Neubesetzung

Landestheater Schwaben: Diese beiden sind Feuer und Flamme für die Bühne

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Nadja Bruder und Elias Baumann sind seit der neuen Spielzeit Teil des Schauspielensembles am Landestheater Schwaben.

Bild: Theresa Osterried

Nadja Bruder und Elias Baumann sind seit der neuen Spielzeit Teil des Schauspielensembles am Landestheater Schwaben.

Bild: Theresa Osterried

Elias Baumann und Nadja Bruder verstärken das Landestheater Schwaben in der neuen Spielzeit. Wie sie zum Theater gekommen sind und warum sie sich bereits kennen
03.11.2021 | Stand: 15:08 Uhr

Das Theater hat beide in der Jugend gepackt – und nicht mehr losgelassen: Elias Baumann ist seit dieser Spielzeit festes Mitglied des LTS-Schauspielensembles und Nadja Bruder verstärkt das Landestheater Schwaben bis Januar mit einem Gastengagement.

Zu schüchtern fürs Theater?

„Eigentlich dachte ich immer, ich bin viel zu schüchtern fürs Theater“, sagt Baumann. Deswegen wollte er zuerst nicht auf der Bühne stehen, obwohl er aus einer Schauspielerfamilie stammt. „Erst als ich mit 14 Jahren in eine neue Klasse gekommen bin, hat mich eine Mitschülerin in den Theaterjugendclub mitgeschleppt“, erzählt er und lacht. „Und dann habe ich sehr schnell gemerkt: Oh, das ist toll.“ Auch die zu Beginn befürchtete Nervosität sei kein Problem gewesen. „Sobald der erste Text kam, hat sich das Lampenfieber sofort gelegt. Schlimm war nur das Warten davor.“ Der 24-Jährige stammt aus Bregenz und ist im Alter von 10 Jahren mit seiner Familie in die Schweiz gezogen.

Nadja Bruder absolvierte ihre Ausbildung an der Folkwang Universität der Künste

Dort hat Nadja Bruder ihre Wurzeln. Sie hat mit 15 Jahren zum Theater gefunden – und zwar so richtig: „Ich war in verschiedenen Theater- und Tanzclubs, meine Eltern haben mich abends kaum noch gesehen“, erzählt sie schmunzelnd. Der heute 25-Jährigen war nach dem Abitur sofort klar, dass sie dieses Hobby zu ihrem Beruf machen möchte: „Sonst hätte ich es bereut.“ Sie verwirklichte ihren Traum an der Folkwang Universität der Künste in Bochum, wo sie ihre Schauspielausbildung begann.

Ein Jahr Bedenkzeit - dann kam der entgültige Entschluss Schauspieler zu werden

Elias Baumann dagegen schob das Vorsprechen bei Schauspielschulen noch ein Jahr auf: „Ich war mir dann doch nicht sicher, ob die Schauspielerei wirklich das ist, was ich will.“ Nach einem Jahr Jobben, Überlegen und Reisen merkte er aber, wie sehr ihm das Spielen fehlte. Er begann an der Hochschule für Musik und Schauspiel in Leipzig seine Ausbildung.

Corona: Schwierige Jobsuche für Jung-Schauspieler

Beide haben im Corona-Jahr ihren Abschluss gemacht – und anschließend unter der Pandemie gelitten. „Es sind viele Vorsprechen ausgefallen, die für uns bei der Jobsuche wichtig gewesen wären“, sagt Nadja Bruder. Beide sind daher sehr froh, nun das LTS-Team verstärken zu dürfen.

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Elias Baumann war besonders beeindruckt vom Vorsprechen, quasi dem Bewerbungssgespräch am Landestheater. „Bei manchen Häusern wird man so durchgewunken, hier war das wirklich ein sehr schönes, konstruktives Gespräch mit einem anschließendem Vorspielen.“ Es habe ihm direkt Lust gemacht, mit den Leuten in Memmingen am Theater zu arbeiten.

Gemeinsam waren sie im Theaterclub - nun spielen sie gemeinsam am LTS

Dass die Nachwuchs-Mimen nun zusammen am LTS sind, ist für sie ein lustiger Zufall: „Wir kennen uns nämlich schon von früher aus dem Theaterclub“, sagt Nadja Bruder. Die beiden haben dort bereits gemeinsam ein Stück auf die Beine gestellt. Nun, als ausgelernte Schauspieler, treffen sie wieder aufeinander – und dann gleich in einem Stück, dass sich nur um die beiden Neuzugänge dreht: „Zitronen, Zitronen, Zitronen.“

Zitronen, Zitronen, Zitronen - Wie wichtig ist Kommunikation?

Das Stück von Sam Steiner erzählt die Liebesbeziehung von Bernadette und Oliver. Es geht um die Frage: Was wäre, wenn die Regierung unsere Kommunikation auf 140 Wörter pro Person und Tag limitieren würde? „Das Stück war etwas ganz Neues für mich und auch eine Herausforderung“, sagt Nadja Bruder. Die Inszenierung 75 Minuten lang nur zu zweit zu tragen – keine leichte, aber eine sehr positive Erfahrung, wie die beiden finden. „Dadurch, dass wir uns schon so lange kennen, herrscht eine Vertrautheit in unserer Arbeitsbeziehung.“

Die Vorbereitung auf die Rollen kann ganz unterschiedlich sein

Wie bereiten sich die beiden auf ihre Rollen vor? „Das kann ganz unterschiedlich sein“, sagt Elias Baumann. Für seine Rolle in „Zitronen, Zitronen, Zitronen“ habe er die englische Originalfassung gelesen, um einen besseren Zugang zur Sprache und zur deren Bedeutung in dem Stück zu bekommen. Nadja Bruder dagegen erstellt gerne eine Playlist. „Da sind dann Lieder drauf, bei denen ich mir denke, das könnte meiner Figur gefallen.“ Auch der Austausch während der Proben helfe bei der Ausarbeitung der Figuren.

Während Nadja Bruder nur noch im Familientheaterstück „Das Dschungelbuch“ mitspielt, wirkt Elias Baumann in dieser Spielzeit in verschiedenen weiteren Produktionen, wie „Frankenstein“, „Natur“ und „Wunsch und Wunder“ mit.

Auf die Frage nach einer Wunschrolle überlegen die beiden kurz. „Der König aus Don Carlos würde mich reizen“, sagt Elias Baumann. Auch Nadja Bruder kürt eine klassische Rolle zu ihrer Favoritin: „Medea wäre ich gerne mal.“

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