Landwirtschaft

Lohnunternehmer fuhr Gülle auf falsche Wiese in Kronburg

Biobauer Sebastian Gromer ist erleichtert, dass auf seiner versehentlich gedüngten Wiese keine bleibenden Umweltschäden entstanden sind. Die Flurschäden will er auf Kosten der nun ermittelten Verursacher beheben lassen.

Biobauer Sebastian Gromer ist erleichtert, dass auf seiner versehentlich gedüngten Wiese keine bleibenden Umweltschäden entstanden sind. Die Flurschäden will er auf Kosten der nun ermittelten Verursacher beheben lassen.

Bild: Kustermann

Biobauer Sebastian Gromer ist erleichtert, dass auf seiner versehentlich gedüngten Wiese keine bleibenden Umweltschäden entstanden sind. Die Flurschäden will er auf Kosten der nun ermittelten Verursacher beheben lassen.

Bild: Kustermann

Die Polizei hat herausgefunden, wer vor einigen Wochen stinkende Flüssigkeit auf dem Land eines Biobauern verteilte. Wie der Fall daraufhin weiterging.
24.12.2020 | Stand: 10:17 Uhr

Es ist nicht üblich im Allgäu, dass an einem Sonntagvormittag Gülle ausgefahren wird – und schon gar nicht auf fremdem Grund. Genau das geschah aber vor wenigen Wochen im Kronburger Ortsteil Hackenbach. Dort hatte jemand eine übel riechende Flüssigkeit auf einer Wiese von Biobauer Sebastian Gromer verteilt, dabei massive Flurschäden angerichtet und eine Drainage in der Wiese unbrauchbar gemacht. Nun hat die Polizei den mutmaßlichen Täter ermittelt. Die vom Pächter befürchteten Umweltschäden hat ein von der Polizei beauftragtes Bodengutachten nicht bestätigt.

Auf Nachfrage beim Polizeipräsidium Schwaben Süd/West berichtet Pressesprecher Holger Stabik, die Polizeiinspektion Memmingen habe mittlerweile einen Tatverdächtigen ermittelt, auch die Ergebnisse des Bodengutachtens seien eingetroffen. Demnach enthalte die ausgebrachte Gülle keine umweltgefährdenden Stoffe. Die Ermittlungen wegen des Flurschadens und der damit einhergehenden Sachbeschädigung seien abgeschlossen und das Ergebnis werde in den nächsten Tagen an die Staatsanwaltschaft Memmingen weitergeleitet.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Laut Oberstaatsanwalt Thorsten Thamm wird der Vorgang in Kürze abschließend bewertet. Allerdings seien die Ermittlungen noch nicht vollständig abgeschlossen. Nach dem bisherigen Stand und einer Laboruntersuchung handelt es sich bei der stinkenden Substanz, die auf der Wiese in Hackenbach ausgebracht wurde, aller Wahrscheinlichkeit nach um Rindergülle. Dazu sei wohl der Fahrer eines Lohnunternehmens aus Baden-Württemberg beauftragt worden. Aus welchem Grund gerade diese Wiese ausgewählt wurde, wollte Thamm abschließend nicht beurteilen. Ein Bezug zu der nahe gelegenen Bauschuttdeponie – wie im Illerwinkel vielfach gemutmaßt – sei ihm aber nicht bekannt.

Den „wahrscheinlichen Auftraggeber“ haben die Ermittlungsbehörden ausfindig gemacht. Woher die Gülle stammt, könne aber noch nicht mit abschließender Sicherheit beantwortet werden. Was nun aufgrund der Sachbeschädigung auf den Lohnunternehmer beziehungsweise auf dessen Auftraggeber zukommt, werde sich erst Anfang des kommenden Jahres entscheiden.

Verursacher zeigen sich einsichtig

Mittlerweile hat Pächter Sebastian Gromer mit dem Lohnunternehmer sowie dessen Auftraggeber aus dem Raum Bad Grönenbach gesprochen. Laut dem Geschädigten hätten sich beide „recht einsichtig“ gezeigt. Ihnen sei bewusst, dass etwas schiefgelaufen sei und sie dafür geradestehen müssen: Die Gülle hätte nämlich auf eine Wiese oberhalb der Lehmgrube gefahren werden sollen. „Es ist nicht viel drin gewesen, das nicht auf Rindergülle zurückzuführen ist“, sagt der Greuther Biobauer zu den Laborergebnissen. In der ausgebrachten Jauche sei jedoch etwas gewesen, „was nicht dazu gehört, was aber auf Dauer nicht belastend ist“.

Vermutlich sei alles nur ein Missverständnis gewesen, warum die Gülle auf seiner Wiese gelandet ist, vermutet Gromer. Um die Sanierung der beschädigten Drainagen und die Rekultivierung der Fahrspuren will sich der Biobauer nun selbst kümmern und die Kosten den beiden Verursachern in Rechnung stellen.