Verleihung in Memmingen

Ein Werk mit zahlreichen Gedankengängen: Kunstpreis 2022 in Memmingen verliehen

Bei der Verleihung des Kunstpreises 2022 (von links): Oberbürgermeister Manfred Schilder, Dr. Karin Haslinger (Vorsitzende des BBK Allgäu/Schwaben-Süd), der städtische Kulturamtsleiter Dr. Hans-Wolfgang Bayer, Künstler Erwin Roth sowie Michael Karrerals Gebietsdirektor Memmingen der Sparkasse Schwaben-Bodensee mit dem Kunstwerk. Die musikalische Umrahmung des Abends übernahmen Julia Steber (Gitarre) und Markus Noichl (Cajon) mit selbstkomponierten Werken, die sich ebenfalls mit dem Thema Freiheit beschäftigten. Die Beiden sind im linken Bildhintergrund zu sehen.

Bei der Verleihung des Kunstpreises 2022 (von links): Oberbürgermeister Manfred Schilder, Dr. Karin Haslinger (Vorsitzende des BBK Allgäu/Schwaben-Süd), der städtische Kulturamtsleiter Dr. Hans-Wolfgang Bayer, Künstler Erwin Roth sowie Michael Karrerals Gebietsdirektor Memmingen der Sparkasse Schwaben-Bodensee mit dem Kunstwerk. Die musikalische Umrahmung des Abends übernahmen Julia Steber (Gitarre) und Markus Noichl (Cajon) mit selbstkomponierten Werken, die sich ebenfalls mit dem Thema Freiheit beschäftigten. Die Beiden sind im linken Bildhintergrund zu sehen.

Bild: Maike Scholz

Bei der Verleihung des Kunstpreises 2022 (von links): Oberbürgermeister Manfred Schilder, Dr. Karin Haslinger (Vorsitzende des BBK Allgäu/Schwaben-Süd), der städtische Kulturamtsleiter Dr. Hans-Wolfgang Bayer, Künstler Erwin Roth sowie Michael Karrerals Gebietsdirektor Memmingen der Sparkasse Schwaben-Bodensee mit dem Kunstwerk. Die musikalische Umrahmung des Abends übernahmen Julia Steber (Gitarre) und Markus Noichl (Cajon) mit selbstkomponierten Werken, die sich ebenfalls mit dem Thema Freiheit beschäftigten. Die Beiden sind im linken Bildhintergrund zu sehen.

Bild: Maike Scholz

Erwin Roth aus Leutkirch bekommt im Kreuzherrnsaal in Memmingen den Kunstpreis 2022 überreicht. Zusätzlich wurde die Ausstellung „Das Große Format“ eröffnet.
15.05.2022 | Stand: 20:00 Uhr

Applaus dringt aus dem Kreuzherrnsaal in Memmingen: Dort wurde unter dem Titel „Freiheit XXL“ die vierte Ausstellung aus der Reihe „Das Große Format“ des Berufsverbandes Bildender Künstler (BBK) Allgäu/Schwaben-Süd und des Memminger Kulturamtes eröffnet. Die Besonderheit der diesjährigen Ausstellung liegt in der Einbettung in die Veranstaltungsreihe zur Vergabe des Memminger Freiheitspreises 1525. Zudem wurde der Kunstpreis 2022 verliehen.

  • Die Ausstellung: Insgesamt 23 Künstlerinnen und Künstler aus allen Regionen des BBK Allgäu/Schwaben-Süd – von Füssen bis Buchloe, von Memmingen bis Immenstadt – beteiligten sich an dem Ausstellungskonzept „Das Große Format“. Zwölf Werke wurden von einer Jury für die Ausstellung ausgewählt – darunter vier Skulpturen und acht malerische Arbeiten.

„Es ist keine alltägliche Ausstellung. Es geht um Freiheit XXL und was könnte es Größeres als Freiheit geben?“, fragte der Memminger Oberbürgermeister Manfred Schilder bei der Vernissage. Seit dem Jahr 2015 gibt es dieses Ausstellungsformat – im zweijährigen Veranstaltungszyklus; in diesem Jahr also in der vierten Auflage.

Thema Freiheit wird individuell interpretiert

Dr. Hans-Wolfgang Bayer, der städtische Kulturamtsleiter, stellte die zwölf Werke vor. In Begleitung der diesjährigen Verleihung des „Memminger Freiheitspreises 1525“ an Autor und Journalist Professor Dr. Heribert Prantl am 21. Mai richteten sich die Einreichungen der Kunstschaffenden an dem Thema Freiheit aus. Titel wie „Schlüsselwörter“, „Unterwanderung 2/6“, „Freie Journalistin in Berlin“, „Wer ist frei?“ und „Lebenslust und Freiheit“: Bei allen Arbeiten stand mit Rückbezug auf die Ereignisse von 1525 die Geschichte im Fokus. Das Thema Freiheit wurde dabei ganz aktuell und persönlich von den Künstlern behandelt und interpretiert.

  • Die Verleihung des Kunstpreises: Den Höhepunkt der Ausstellungseröffnung bildete die Auszeichnung der Arbeit „Offene Räume – Freie Träume“ des Bildhauers Erwin Roth aus Leutkirch mit dem Kunstpreis der Sparkasse Schwaben-Bodensee. Der Preis ist mit 1500 Euro dotiert. Dr. Karin Haslinger, die Vorsitzende des BBK Allgäu/Schwaben-Süd, freute sich. Im Kreuzherrnsaal bestehe die Möglichkeit, große Formate zu zeigen. So wie das Siegerkunstwerk von Erwin Roth. Roth wurde im Jahr 1953 in Leutkirch geboren. Der gelernte Restaurator ist seit dem Jahr 1988 als freischaffender Künstler mit eigenem Atelier in Leutkirch tätig.

  • Das Siegerkunstwerk: Die Arbeit „Offene Räume – Freie Träume“ aus Silikon und Stahlblech wurde durch eine dreiköpfige Preisjury bestehend aus Thomas Munding, Vorstandsvorsitzender Sparkasse Schwaben-Bodensee, Dr. Karin Haslinger, Vorsitzende des BBK Allgäu/Schwaben-Süd, und Dr. Hans-Wolfgang Bayer, Leiter des Kulturamts Memmingen, einstimmig ausgewählt.

    Die Basis dieser Plastik bilden PU-Rohre, wie sie auf Baustellen zum Einsatz kommen. Dann wurden diese erwärmt und verformt, sodass das Gerüst des Kunstwerks entstand. Dann bemalte der Künstler die Oberfläche mit pigmentiertem Schellack in Blau. Als Nächstes ummantelte er die geformten und gefärbten Rohre mit Silikon, das er in mehreren Schichten, mit Trocknungsphasen dazwischen, übereinander auftrug. „Als Ergebnis sehen wir ein leichtes und filigranes Objekt, das je nach Ansicht und Lichteinfall farblich zwischen Blau und Weiß changiert“, so Haslinger. Die konstruierten Räume würden nicht starr wirken. Es gebe Knickstellen, Verformungen und keine geschlossenen Wände.

    „Die hohe Materialbeherrschung und die inhaltliche Vielschichtigkeit haben der Jury sehr gefallen und sie überzeugt. Das Werk bietet zahlreiche Gedankengänge und macht eigene Deutungen möglich. Trotz des umschlossenen Raums bleibt alles offen – die Freiheit des Interpretierens steht somit im Raum“, lobte Haslinger.

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  • Das sagt Künstler Erwin Roth: Gut drei Wochen habe er für das Kunstwerk benötigt. Er habe sehr konzentriert daran arbeiten müssen. Wichtig sind Roth Offenheit und Leichtigkeit gewesen – um den Blick auf die Freiheit zu lenken. Den Kunstpreis zu erhalten, das „erfüllt mich mit Stolz“, sagte er im Gespräch mit unserer Redaktion. Es sei aber nicht der Preis an sich gewesen, der ihn zur Teilnahme motiviert habe. „Ich habe schon einmal im Kreuzherrnsaal ausgestellt und es war eine wunderschöne Ausstellung. Das hat mich motiviert“, erzählte er.

Immer wieder erhielt er bestätigende und anerkennende Blicke von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an der Vernissage. Diese bestaunten das Kunstwerk von allen Seiten, berührten die Plastik. Das wiederum freute Erwin Roth: „Ich wollte nichts an Interpretationen festlegen oder vorgeben, sondern es soll jeder selbst erleben.“ Das sei ebenso Freiheit.

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