabyte. Für den Masterplan bekomme die Gemeinde 50 000 Euro an Zuschuss: Dabei werde der gesamte Ort nochmals überplant, um jedes Anwesen mit einem Glasfaseranschluss bedienen zu können. Derzeit seien bereits alle Neubaugebiete und Außenbereiche mit Glasfaser versorgt. An allen Verteilerkästen sei Glasfaser vorhanden; die Anwesen werden derzeit jedoch noch über Kupferkabel versorgt. Irgendwann werde es das Ziel sein, auch in den Kernorten jedes Haus mit dem schnellen Breitband zu bedienen.

Alfred Wöcherl von der Breitbandberatung Bayern stellte dem Gremium und zahlreichen Zuhörern den Masterplan und das weitere Vorgehen vor: In der Hauptstraße werden Leerrohrbündel bis zur jeweiligen Grundstücksgrenze verlegt. Die Besitzer können diese dann für wenig Geld bis in ihr eigenes Haus hinein verlegen lassen. Bei den Anwesen der Seitenstraßen werden die Leerrohrbündel bis in diese Straßen hinein verlegt, damit sie dort bei späteren Arbeiten (Kanal-, Wasser-, Straßensanierung) auch bis an die betreffenden Anwesen weitergeführt werden könnten. Dies koste dann pro Meter etwa 30 bis 50 Euro. Wenn die Straßen aber dazu geöffnet werden müssten, würde dies rund 200 Euro pro Meter ausmachen.

Zentraler Netzverteiler

In Kronburg sei ein zentraler Glasfaser-Netzverteiler geplant, von dem aus jeweils zwei 24er Leerrohrbündel die Hauptstraße hoch und runter gelegt werden. Unbebaute Grundstücke sollten laut Wöcherl auch mit Anschlüssen versorgt werden können. Wenn die Leerrohrverlegung von der Gemeinde „vorfinanziert“ wird, kostet das laut einer vorläufigen Kalkulation ungefähr 50 000 Euro, was sich die Kommune bei einem späteren tatsächlichen Anschluss von dem jeweiligen Anbieter zurückerstatten lassen könne. Die Kosten müssten allerdings detailliert dokumentiert werden. Die Telekom werde nie auf eigene Kosten die Leerrohrstruktur verlegen, so der Fachmann. Das Unternehmen stelle den Kommunen nur das Material. Für die Verlegung müssten die Gemeinden selbst sorgen. Wenn die Struktur aber im Boden ist, sind die Unternehmen bereit, für den weiteren Ausbau ein Angebot abzugeben: Aktuell sei dies der Fall, wenn mehr als 50 Anwesen erschlossen werden. Bei dem neuen Breitbandverfahren „Gigabit“ sei eine Ausbauzeit von mindestens vier Jahren erforderlich.

Hoher Zuschuss winkt

Anni Reisle sagte, im Außenbereich habe der Glasfaseranschluss für jeden 600 Euro gekostet. Ein paar Tausend Euro werden immer auf die Bürger zukommen, meinte die Dritte Bürgermeisterin. Laut Wöcherl kostet das Röhrchen 50 Cent pro Meter und könnte vom Anlieger auch selbst verlegt werden. Kronburg könnte für den kompletten Anschluss mit Glasfaser mit dem neuen Programm einige Millionen Euro Zuschuss bekommen. Je nach Finanzkraft müsse die Kommune nur zehn bis 20 Prozent der Kosten selbst tragen. Der Rest würde im Rahmen des „Bayerischen Gigabyte-Verfahrens“ vom Freistaat Bayern getragen.

Das Verfahren samt Ausschreibung könnte nach Wöcherls Worten bereits morgen in Gang gesetzt werden. Denn es sei fraglich, ob der Staat in fünf Jahren noch das Geld dafür habe.