Wahl in den USA

Memminger Experte: „Joe Biden wird es schwer haben, die Risse zu kitten“

Der Vorsitzende der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft Dr. Dieter Geiger sagt: "Die Gräben zwischen Demokraten und Republikanern sind in den USA so tief wie noch nie."

Der Vorsitzende der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft Dr. Dieter Geiger sagt: "Die Gräben zwischen Demokraten und Republikanern sind in den USA so tief wie noch nie."

Bild: picture alliance/Andrew Harnik/AP/dpa / privat

Der Vorsitzende der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft Dr. Dieter Geiger sagt: "Die Gräben zwischen Demokraten und Republikanern sind in den USA so tief wie noch nie."

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Der Vorsitzende der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft in Memmingen freut sich über Bidens Wahlsieg. Wie er die Spaltung der Vereinigten Staaten sieht.
09.11.2020 | Stand: 13:27 Uhr

Erleichtert über den Ausgang des Kopf-an-Kopf-Rennens zwischen dem künftigen US-Präsidenten Joe Biden und Donald Trump ist Dr. Dieter Geiger. „Die Auszählung hat zwar recht lange gedauert, aber dafür ist das Ergebnis umso erfreulicher“, sagt der Vorsitzende der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft (DAG) in Memmingen auf Nachfrage unserer Redaktion. (Mehr zur US-Wahl im Newsblog der Allgäuer Zeitung)

Nach seinen Worten werden wohl auch alle anderen Mitglieder der DAG das Wahlergebnis mit Freude vernommen haben. Denn die aus den USA stammenden Mitglieder seien alles Anhänger der Demokraten Partei. Dagegen gebe es in deren Familien in Übersee durchaus sehr unterschiedliche Lager.

Joe Biden wird es schwer haben

„Die Gräben zwischen Demokraten und Republikanern sind in den USA so tief wie noch nie“, sagt Geiger. Daher werde es Biden sehr schwer haben, diese Risse zu kitten. Das sei früher ganz anders gewesen. Da habe man sich im Wahlkampf zwar mit harten Bandagen bekämpft, aber nach der Wahl stets hinter dem Präsidenten gemeinsam versammelt. Das habe man schlichtweg als patriotische Aufgabe verstanden. Diese Haltung ist laut Geiger ab der Wahl von Präsident George Bush senior immer mehr abhandengekommen. Lediglich unter der Präsidentschaft von Obama habe es eine kleine Pause gegeben.

Was die Beziehungen der USA zu Deutschland anbelangt, wird es in Geigers Augen eine Verbesserung geben – vor allem was den Umgang miteinander anbelangt. Aber ganz so eng wie einst werde die wirtschaftliche Zusammenarbeit nicht mehr werden. Denn die Vereinigten Staaten würden ihren Fokus – nicht zuletzt wegen der großen Wirtschaftskraft der Chinesen – in den asiatischen Raum verlagern.

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