Was er nun vorhat

Mario Hönisch ist neuer Klimaschutzmanager der Stadt Memmingen

Unter anderem der Ausbau der erneuerbaren Energien will der neue Memminger Klimaschutzmanager Mario Hönisch in den nächsten Jahren weiter vorantreiben.

Unter anderem der Ausbau der erneuerbaren Energien will der neue Memminger Klimaschutzmanager Mario Hönisch in den nächsten Jahren weiter vorantreiben.

Bild: Ulrich Wagner (Symbol)

Unter anderem der Ausbau der erneuerbaren Energien will der neue Memminger Klimaschutzmanager Mario Hönisch in den nächsten Jahren weiter vorantreiben.

Bild: Ulrich Wagner (Symbol)

Das Ziel des 41-Jährigen ist das Erreichen des European Energy Awards in drei Jahren. Was er dafür vorhat und was seine ganz persönliche Motivationsquelle ist.
12.01.2021 | Stand: 16:26 Uhr

Das Jahr 2021 wird für Mario Hönisch ein arbeitsreiches sein – und eines mit vielen neuen Herausforderungen. Der 41-Jährige ist seit 1. Januar Klimaschutzmanager der Stadt Memmingen – und damit einer der entscheidenden Akteure bei der Bewerbung Memmingens für den European Energy Award (EEA). „In drei Jahren kommt der erste Auditor dafür in die Stadt“, sagte Hönisch bei seiner Vorstellung im Stadtrat. Das Erreichen der Auszeichnung ist das persönliche Ziel des Klimaschutzmanagers. Ein Selbstläufer werde das freilich nicht. „Ob das funktioniert, wird sich zeigen. Aber an mir soll es jedenfalls nicht liegen.“

Mario Hönisch hat zunächst den Beruf des Gas- und Wasserinstallateurs gelernt

Der gelernte Gas- und Wasserinstallateur ist seit April 2019 im Hochbauamt der Stadt Memmingen für das Thema Energie zuständig. Er hat ein Studium zum staatlich geprüften Techniker und eine Weiterbildung zum kommunalen Energiewirt absolviert. Die erste Aufgabe für Hönisch ist nun, zu prüfen, welche Dinge in Sachen Klimaschutz in Memmingen bereits laufen und was verbessert werden kann.

Grundlage seiner Arbeit wird dabei unter anderem der Energiebericht der Stadt Memmingen sein. Diesen haben Mitarbeiter des Energie- und Umweltzentrums Allgäu (Eza) für die Jahre 2018 und 2019 erstellt. Vom Eza erhält die Stadt auch Unterstützung bei der Bewerbung zum European Energy Award. Der Energiebericht erhält Daten zu Strom-, Wasser- und Ölverbrauch der städtischen Gebäude. Das sind neben Schulen, Rathaus und anderen Verwaltungsgebäuden etwa die Gewächshäuser der Stadtgärtnerei und das Krematorium am Waldfriedhof. Der Energieverbrauch all dieser Gebäude betrug 2018 24 484 Megawattstunden. Mehr als zwei Millionen Euro gab die Stadt für Energie und Wasser aus.

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Mario Hönisch ist Klimaschutzmanager der Stadt Memmingen.
Bild: Manuela Friess, Pressestelle Stadt Memmingen

Stadt und Eza haben in den vergangenen Jahren Maßnahmen an den Gebäuden durchgeführt, um diesen Energieverbrauch zu senken. So haben die Fachleute die Einstellungen für Pumpen und Regler optimiert und Lampen ausgetauscht. Im Verwaltungsgebäude und der Werkstatt des Bauhofs installierten sie Einzelraumlüftungen mit Wärmerückgewinnung und im Bürgerstift-Seniorenheim ein Blockheizkraftwerk. Dadurch sank der Energieverbrauch auf 24 287 Megawattstunden, was eine Einsparung von 60 700 Euro bedeutet. Auch die CO2-Emissionen sanken von 6860 Tonnen (2018) auf 6750 Tonnen (2019) Kohlenstoffdioxid.

Als Klimaschutzmanager kümmert sich Hönisch auch um kommunale Grünflächen und den ÖPNV

Mit derartigen Energiesparmaßnahmen an Gebäuden kennt sich Hönisch aufgrund seiner Tätigkeit im Hochbauamt aus. Als Klimaschutzmanager kommen weitere Themenfelder hinzu: die Grünflächen, die der Kommune gehören, der öffentliche Nahverkehr oder der Aufbau eines Klimateams aus verschiedenen Mitgliedern des Stadtrats sowie der Verwaltung.

Den wichtigsten Punkt für die Erreichung der Ziele sieht der neue Klimaschutzmanager in der CO2-Neutralität, die die Stadt Memmingen anstreben sollte. Ein erster Schritt dazu sei die Umstellung auf 100 Prozent Öko-Strom vor etwa einem Jahr gewesen. Der Ausbau von Photovoltaikanlagen und regenerativen Energiequellen soll folgen. „Die Wahl Memmingens zur Modellregion ,Klimagerechter Städtebau‘ ist ein spannender Prozess, der für den EEA bestimmt viele Informationen und Anregungen bringt“, sagt Hönisch.

Hönisch will die Öffentlichkeit über Klimaschutzmaßnahmen informieren

Klimaschutz ist freilich keine rein Memminger Aufgabe. Mario Hönisch hat sich deshalb mit Berufskollegen aus anderen Städten und Landkreisen ausgetauscht. Die Beteiligung der Öffentlichkeit sei ein weiterer Schritt, um die Klimaziele zu erreichen. „Klimaschutz geht nicht im Verborgenen, sondern soll transparent und klar den Bürgerinnen und Bürgern nahe gebracht werden“, sagt Hönisch. Schulklassen, Vereine und Gruppen, die sich für mehr Klimaschutz engagieren wollen, wird er künftig beraten und koordinieren.

Und wie beurteilt er die Bereitschaft zu mehr Klimaschutz bei Kommune und Bevölkerung? „Der erste Eindruck ist durchweg positiv“, sagt er. Inwiefern er auch mal hartnäckig sein müsse, werde die Zukunft zeigen.

Hönisch hat zudem noch eine persönliche Motivation, sich als Klimaschutzmanager für die Umwelt einzusetzen: Er erwartet sein erstes Kind. „Und ich will nicht, dass ich einmal gefragt werde: Opa, was ist ein Schneemann?“, sagt Hönisch mit Blick auf entsprechende Plakate bei Fridays for Future-Demonstrationen.