Engagement

Memminger Schüler machen Kinderrechte in der Stadt sichtbar

Vöhling-Schüler treiben es bunt

Pippi ist die Kinderbuchheldin vieler Generationen und steht für den Inbegriff des Kindseins. Hier malen Eva Pfalzer und Charlotte Hebel zusammen.

Bild: Dunja Schütterle

Pippi ist die Kinderbuchheldin vieler Generationen und steht für den Inbegriff des Kindseins. Hier malen Eva Pfalzer und Charlotte Hebel zusammen.

Bild: Dunja Schütterle

Schüler des Vöhlin-Gymnasiums bemalen und besprühen Stromkästen in Memmingen. Welche Rolle Pippi Langstrumpf bei der Street Art Aktion spielt.
15.07.2021 | Stand: 10:10 Uhr

Stromkästen übersieht man gerne, denn in der Regel sind sie unscheinbar getüncht in weiß-graue Tristesse. Zwölf Schülerinnen und zwei Schüler aus dem Vöhlin-Gymnasium in Memmingen haben im Rahmen ihres Praxis-Seminars siebzehn LEW-Kästen im Innenstandbereich auffallend bunt gestaltet – um auf Kinderrechte in der Welt aufmerksam zu machen.

Herausgekommen sind vielfältige Arbeiten, die mehr als einen Hingucker wert sind und zum Nachdenken anregen. Initiiert und finanziert hat das Schulprojekt unter der Leitung von Kunstlehrerin Barbara Müller-Pollack der Memminger Kinderschutzbund zusammen mit den Lech-Werken.

Die Schirmherrschaft des Projekts hat Oberbürgermeister Manfred Schilder übernommen, der die „Street-Art“ am 26. Juli um 11.30 Uhr vor dem Schreibwarengeschäft Natterer offiziell eröffnen wird. Zu der kleinen Feier unter freiem Himmel mit anschließendem Rundgang sind die Bürgerinnen und Bürger recht herzlich eingeladen.

Bis es aber soweit ist, haben die Jugendlichen noch einiges zu tun, denn die Umsetzung ihrer detailreichen Entwürfe der Kinderrechte gestaltet sich auf den geriffelten Stromverteilerkästen dann doch etwas mühsam. Simone Müller hat das vierte Kinderrecht – „Kinder haben das Recht zu spielen“ – mit einem hohen Rapunzel-Turm dargestellt, in dem man nicht wie im Märchen eingesperrt ist, sondern nach Lust und Laune ins Freie rutschen kann. Elisabeth Engel hat sich mit dem Kinderrecht auf Bildung auseinandergesetzt. Sie hat auch das Logo der Aktion des P-Seminars entworfen, welches dann mit dem LEW-Aufkleber an jedem Kasten angebracht wird.

Die einzelnen Rechte, die sie ideenreich umgesetzt haben, konnten sich Schülerinnen und Schüler der elften Jahrgangsstufe selbst auswählen. „Das P-Seminar ist mehr als das sichtbare Resultat der musischen Umsetzung. Die Jugendlichen hatten verschiedene Aufgaben, zu denen unter anderem die Öffentlichkeitsarbeit, die Auswahl der Materialien und das Sponsoring gehörte. Die Seminararbeit nimmt auch Einfluss auf das kommende Abitur“, erklärt Barbara Müller-Pollack dazu. Von acht Uhr morgens bis abends sprayen, malen, zeichnen und dekorieren die Schüler ihre Stromkästen und helfen sich auch gegenseitig. Wie Charlotte Hebel und Eva Pfalzer, die gemeinsam an der Umsetzung des Entwurfs von Pippi Langstrumpf arbeiten. „Ich wollte ein Motiv, das Kinder gleich anspricht“, sagt Charlotte. Darunter steht das Credo des kindlichen Inbegriffs: „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt!“ – was allen Kindern auf dieser Erde zu wünschen bleibt.

Lesen Sie auch
##alternative##
Bildung

Corona-Aufholprogramm erreicht mehrere Millionen Schüler

Für nur 0,99 € einen Monat alle exklusiven AZ Plus-Artikel auf allgaeuer-zeitung.de lesen
Jetzt testen
Ausblenden | Ich habe bereits ein Abo.