Corona

Kunstradfahrer starten nach zerplatzten Medaillenträumen neu

Linus Weber

Mit einer Sondergenehmigung des Landes darf Linus Weber mit seinem Kunstrad seit Mitte März wieder in der Kirchdorfer Halle trainieren.

Bild: SV Kirchdorf

Mit einer Sondergenehmigung des Landes darf Linus Weber mit seinem Kunstrad seit Mitte März wieder in der Kirchdorfer Halle trainieren.

Bild: SV Kirchdorf

Die Absage der Deutschen Meisterschaft traf die Kirchdorfer schwer. Seit Mai trainieren drei der Jugendlichen mit einer Sondergenehmigung des Landes.

11.06.2020 | Stand: 09:31 Uhr

Mitten in der Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt – die Deutsche Meisterschaft – erreichte die Kunstradsportler des SV Kirchdorf die Nachricht von der Schließung der Sportstätten, vom Trainingsverbot und der Absage aller Sportveranstaltungen. Das war Mitte März.

Dabei standen die Chancen für die drei Kadersportler Linus Weber, Maximilian Keller und Adrian Bast auf Podestplätze damals gut und entsprechend motiviert übten sie ihre Kunststücke fast täglich. Auch Lisa Weber war auf dem Weg zu ihrer fünften Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft und wurde vom Virus ausgebremst. Die jüngeren Sportler des SV Kirchdorf kamen dieses Jahr über die Kreismeisterschaften nicht hinaus und konnten sich folglich nicht bei den Württembergischen Meisterschaften messen.

Das Ziel war eine Medaille bei der Deutschen Meisterschaft

Nun hätten die Deutschen Meisterschaften der Schülerinnen und Schüler in Köln stattfinden sollen – ein Traum für Linus Weber, der in seinem letzten Schülerjahr alles gab, um seine Schülerlaufbahn mit einem Podestplatz zu krönen. Dieser Traum zerplatzte ebenso wie der von Adrian Bast und Maximilian Keller im Doppel, die in ihrem ersten Zweierjahr bei den Schülern ebenfalls zu den Kirchdorfer Hoffnungen zählten.

Genauso leer ging Lisa Weber aus, deren sportlicher Höhepunkt, die Deutsche Meisterschaft der Junioren und Juniorinnen in Wetzlar, abgesagt wurde. Trotz der Enttäuschung über das abrupte Saisonende reagierten Sportler, Trainer, Helfer und Eltern mit Kreativität und Engagement auf die Situation. Der Trainerstab des SVK bastelte in kürzester Zeit ein virtuelles Corona-Fitnessprogramm für zuhause zusammen und verschickte es an alle Kunstradler. Manch einer der Sportler stieg kurzerhand aufs eigene Rad um und fuhr Ausdauertouren im Umland oder drehte Kunstradrunden auf dem eigenen Grundstück.

Seit 15. Mai haben die drei Kadersportler Linus Weber, Maximilian Keller und Adrian Bast mit einer Sondergenehmigung des Landes Baden-Württemberg das Training in der Sporthalle wieder aufgenommen. Dabei gelten strenge Hygiene- und Abstandsregelungen. Jede Trainingsminute wird dokumentiert. Alle Räder, Luftpumpen und Hilfsmittel müssen desinfiziert werden genauso wie Türklinken und alles andere, das angefasst wurde. In der Halle ist jeweils nur ein Sportler mit einem Trainer, der aus demselben Haushalt kommt. Dies ist beim SV Kirchdorf möglich, da der Trainerstab vergleichsweise groß und über fast alle Sportlerhaushalte verteilt ist.

SV Kirchdorf will Stück für Stück zurück zum Normalbetrieb

Aus diesem Grund und durch die weiteren Lockerungen, die vom Land beschlossen wurden, will der SVK schrittweise zum „normalen“ Training zurückkehren. Nächstes Ziel ist es, unter Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften das Training den nächstälteren Sportlern im Schülerbereich zu ermöglichen. Dafür erarbeiteten die Verantwortlichen ein Konzept, das mit Einsatz des gesamten Trainerstabs, zahlreicher schriftlicher Dokumentationen und viel Desinfektionsmittel die Sicherheit aller Beteiligten gewährleisten soll. Derzeit wartet die Kunstradabteilung noch auf eine Prüfung des Konzeptes und eine endgültige Erlaubnis der Gemeinde. Die Verantwortlichen sind zuversichtlich, nach den Ferien starten zu können.

Die jüngsten Sportler, die die Trainer bei fast allen Übungen halten müssten, müssen sich wohl noch etwas gedulden. Das Kontaktverbot lasse den Trainern kaum Spielraum für Hilfestellungen, heißt es vom Verein. Dennoch sei man zuversichtlich, diesen jüngsten Sportlern neben dem virtuellen Training in absehbarer Zeit wieder ein physisches in der vertrauten Sporthalle anbieten zu können.