Kommentar

Mehr Fantasie ist gefragt

Fraunhofer Palais

Die Mitglieder des städtischen Bauausschusses haben die Ansiedlung eines Tedi-Markts im Memminger Fraunhofer-Palais zum Schutz des innerstädtischen Handels abgelehnt. Dagegen wäre ein Tedi-Markt in der Altstadt willkommen.

Bild: Uwe Hirt

Die Mitglieder des städtischen Bauausschusses haben die Ansiedlung eines Tedi-Markts im Memminger Fraunhofer-Palais zum Schutz des innerstädtischen Handels abgelehnt. Dagegen wäre ein Tedi-Markt in der Altstadt willkommen.

Bild: Uwe Hirt

Bauausschuss lehnt Tedi-Markt im Memminger Gewerbegebiet Nord ab. Redakteur Volker Geyer plädiert für mehr Initiative bei der Ansiedlung von Geschäften in der Altstadt.
14.03.2021 | Stand: 15:56 Uhr

Gut, dass die Stadträte nicht vom Memminger Einzelhandelskonzept abgewichen sind, sondern Tedi eine klare Absage für eine Ansiedlung im Fraunhofer-Palais erteilt haben. Denn das Konzept ist ein wirksames Instrument, um den innerstädtischen Handel zu stärken. Gut ist auch der Vorschlag von CSU-Stadtrat Christoph Baur, Tedi in die Altstadt zu locken. Schließlich gibt es hier Leerstände.

Handelskette hat großes Interesse an Memmingen

Dass die Handelskette großes Interesse an einem Standort in Memmingen hat, zeigt allein schon der Umstand, dass dies bereits der zweite Versuch war, hier eine Filiale zu eröffnen. Beim ersten Mal wollte Tedi ins Nahversorgungszentrum an der Bodenseestraße einziehen. Weil das ebenfalls außerhalb der Altstadt liegt, wurde das Vorhaben logischerweise mit den gleichen Argumenten wie jetzt abgelehnt.

Ähnlich große Standorte wie im Fraunhofer-Palais (700 Quadratmeter) und im Nahversorgungszentrum an der Bodenseestraße (500 Quadratmeter) wird man in der Innenstadt aber nur schwer finden. Deshalb sind Fantasie und Verhandlungsgeschick vonnöten – und zwar sowohl bei den Vermietern als auch bei der städtischen Wirtschaftsförderung und dem Stadtmarketing. So sind etwa Mietpreise nicht in Stein gemeißelt und Gebäude können umgebaut und so attraktiver für Händler gemacht werden. Daneben kann bei der Vermarktung einer Kommune immer etwas verbessert werden. Gleiches gilt für die Aufenthaltsqualität – auch wenn in Memmingen in dieser Hinsicht in den vergangenen Jahren schon viel passiert ist und weitere Maßnahmen – wie etwa das neue ÖPNV-Konzept – bereits beschlossen sind.

Angebote machen, die man nicht ablehnen kann

Am Ende gilt für alle Protagonisten vor Ort heute mehr denn je, bei der Ansiedlung von neuen Geschäften die Initiative zu ergreifen. Oder, um es in Anlehnung an die legendären Worte von Don Corleone im Film „Der Pate“ zu sagen: „Macht ihnen Angebote, die sie nicht ablehnen können.“ Aber freilich nur legale Offerten.

So lief die Debatte im Bauausschuss in Sachen Tedi-Ansiedlung in Memmingen.

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