Eishockey-Oberliga

Memminger Indians holen trotz vieler Chancen keine Punkte

Für die Spieler des ECDC Memmingen schien das Tor von Deggendorf wie vernagelt. Auf unserem Bild scheitert Pascal Dopatka (rotes Trikot) am gegnerischen Torhüter Kristian Hufsky.

Für die Spieler des ECDC Memmingen schien das Tor von Deggendorf wie vernagelt. Auf unserem Bild scheitert Pascal Dopatka (rotes Trikot) am gegnerischen Torhüter Kristian Hufsky.

Bild: Siegfried Rebhan

Für die Spieler des ECDC Memmingen schien das Tor von Deggendorf wie vernagelt. Auf unserem Bild scheitert Pascal Dopatka (rotes Trikot) am gegnerischen Torhüter Kristian Hufsky.

Bild: Siegfried Rebhan

Der ECDC Memmingen kommt gegen Deggendorf auf 34 Torschüsse. Warum die Indians am Ende dennoch leer ausgehen und Kapitän Daniel Huhn ausgewechselt werden muss.
15.02.2021 | Stand: 15:58 Uhr

Zugegeben, es mag verrückt klingen: Aber mal angenommen, in der Eishockey-Oberliga erfolgt die Punkteverteilung ausschließlich nach den zuvor gezeigten Leistungen. Gewertet würden einzig Faktoren wie spielerische Qualität, Laufbereitschaft, Kampfkraft und mannschaftliche Disziplin. Diesen Gedankenspielen folgend, hätten die Indians nach ihren Wochenend-Heimspielen gegen Peiting (3:2-Sieg nach Penalty-Schießen) und der knappen 2:3-Pleite gegen den Deggendorfer SC (DSC) gewiss fettere Beute machen müssen: Statt der faktisch zu Buche stehenden zwei Zähler hätten die Memminger wohl drei oder gar vier Punkte auf ihr Konto gebracht. Dass es letztlich nicht so gekommen ist, ist der mangelnden Effizienz beim Torabschluss geschuldet.

Früh im Rückstand

Zum Spiel gegen den DSC: Wie schon gegen Peiting, gerieten die Indians auch gegen den Oberliga-Meister von 2018 früh in Rückstand. David Seidl schoss die Deggendorfer in Führung. Memmingens Antwort folgte jedoch prompt, als Verteidiger Christopher Kasten nur 19 Sekunden später zum 1:1 ausglich. Pech hatten die Allgäuer, als Myles Fitzgerald vier Minuten vor Drittel-Ende den Pfosten traf. Große Aufregung herrschte dann auf der Memminger Bank, als ein Check gegen den Kopf von Kapitän Daniel Huhn völlig ungeahndet blieb. Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel erklärte ECDC-Coach Sergej Waßmiller dazu: „Daniel konnte nach dieser Aktion nicht mehr weitermachen. Deshalb mussten wir unsere Sturmreihen neu ausrichten.“ Über den Gesundheitszustand von Huhn vermochte Waßmiller nach Spielschluss noch keine Auskunft zu geben. Beim Stand von 1:1 ging es in die erste Drittelpause.

In der 25. Minute hatte der erst 18-jährige Pascal Dopatka ein dickes Ding auf der Kelle, doch Deggendorfs starker Goalie Kristian Hufsky parierte. Im weiteren Verlauf rannten die Memminger immer wieder an. Ja, sie bestürmten das DSC-Gehäuse regelrecht. Wenig später fuhr ECDC-Angreifer Milan Pfalzer in zentraler Position unbedrängt auf das Gäste-Tor zu, schoss die Scheibe aber über das Gebälk. Eine große Chance – vergeben. Bitter für die Gastgeber: Noch in derselben Spielminute kassierten sie das Gegentor durch Andrew Schembri zum 1:2. Und es sollte noch schlimmer kommen: Thomas Greilinger, der 734-fache DEL-Spieler und zweifache deutsche Meister (mit München und Ingolstadt), verpasste den Indians nur 62 Sekunden später den nächsten ärgerlichen Nackenschlag. Mit dem Zwischenstand von 1:3 endete das zweite Drittel.

ECDC Memmingen drängt auf Anschlusstreffer

Zum Schlussabschnitt: Die weiterhin vorbildlich rackernden Memminger drängten gegen resolut einsteigende Niederbayern nun vehement auf den Anschlusstreffer. Linus Svedlund traf aber acht Minuten vor Schluss im Überzahl-Spiel nur das Torgestänge. Kurz darauf kam richtig Stimmung in die Bude, als ECDC-Stürmer Jannik Herm einen bühnenreifen Faustkampf gegen Noah Nijenhuis als klarer Punktsieger beendete. Eine Minute vor der Schlusssirene erzielte Marvin Schmid dann doch noch das Tor zum 2:3; zu einem Punktgewinn reichte es allerdings letztlich nicht mehr.

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Memmingen/Peiting

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Enttäuschende Chancenverwertung

Die erneut enttäuschende Chancenverwertung (die Memminger erzielten aus 34 Schüssen lediglich zwei Tore; Deggendorf drei aus 30 Versuchen) machte Trainer Waßmiller nach dem Match zu schaffen: „In jedem Training machen wir Torschuss-Übungen. Dort funktioniert das eigentlich ganz gut – in den Spielen leider eher weniger.“ Mit einer sympathischen Gelassenheit bilanzierte der Deutsch-Russe: „Heute hat der Herrgott gesagt: Nein, die Scheibe geht nicht rein.“ Die Einstellung seiner Spieler lobte der ECDC-Trainer dagegen in den höchsten Tönen.

Am kommenden Freitag treten die Indians in Garmisch gegen den SC Riessersee an.