Umfrage

Memminger Einzelhändler sollen beim Online-Auftritt nachlegen

Zusätzlich zur Konkurrenz durch den Online-Handel haben die Memminger Geschäfte nun mit den Auswirkungen der Corona-Krise zu kämpfen. Um die Frage, wie unsere Leser den hiesigen Einzelhandel und dessen Zukunft sehen, dreht sich derzeit eine Umfrage unserer Zeitung.

Zusätzlich zur Konkurrenz durch den Online-Handel haben die Memminger Geschäfte nun mit den Auswirkungen der Corona-Krise zu kämpfen. Um die Frage, wie unsere Leser den hiesigen Einzelhandel und dessen Zukunft sehen, dreht sich derzeit eine Umfrage unserer Zeitung.

Bild: Thomas Weigert

Zusätzlich zur Konkurrenz durch den Online-Handel haben die Memminger Geschäfte nun mit den Auswirkungen der Corona-Krise zu kämpfen. Um die Frage, wie unsere Leser den hiesigen Einzelhandel und dessen Zukunft sehen, dreht sich derzeit eine Umfrage unserer Zeitung.

Bild: Thomas Weigert

Ein erstes Zwischenergebnis unserer Umfrage: Luft nach oben sehen Teilnehmer bei Internetpräsenz und Branchenmix. Warum es auch Kritik an der Stadt gibt.
13.11.2020 | Stand: 06:00 Uhr

Am Parkautomaten bekommt so mancher Kunde beim Einkauf in der Memminger Innenstadt einen dicken Hals: Bei der Online-Umfrage unserer Zeitung zum Einzelhandel machen viele Teilnehmer ihrem Ärger über die Höhe der Gebühren Luft, als zu niedrig kritisieren sie die Zahl der Stellplätze. Bis Donnerstagnachmittag haben sich knapp 200 Personen an dem Stimmungsbild beteiligt. Immer wieder taucht in einer Vielfalt von Anmerkungen und Vorschlägen auch der Wunsch nach einem besseren Online-Angebot der Geschäfte auf.

  • Parken: Einkäufe erledigen 43 Prozent der Umfrage-Teilnehmer nicht überwiegend online, sondern vor Ort in Memmingen. Ein Mittel, die Attraktivität des Einzelhandelsstandorts zu kräftigen, liegt für einige Befragte in Händen der Stadt: Demnach wären günstigere Gebühren oder gänzlich beziehungsweise für die erste Stunde kostenfreies Parken ein wichtiger Beitrag. Mehrfach schildern Leser in Anmerkungen, dass die Parkplatzsuche Zeit und Nerven koste und daher mehr zentrumsnahe Parkmöglichkeiten geschaffen werden sollten. Was Memmingens Oberbürgermeister Manfred Schilder hierzu sagt, lesen Sie hier.

  • Internetauftritt: Viele Kunden legen Wert auf Serviceangebote der Einzelhändler im Internet. So geht es unter anderem um die Möglichkeiten, sich das Sortiment eines Geschäfts online anzuschauen, Waren dort bereits zu bestellen und anschließend entweder im Laden abzuholen oder mit einem Lieferdienst zugestellt zu bekommen. Als Hintergrund beschreiben Kunden teils Frusterlebnisse, bei denen sie in örtlichen Geschäften mehrfach erfolglos auf der Suche nach dem Gewünschten oder Artikeln in ihrer Größe waren. Ein Vorschlag besteht auch darin, dass die Händler ihre Kunden via Smartphone und App ansprechen sollen.

  • Branchenmix: Über 70 Prozent der Umfrage-Teilnehmer stellen hier ein schlechtes Zeugnis aus. So vermissen sie etwa eine breitere Auswahl bei Kleidungsgeschäften und solchen für Kinder- sowie Technikartikel, Hobby-Bedarf und Sportausstattung. Mehr als ausreichend vertreten sind nach Wahrnehmung einiger Befragter Handyläden, Optiker und große Ketten – sie würden lieber mehr kleine, individuelle Läden sehen.

  • Öffnungszeiten: Insgesamt zufrieden zeigt sich hier mehr als die Hälfte der Leser. Klar kommt zum Ausdruck, dass nach Ansicht eines Großteils der Abstimmenden (knapp 80 Prozent) einheitlichere Öffnungszeiten den Innenstadt-Einzelhandel voranbringen würden.

  • Einkaufserlebnis: Mit Aktionen wie „Jahrmarkt im G’schäft“ im Oktober, „Fit in den Winter“ (bis 14. November) oder dem ebenfalls ab November geplanten „Einkaufen im Lichterglanz“ wollen die Händler einen Mehrwert bieten. Gedanken hierzu haben sich auch einige Teilnehmer gemacht. Aufgegriffen wird etwa die Aktion „Kunst im Geschäft“, bei der Läden zu Ausstellungsorten werden. So lautet eine Idee, die Zusammenarbeit mit kreativen Köpfen auszubauen, und so den Einkauf mit Unterhaltung und Kunst zu kombinieren. Großveranstaltungen in Kooperation mit dem Einzelhandel, Attraktionen wie ein Kino oder Ereignisse wie ein Töpfer- oder Altstadtflohmarkt könnten nach Meinung von Befragten mehr Leben in die Altstadt bringen. Für solche Angebote, so eine weitere Anregung, gelte es, Plätze wie den Weinmarkt besser zu nutzen. Der Laden als Lernort heißt ein Ansatz, wonach zum Beispiel Reformhäuser, Sportläden und Buchhandlungen nicht nur ihre Waren, sondern auch Wissenswertes und Tipps an den Mann oder die Frau bringen könnten.

  • Kundenfreundlichkeit: Teils bemängeln Leser schlechte Erfahrungen bei Serviceorientierung, Beratung und Wertschätzung des Kunden. Insgesamt beurteilen aber fast 90 Prozent den hiesigen Einzelhandel hier mit „gut“ oder „in Ordnung“.

  • Verkehr: In einer Zuschrift setzt sich Francesco Abate, der seit über fünfzehn Jahren in der Innenstadt wohnt, unter anderem mit deren Belebung sowie der Regelung auf dem Weinmarkt auseinander. Er bezeichnet die Achse Schweizerberg-Roßmarkt-Weinmarkt-Maximilianstraße als „zentrale Lebensader für die Innenstadt, die in beiden Richtungen für den Verkehr passierbar bleiben muss“. Die Parkplätze sollten Abate zufolge vom Weinmarkt an den Schweizerberg verlagert werden. So könnte dieser als Einfallstraße in der Breite reduziert werden – zugleich steige die Aufenthaltsqualität auf dem Weinmarkt. Für den Weinmarkt selbst regt er einen Bürgerentscheid an, um „endlich Ruhe in diese lange Kontroverse“ zu bekommen.

Auch weiterhin können Sie sich am Stimmungsbild zum Memminger Einzelhandel beteiligen. Zur Umfrage geht's hier.