Soziales

Memminger Stadträte sprechen sich für einen Integrationsbeirat aus

Im Schuljahr 2017/2018 hatten etwa 46 Prozent der Schulanfänger in Memmingen einen Migrationshintergrund.

Im Schuljahr 2017/2018 hatten etwa 46 Prozent der Schulanfänger in Memmingen einen Migrationshintergrund.

Bild: Silvio Wyszengrad

Im Schuljahr 2017/2018 hatten etwa 46 Prozent der Schulanfänger in Memmingen einen Migrationshintergrund.

Bild: Silvio Wyszengrad

Hintergrund ist die gestiegene Zahl an ausländischen Mitbürgern. Mit Hilfe des Beirats sollen die Belange von Menschen mit Migrationshintergrund stärker berücksichtigt werden.
11.10.2020 | Stand: 06:00 Uhr

Der stark gestiegene Anteil an ausländischen Mitbürgern und Menschen mit Migrationshintergrund macht in Memmingen eine Neuausrichtung der städtischen Integrationsarbeit notwendig. Zu dieser Auffassung gelangten die Mitglieder des Kultur-, Bildungs- und Sozialausschuss des Stadtrats in ihrer jüngsten Sitzung. Letztlich sprachen sie sich für die Bildung eines Integrationsbeirats aus.

Zuvor hatte Sozialreferatsleiter Jörg Haldenmayr berichtet, dass die Bevölkerung in Memmingen in den vergangenen sechs Jahren auf etwa 44 000 Einwohner angestiegen ist. Dies entspricht einer Steigerung von rund fünf Prozent. Die Zuwanderungszahlen bei ausländischen Mitbürgern haben sich laut Haldenmayr im gleichen Zeitraum nahezu verdoppelt. Infolgedessen hatten rund 46 Prozent der Schulanfänger im Schuljahr 2017/18 einen Migrationshintergrund. In den Kitas waren es 37 Prozent der Kinder über drei Jahren, deren Eltern beide laut Geburtsort nicht deutscher Herkunft waren. „Wir stehen vor einer großen Herausforderung. Die Stadtgesellschaft ändert sich sehr schnell und dynamisch“, sagte Referatsleiter Haldenmayr gegenüber den Ausschussmitgliedern.

Integration hingegen sei ein sehr langsamer Prozess, der zehn oder 20 Jahre dauere oder gar nicht ende. Haldenmayr sah angesichts einer sich stark wandelnden Stadtgesellschaft dringenden Bedarf für ein zielführendes Integrationskonzept. Im Zuge dessen sei es notwendig, den bisherigen Ausländerbeirat mit einer neuen Vertretungsausrichtung hin zu einem Integrationsbeirat zu entwickeln. Wichtig sei es dabei, dass die Belange der Menschen mit Migrationshintergrund stärker berücksichtigt und der Stadtrat bei der Weiterentwicklung und Verbesserung der Migration aktiv unterstützt werde.

Als ersten Erfolg auf diesem Weg bezeichnete Haldenmayr den Umstand, dass es in Absprache mit den Fraktionsvorsitzenden gelungen sei, einen Satzungsentwurf für einen Integrationsbeirat abzusprechen. Demnach soll der Beirat einmal aus etwa elf Personen mit unterschiedlicher Herkunft bestehen. Zudem ergänzte Zweite Bürgermeisterin Margareta Böckh, dass es einen Integrationsbeauftragten geben soll und auch ein Integrationsbüro. Böckh betonte, dass der Beirat kein selbständiges Verwaltungsorgan sein könne. Man müsse das Gremium nah an der Stadtverwaltung ansiedeln. Stadtrat Ivo Holzinger (SPD) fügte an, dass sich der Vorsitzende des Beirats durchaus im Rahmen der freien Meinungsäußerung selbständig nach außen äußern könne. Finanzielle Ausgaben müsse man über die Stadtverwaltung anstoßen und regeln.

Letztes Wort hat der Gesamtstadtrat

Am Ende befürworteten die Ausschuss-Mitglieder die Einrichtung eines Integrationsbeirats und den Aufbau einer städtischen Koordinierungsstelle für Integration. Ebenso die Erstellung eines Integrationskonzepts für die Stadt Memmingen. Der Stadtrat soll noch in diesem Jahr über das Projekt beraten und entscheiden.