Fahrrad-Serie

Memmingen, wie fahrradfreundlich bist du?

Radfahrer in Kempten

Im Fahrradklimatest 2020 liegt die Stadt auf Platz 28 von 415 und bekommt somit recht gute Bewertungen. Doch entspricht das auch der Realität? Leser der Memminger Zeitung können nun die Verkehrssituation für Radler aus ihrer Sicht beurteilen.

Bild: Matthias Becker

Im Fahrradklimatest 2020 liegt die Stadt auf Platz 28 von 415 und bekommt somit recht gute Bewertungen. Doch entspricht das auch der Realität? Leser der Memminger Zeitung können nun die Verkehrssituation für Radler aus ihrer Sicht beurteilen.

Bild: Matthias Becker

Die Kommune arbeitet seit geraumer Zeit an ihrem Image als Fahrradstadt. Bürger können ihre Meinung zur Situation der Radler an die MZ senden
13.08.2021 | Stand: 12:21 Uhr

In den vergangenen Jahren bekam Memmingen als „Fahrradstadt“ stets recht gute Bewertungen. Was wirklich gut ist und was noch alles verbessert werden kann, beleuchten wir in unserer neuen Rad-Serie. In diesem Teil rufen wir unsere Leserinnen und Leser dazu auf, uns ihre Meinung in Sachen „Radfahren in Memmingen“ zu schicken.

Schreiben Sie uns Ihre Meinung

Von der Aktion Schulradeln über Lastenfahrräder bis zum Vergleich der E-Bikes mit „normalen“ Fahrrädern haben wir in unserer Radserie bereits verschiedene Aspekte rund um das Radfahren in Memmingen beleuchtet. Jetzt kommen Sie ins Spiel, liebe Leserinnen und Leser: Wie fahrradfreundlich finden Sie die Stadt Memmingen? Was gibt es in Ihren Augen noch zu verbessern? Und was ist bereits gut gelöst? Schreiben Sie uns ihre Meinung an redaktion@mm-zeitung.de.

Ruf nach Tempo 30 in der Memminger Innenstadt

Manfred Neun, Ehren-Präsidenten der Europäischen Radfahrer Vereinigung (EFC) ist der Meinung, dass Memmingen eine Fahrradstadt sei, wenngleich er einiges kritisiert. So beispielsweise die „viel zu unübersichtliche“ Bodenseestraße. Auch wünscht er sich in der Innenstadt ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern: „Denn bei Tempo 50 ist das Unfallrisiko achtmal so hoch wie bei Tempo 30.“ Klaus Schuster, Vorsitzender des Kreisverbands Memmingen-Unterallgäu im Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), unterstützt diesen Gedanken. „Für jeden zwischen acht und 85 Jahren muss die entsprechende Sicherheit im Verkehr gegeben sein.“

Pedelecs und normale Räder im Vergleich

In einem weiteren Serienteil verglich ADFC-Tourenleiter Johannes Holl Elektrofahrräder mit den traditionellen Rädern und hob die Gefahren eines motorisierten Gefährts hervor. „Ziel des Körpers ist, trotz Ablenkung die Kontrolle zu behalten. Ein zugeschalteter Motor hebelt solche Gesetzmäßigkeiten zum Teil dramatisch aus, was das Unfallrisiko erhöht.“

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Damit Kinder in Memmingen ohne Angst radeln können

Im nächsten Teil kamen Schülerinnen und Schüler des Vöhlin-Gymnasiums zu Wort. Sie betonten, dass ihnen Radfahren wichtig sei – sowohl wegen sportlichen Aspekten als auch aus Umweltschutzgründen. Das zeigte sich vor allem bei der Aktion Stadtradeln, bei der die Schüler des Vöhlins 30 915 Kilometer sammelten – einmal zum Südpol und wieder zurück. Viele Jugendliche kritisierten jedoch, dass sie sich aufgrund der Verkehrssituation in Memmingen oftmals nicht sicher fühlen.

Memmingen bei Fahrradklimatest 2020 auf Platz 28

Bei seinem Fahrradklimatest 2020 befragte der ADFC Personen in verschiedenen Städten in ganz Deutschland, wie sie sich beim Radfahren fühlen. Am wichtigsten ist es 81 Prozent der befragten Radler, sich im Straßenverkehr sicher zu fühlen. Gleich danach kommt der Wunsch, von anderen Verkehrsteilnehmern akzeptiert zu werden. Im Ranking der 415 Städte in der Kategorie 50 000 bis 100 000 Einwohner landete Memmingen mit einer Wertung von 3,42 auf Platz 28. In Anbetracht dessen, dass das Fahrradklima in Deutschland eine Durchschnittsnote von 3,9 bekommt, ist das laut Klaus Schuster eine sehr solide Leistung. „Auch wenn Memmingen bereits viele Dinge gut macht – ein ,befriedigend’ ist noch lange kein ,gut’ oder ,sehr gut’“, sagt der 64-Jährige: „Da ist noch Luft nach oben.“

Dazu sagt Urs Keil, Radverkehrsbeauftragter der Stadt: „Anregungen für Verbesserungen zum Radverkehr nehmen wir gerne entgegen und prüfen sie auf Umsetzbarkeit.“

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