Schulsanierung

Edith-Stein-Schule in Memmingen erhält eine Verjüngungskur

MM Edith-Stein-Schule

Die in die Jahre gekommene Edith-Stein-Schule im Memminger Osten wird grundlegend saniert und erweitert. Die orange eingefärbten Gebäudeteile werden neu gebaut.

Bild: MSE Architekten

Die in die Jahre gekommene Edith-Stein-Schule im Memminger Osten wird grundlegend saniert und erweitert. Die orange eingefärbten Gebäudeteile werden neu gebaut.

Bild: MSE Architekten

Das Schulgebäude wird generalsaniert und zum Teil umgebaut. Die Kosten werden auf 15,5 Millionen Euro geschätzt. Warum der Baubeginn noch nicht feststeht.
16.04.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Die Edith-Stein-Schule in Memmingen wird umfassend saniert und erweitert. Den entsprechenden Vorentwurf segneten die Mitglieder des städtischen Bauausschusses in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig ab. Die Baukosten werden auf 15,5 Millionen Euro geschätzt. Mit der Generalsanierung könnte nach derzeitiger Schätzung im Sommer 2023 begonnen werden. Laut Oberbürgermeister Manfred Schilder soll aber nach Möglichkeiten gesucht werden, früher mit der Sanierung beginnen zu können. Die Bauzeit ist auf zwei Jahre angesetzt.

Wie Markus Merz vom Büro „MSE Architekten“ in Kaufbeuren bei der Vorstellung des Vorentwurfs erläuterte, wird der Förderantrag spätestens im September bei der Regierung von Schwaben eingereicht. Mit dem entsprechenden Förderbescheid sei dann im Frühsommer 2022 zu rechnen. Im Normalfall werde die konkrete Planung eines Projekts erst dann fertiggestellt, wenn dieser Bescheid vorliegt. Denn bei einer vorgezogenen Planung bestehe die Gefahr, dass nach Erhalt des Förderbescheids umgeplant werden muss.

Zudem ging Merz bei der Aufstellung des Zeitplans davon aus, dass das Ausweichquartier für die Edith-Stein-Schüler – nämlich die alte Realschule in der Buxacher Straße – noch bis Sommer 2023 vom Impfzentrum und danach von der Zulassungsstelle belegt ist. Hier hakte OB Schilder ein und stellte klar, dass sich mittlerweile herausgestellt habe, dass die Zulassungsstelle nicht vorübergehend in der alten Realschule untergebracht werden kann. „Und mit den Impfungen müssten wir spätestens 2022 durch sein.“ Nun soll geprüft werden, ob mit der Sanierung nicht schon früher begonnen werden kann.

Die Pausenhalle mit Mensa der Edith-Stein-Schule in Memmingen wird neu gebaut

Laut Architekt Merz ist die Generalsanierung aufgrund des baulichen und energetischen Zustands der im Jahr 1964 erbauten Schule dringend notwendig. Um das vorliegende Raumprogramm der Regierung von Schwaben umsetzen zu können, sind im Inneren des bestehenden Gebäudes verschiedene Umbauten nötig. Zudem wird das Schulhaus an der Stirnseite um etwa 17 Meter verlängert.

Die künftige Mittagsbetreuung soll zwischen dem Schulgebäude und dem im Jahr 2006 eröffneten Hort angesiedelt werden. Dafür ist der Bau einer neuen Pausenhalle mit Mensa erforderlich. Der dazugehörende Küchentrakt soll direkt an diesen Zwischenbau angegliedert werden. Weitere größere Anbauten sind nicht vorgesehen, so dass die großzügigen Freiflächen rund um die Schule erhalten bleiben.

So soll die Edith-Stein-Schule energetisch ausgestattet sein

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Was den Energieverbrauch anbelangt, wird nach den Worten des Planers eine möglichst hohe Effizienzklasse angestrebt. Um dies zu erreichen, soll die Schule unter anderem entsprechende Fenster erhalten und die Fassade mit Mineralfaser gedämmt werden. Die Dachfläche erhält ebenfalls eine Dämmung sowie eine Photovoltaik-Anlage.

Für wohlige Wärme in der Schule soll eine Hackschnitzel-Heizung sorgen. Derzeit wird das Gebäude noch mit Gas beheizt. Für ein gutes Raumklima wird eine leistungsstarke Lüftungsanlage eingebaut. Was die weitere technische Ausstattung angeht, soll die Edith-Stein-Schule mit Blick auf die Digitalisierung flächendeckend vernetzt werden.

Die Turnhalle in Memmingen bekommt neues Belüftungsgerät

Die Turnhalle wird laut Merz ebenfalls energetisch saniert. Sie erhält wie das Schulgebäude neue Fenster und eine moderne Dämmung. Das bestehende Belüftungs- und Heizsystem für die Turnhalle wird beibehalten, wobei das aktuelle Lüftungsgerät durch ein modernes Gerät mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung ersetzt wird.

Bei der anschließenden Diskussion plädierte Rupert Reisinger (Linke) dafür, „bei der Energieeffizienz den höchsten Standard anzupeilen“ – auch wenn dies zunächst höhere Kosten verursacht. Denn derartige Mehrausgaben würden sich auf längere Sicht wegen der Energieeinsparung durchaus rechnen. „Ich würde mir daher bei der weiteren Planung eine Gegenrechnung wünschen“, sagte der Reisinger. „So gehen wir vor“, entgegnete Architekt Merz.

Angesichts des vorgesehenen Ausweichquartiers in der Buxacher Straßen stellte Jürgen Kolb (Freie Wähler) fest, dass es für Grundschüler ein weiter Weg vom Memminger Osten zur alten Realschule sei. Er regte deshalb an, eine Art Shuttle-Bus einzusetzen. Auf diese Weise könnten auch Verkehrsbehinderungen vor der Schule durch sogenannte Eltern-Taxis vermieden werden. Rathauschef Schilder nahm die Anregung auf: „Das müssen wir uns noch genauer anschauen. Aber so ein Shuttle-Bus wäre durchaus denkbar.“

Während die Edith-Stein-Schule noch auf ihre Sanierung wartet, wurde der Umbau des Bernhard-Strigel-Gymnasiums in Memmingen gerade abgeschlossen.