Kabarett

Memminger Kleinkunstbühne meldet sich zurück

KU PiK Herbstprogramm

Das PiK meldet sich mit seinem Herbstprogramm zurück. Dabei präsentiert der Verein "Alternative Kleinkunst Memmingen" stets auch neue Gesichter, diesmal zum Beispiel den Stand-up-Comedian Stefan Danziger.

Bild: Anja Pankotsch/Veranstalter

Das PiK meldet sich mit seinem Herbstprogramm zurück. Dabei präsentiert der Verein "Alternative Kleinkunst Memmingen" stets auch neue Gesichter, diesmal zum Beispiel den Stand-up-Comedian Stefan Danziger.

Bild: Anja Pankotsch/Veranstalter

Mit neuer Lüftungsanlage und reduziertem Platzangebot startet das Parterretheater im Künerhaus (PiK) in die Herbstsaison. Was auf der Bühne geboten ist.
09.09.2021 | Stand: 18:00 Uhr

Die Kleinkunst kehrt ins PiK (Parterretheater im Künerhaus) zurück: Elf Mal stehen von September bis Dezember Kabarett, Comedy und Musik auf dem Programm – und zwar vor kleiner Kulisse. Denn das Team des Vereins „Alternative Kleinkunst Memmingen“ hat Sitzordnung und Bestuhlung den Vorgaben in Corona-Zeiten angepasst. Die Auftritte gehen darum vor 30 Personen, im günstigsten Fall 35, über die Bühne.

Nach aktuell geltender Verordnung wäre es laut Karin Keller und Conni Bader möglich, ein größeres Publikum zuzulassen – dann jedoch bestünde Maskenpflicht. Dass sich ein Kabarettist oder eine Musikerin vor Reihen halbverdeckter Gesichter wiederfindet, denen er keine Reaktion abzulesen vermag, konnten sich aber weder die Vorsitzende noch ihre Stellvertreterin vorstellen. „Gerade darum sind die Künstler ja gerne bei uns: Weil sie die Nähe zum Publikum toll finden“, betont Keller. Noch dazu ist laut der Vorsitzenden hier die überschaubare Größe des Zuschauerraums von Vorteil: „Auch wenn er nicht ganz gefüllt ist“, habe der oder die Auftretende „nicht das Gefühl, vor leeren Reihen zu spielen“. Darum entschied sich der Verein für die Variante mit Abstand und ohne Maske.

Neues Verfahren bei der Kartenbestellung im PiK

„Selbst wenn Regeln verschärft werden, gehen wir davon aus, dass wir unser Programm zumindest bis Weihnachten spielen können“, sagt Bader. Fest steht laut den beiden Vorsitzenden auch: „Gespielt wird – egal, wie viele Leute da sind.“ Zwar sind sie zuversichtlich, dass sich an den Abenden die Plätze im PiK füllen werden. Doch der Ansturm auf die Karten, wie Keller ihn früher beobachtete, bleibe nun aus. Ein Grund dafür könnte nach Meinung der Frauen im neuen Verfahren liegen, bei dem Karten nur noch online bestellt werden können und gleich bezahlt werden müssen. „Bei 30 Plätzen können wir es uns einfach nicht leisten, dass jemand nicht kommt“, erklärt Keller.

Ehrenamtliche Struktur hilft, schwierige Zeiten zu überstehen

Gegen die Pandemie ist das PiK wie berichtet auch durch ein neues Lüftungssystem und -konzept gewappnet, in das Conni Baders Mann Werner und ihr Sohn Philipp, beide Ingenieure, ehrenamtlich etliche Wochenenden und viel Hirnschmalz investiert haben. Die Materialkosten von rund 4000 Euro trug der Verein. Die ehrenamtliche, nicht kommerzielle Struktur hinter dem Kulturbetrieb sehen die beiden Vorsitzenden als wesentlich dafür an, das PiK durch die schwierigen Zeiten zu bringen.

Vorsitzende: "Corona hat uns effektiv nicht geschadet"

„Corona hat uns effektiv nicht geschadet“, sagen Keller und Bader. Das liegt einerseits an den Jahresbeiträgen der etwa 270 Mitglieder, welche die Arbeit des Vereins unterstützen: meist mit einer Summe von 35 Euro. Auch 7000 Euro an Zuwendungen von Sponsoren und – über die „Brücke für Kultur“ – von der Stadt Memmingen (als Zuschuss für die Lüftungsanlage) halfen, das Herbstprogramm zu ermöglichen. „Vom Eintrittsgeld können wir bei nur 30 Zuschauern keinen Künstler zahlen“, sagen Bader und Keller. Nach Auskunft beider Frauen erhalten die Engagierten auch keine Eintrittsgeldbeteiligung, sondern eine Garantiegage. „Die Künstler bekommen von uns außerdem das Hotel bezahlt“, erzählt Keller – und ebenso ein Essen im benachbarten italienischen Restaurant: „Wir wollen es den Künstlern schön machen. Das war schon immer so und soll so bleiben.“

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Beim Blättern im Programm kommt einem manches bekannt vor: Denn bereits vor zwei Jahren wurden Verträge mit den Künstlerinnen und Künstlern geschlossen, die Auftritte geplant, dann wegen Corona verschoben. Nun wird vieles nachgeholt. Mit von der Partie sind bekannte Gesichter wie das Duo von „Faltsch Wagoni“ oder Holger Paetz. Ein Anliegen ist es dem Verein aber auch stets, dem Publikum Neues zu präsentieren: etwa die Stand-up Comedy von Stefan Danziger und das Programm von David Werker, Träger des deutschen Comedy Preises als bester Newcomer. Gespannt erwarten Keller und Bader auch den Auftritt von Stephan Lucas. Er ist Rechtsanwalt, aber auch auf Kabarettbühnen und als Darsteller in TV-Shows wie „Richter Alexander Hold“ oder „Im Nemen der Gerechtigkeit“ zu sehen.

Das Herbstprogramm im Überblick:
  • Donnerstag, 23. September (ausverkauft): „aber witzig“, Politkabarett von HG Butzko zum Irrsinn der postfaktischen Zeitenwende.
  • Freitag, 24. September: „Unerhört Beethoven“, Musikkabarett und Hommage an den großen Komponisten von Michael Sens.
  • Samstag, 2. Oktober: „Liebes Klima, gute Besserung“, Kabarett von Holger Paetz.
  • Samstag, 9. Oktober: „Plötzlich seriös?!“, Kabarett von David Werker.
  • Samstag, 23. Oktober: „Das Würde des Menschen“, philosophisch-satirisches Kabarett von Ingo Börchers.
  • Samstag, 13. November: „Was machen Sie eigentlich tagsüber?“, Stand-Up-Comedy von Stefan Danziger.
  • Samstag, 20. November: „Garantiert nicht strafbar“, Kabarett von Stephan Lucas.
  • Samstag, 27. November: „Billie, Edith und Marlene“ (ausverkauft): Liederabend zu Billie Holiday, Edith Piaf und Marlene Dietrich von Elke Wollmann & Béatrice Kahl.
  • Freitag, 3. Dezember: „Das bisschen Haushalt ist doch kein Problem – dachte ich“, Kabarett von Hans Gerzlich.
  • Samstag, 11. Dezember: „Zum Glück – kein Ratgeber“, Musikkabarett von Faltsch Wagoni.
  • Samstag, 18. Dezember (ausverkauft): „Die Räuber oder so“, Kabarett-Schauspiel-Crossover nach Friedrich Schiller von Bernd Kohlhepp.
    Sämtliche Veranstaltungen finden im Parterretheater im Künerhaus (PiK) statt und beginnen um 20 Uhr. Der Eintritt kostet 20 Euro, ermäßigt 15 Euro. Karten können ausschließlich per Email bestellt werden unter Kartenbestellung@pik-mm.de