Projekt im Memminger Osten

Kunst mit der Kettensäge: Holzskulpturen für Spielplatz Haienbach entstehen

Spielplatz Haienbach sägearbeiten Arbeiter

Achim Autenberger fertigt seine Skulptur „Froschkönig“. Diese und zwei weitere Kunstwerke werden künftig den Haienbach-Spielplatz schmücken.

Bild: Uwe Hirt

Achim Autenberger fertigt seine Skulptur „Froschkönig“. Diese und zwei weitere Kunstwerke werden künftig den Haienbach-Spielplatz schmücken.

Bild: Uwe Hirt

Drei Memminger Künstler lassen die Späne fliegen und schaffen für den Spielplatz Haienbach mit ihren Motorsägen Unikate aus Eschenholz. So sehen ihre Werke aus.
29.05.2021 | Stand: 12:08 Uhr

Die Motorsäge in Pia Eisenhuts Hand röhrt hungrig auf und bohrt sich präzise in den Baumstamm vor ihr. Die 28-jährige Holzbildhauerin bearbeitet gerade ihre Skulptur „Unter Menschen“ am Haienbacher Spielplatz. Aus dem Eschenstamm fertigt sie eine langbeinige Frau, die einen Schwimmring an ihrer Hüfte umfasst.

Zweites Leben für Eschen - Skulptur als neue Daseinsform

Ihre Arbeit ist Teil eines Memminger Kunstprojekts, welches von Michael Koch, dem Leiter des Land- und Friedhofsamtes Memmingen, ins Leben gerufen wurde. Anlass für dieses Projekt ist das Eschentriebsterben in Memmingen. Befallene Eschen müssen gefällt werden, damit sich der Pilz nicht weiter ausbreitet. „Es tat mir sehr leid um die Eschen“, sagt Koch. „Deswegen wollte ich ihnen ein zweites Dasein als Kunstobjekt verschaffen“, erklärt er seine Idee. Auf eine Anzeige in der MZ meldeten sich verschiedene Künstler. Ausgewählt wurden die Ideen von Pia Eisenhut, Achim Autengruber und Achim Müller. Sie dürfen nun ihre Kreativität an den verbliebenen Eschenstämmen ausleben.

Als Werkzeug dient die Motorsäge

Als Werkzeug für das kunstvolle Formgeben dienen den Künstlern Motorsägen in verschiedenen Größen. „Für feinere Arbeiten braucht es dann Eisen“, sagt Achim Müller und meint präzisere Schnitzwerkzeuge. Sein Neffe habe ihm von der Aktion erzählt, da habe er sich dann beworben. Seine Skulptur „Nr. 64“ zeigt abstrakt einen Baum und Wasser, welches sich um diesen windet.

Das Thema "Wasser" wird in allen Figuren behandelt

Durch die Nähe zum Haienbach ist das Thema Wasser in allen Figuren präsent. Achim Autengruber hat sich für einen Froschkönig entschieden. „Erst wollte ich Fische machen, aber meine Familie meinte, der Froschkönig sei die bessere Wahl“, erzählt er grinsend.

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Bis die Späne fliegen: Mit Kettensägen Kunst gemacht

Oberbürgermeister Schilder findet das Projekt eine großartige Idee

Auch Oberbürgermeister Manfred Schilder freut sich über die Aktion. „Es ist eine großartige Idee, dass die gefällten Baumstämme kreativ verwertet werden und die Künstler eine Bühne bekommen.“ Die Skulpturen könnten laut Koch bis zu zehn Jahre am Spielplatz stehen bleiben. Bis zu 15 Stunden, schätzen die Kunstschaffenden, werden sie brauchen, bis ihre Figuren fertig sind. Daher geht die Aktion heute weiter. Bis Mittag wollen sie ihre Werke vollendet haben.

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Während die Künstler konzentriert an ihren Werken arbeiten, laufen parallel die Bauarbeiten für den Haienbacher Spielplatz.„Ich hoffe, wir können im Juli endlich öffnen“, sagt Michael Koch.

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