Kultur

Landestheater Schwaben: Spaziergang mit Helden startet in Memmingen

MM LTS Probenauftakt

Im Juli meldet sich das Landestheater Schwaben zurück – mit der Premiere seiner Stadtraumbespielung unter dem Titel „Helden“. Bereits begonnen haben die Proben für das Stück „Don Quijote“ (Bild) mit Tobias Loth (links) und Tim Weckenbrock, das am 25. September erstmals im Großen Haus zu sehen sein wird.

Bild: Kathrin Mädler/Landestheater

Im Juli meldet sich das Landestheater Schwaben zurück – mit der Premiere seiner Stadtraumbespielung unter dem Titel „Helden“. Bereits begonnen haben die Proben für das Stück „Don Quijote“ (Bild) mit Tobias Loth (links) und Tim Weckenbrock, das am 25. September erstmals im Großen Haus zu sehen sein wird.

Bild: Kathrin Mädler/Landestheater

Das Landestheater startet mit einer außergewöhnlicher Premiere am 3. Juli. Auch die Proben für „Don Quijote“ laufen. Und es gibt Neues zum Spielplan.

Von Redaktion Memminger Zeitung
12.06.2020 | Stand: 06:00 Uhr

Mit einem außergewöhnlichen Projekt meldet sich das Landestheater Schwaben (LTS) in Memmingen nach langer coronabedingter Zwangspause zurück: Der Spielbetrieb startet mit einer sogenannten „theatralen Stadtraumbespielung“ unter dem Titel „Helden/Heldinnen“. Am 3. Juli hat „Helden“, der erste Teil des Formats, Premiere. Teil zwei, „Heldinnen“, folgt im August. In kleinen Gruppen begeben sich die Zuschauer gemeinsam mit Ensemblemitgliedern auf Stadtspaziergänge in Memmingen.

Die Inszenierung ist ein Gemeinschaftswerk von Anne Verena Freybott, Thomas Gipfel, Peter Kesten, Kathrin Mädler, Mattia Cedric Meier und Katharina Vana. Dabei bevölkern einzigartige Figuren den Stadtraum und erzählen von ihren Erlebnissen: Helden und Heldinnen aus der Geschichte, aus religiösen Schriften, nordischen Sagen, antiken Dramen, Comicbüchern, Filmen, Romanen und nicht zuletzt aus dem aktuellen Zeitgeschehen berichten dem Publikum von ihren außergewöhnlichen Taten. Das Publikum geht gleichzeitig auf Forschungsreise: Wenn wir tatsächlich im „postheroischen Zeitalter“ leben – warum hat dann die Sehnsucht nach Helden Hochkonjunktur? Anfangs- und Endpunkte der Routen werden zeitnah veröffentlicht.

Einer, der mit seiner Mischung aus edler Gesinnung, Abenteuerlust und Verkennen der Realität nicht selten als Antiheld gehandelt wird und seinen festen Platz in der Weltliteratur hat, betritt am 25. September die Bühne im Großen Haus: Miguel de Cervantes’ „Don Quijote“. Die Proben haben bereits begonnen. Bezüglich zweier Spielplanpositionen gibt das Landestheater eine Aktualisierung bekannt: Das Jugendstück wird der Monolog „Bilder deiner großen Liebe“ nach der Vorlage von „Tschick“-Autor Wolfgang Herrndorf sein.

Autorenduo sagt ab

Die geplante Uraufführung „Eine futuristische Retrospektive über das Allgäu im Ausnahmezustand“ musste das Autorenduo Volker Klüpfl und Michael Kobr aus zeitlichen Gründen kurzfristig absagen. Stattdessen wird „Die Kunst der Komödie“ von Eduardo de Filippo gezeigt – ein Stück über die Notwendigkeit von Kunst und Theater, über Theater in Not, über Theatermacher und die Verantwortung der Politik gegenüber der Kultur.