Mindelheim

Künstlerischer Blick in die Zukunft

Mitgliederausstellung Kunstverein

Mitgliederausstellung Kunstverein

Bild: Tina Schlegel

Mitgliederausstellung Kunstverein

Bild: Tina Schlegel

Ausstellung Mitglieder des Kunstvereins Mindelheim zeigen bemerkenswerte Werke
##alternative##
Von tisch
04.03.2020 | Stand: 16:07 Uhr

Es ist bereits die sechste Mitgliederausstellung im Forum, die der Kunstverein Mindelheim jetzt eröffnete. Vorstand und künstlerischer Beirat haben sich ein Thema ausgedacht, das gesellschaftlich relevante Themen und persönliche Gedanken verknüpfen sollte. Es geht um die Zukunft, um die Frage, wie man sie, aber auch wie man sich in ihr sieht. Wird sie bunt oder schwarz-weiß, hoffnungsvoll oder düster? 84 Werke von rund 60 Künstlern sind zu sehen. Sie reichen von Gemälden über Fotografien bis zu Skulpturen und Installationen.

Vorsitzende Christl Klemenjak betont, dass es nicht um politische Statements gegangen sei, denn man sei „ein Verein der schönen Künste“, vielmehr habe sie persönlich die Frage interessiert: „Wie sieht eigentlich die Kunst der Zukunft aus?“ Sie verweist dabei auf die „Kunst“, die Roboter gestalten. Werden sie in der Zukunft nicht nur den funktionalen Teil unseres Lebens, sondern auch den kreativen übernehmen?

Während die gesellschaftliche Frage nach der Zukunft eine politische Dimension in sich trägt, ist die Private vor allem von persönlichen Sorgen und Hoffnungen geprägt. Die beiden Bilder von Michael Bahr etwa zeigen dieselbe Szene wie sie sein könnte: Ein Spazierweg neben einer Zugstrecke, links grau, rechts begrünt, mal trist, mal leuchtend, mal düster, mal lebendig. Man steht davor und kann nur hoffen.

Auch das Bild eines gestrandeten Bootes von Kathrin Schmidt-Penski trägt die beiden Seiten in sich. Die Wüste, auf der das Boot der Vergänglichkeit ausgeliefert ist, die aufziehenden Wolken, die Regen bringen könnten. „Die Zukunft wird uns vor ganz neue Herausforderungen stellen“, erklärt die Künstlerin, die dieses Bild eigens für die Ausstellung gemalt hat.

Eine bewusste Aufarbeitung der Frage ist auch Lucia Maiers großformatige und in gewohnt kräftigen Farben gestaltete Ansicht einer Stadt mit einem Menschen, der auf einem Müllberg steht. Der Betrachter teilt dessen Aussicht auf die Stadt, erinnernd an die Naturbewunderer in Caspar David Friedrichs Gemälden, nur dass es keine Natur ist, auf die der Mensch blickt.

Lesen Sie auch
##alternative##
Ausstellung in Kaufbeuren

Wenn Maschinen Geschichten erzählen: Kaufbeurerin macht aus Schrott Kunst

Auch Susanne Kracht ist ihrer Linie treu geblieben. Ihr Tierporträt zeigt dieses Mal einen Eisbären, der eine starke Symbolfigur unserer Zeit geworden ist. An ihm zeigt sich die Veränderung der Umwelt, an seinem Aussterben sehen wir den Wandel des Klimas. Traurig sieht er aus – und mahnend.