Neue Grenze soll an Streckenführung der A 96 angepasst werden

Memmingerberg/Trunkelsberg: Der neue Grenzverlauf sorgt für Diskussion

Mit dem Flächentausch würde die Gemeinde Memmingerberg um rund 500 Quadratmeter wachsen.

Mit dem Flächentausch würde die Gemeinde Memmingerberg um rund 500 Quadratmeter wachsen.

Bild: Birigit Schindele

Mit dem Flächentausch würde die Gemeinde Memmingerberg um rund 500 Quadratmeter wachsen.

Bild: Birigit Schindele

Die Memmingerberger Räte haben die Entscheidung über den Flächentausch mit der Nachbargemeinde Trunkelsberg vertagt. Einige offene Fragen müssen geklärt werden.
02.08.2021 | Stand: 08:19 Uhr

Eine mögliche Änderung der Gemeinde- und Gemarkungsgrenze zwischen Trunkelsberg und Memmingerberg ist beim Memmingerberger Ratsgremium nicht auf ungeteilte Zustimmung gestoßen. Daher vertagten die Räte in der jüngsten Sitzung das Thema. Zunächst sollen offene Fragen geklärt werden. Im Fokus stehen dabei etwaige Lärmbelastungen und mögliche Sonnenspiegelungen aufgrund einer geplanten Photovoltaik-Anlage in Richtung des Wohngebiets am Sponellenweg.

Bürgermeister Alwin Lichtensteiger erläuterte zu Beginn, dass es sich im Prinzip um eine sinnvolle Anpassung der Gemeindegrenzen handelt. Letztlich bilde die Autobahn A 96 ohnehin eine natürliche und sichtbare Grenze zwischen Memmingerberg und Trunkelsberg. „Man hätte den Gebietsverlauf schon während der Bauzeit der Autobahn an die damals neuen Gegebenheiten anpassen sollen“, betonte Lichtensteiger. Letztlich verhält es sich so, dass die Memmingerberger Gemeindeflur teilweise bis an die Wohnbebauung in Trunkelsberg heranreicht. Andererseits erstreckt sich die Trunkelsberger Flur auch auf Flächenbereiche, die südlich der Autobahn A 96 liegen. Für die Trunkelsberger stellt dies oftmals ein Problem dar, etwa bei Bauleitplanungen oder Änderungen des Flächennutzungsplans. Die hierfür vorgesehenen Flächen liegen zwar nördlich der A 96, aber zum Teil auf Memmingerberger Flur. Daher wird aus Sicht des Trunkelsberger Gemeinderats eine Änderung der Grenzen erforderlich.

Entsprechend hatte das Ratsgremium bereits in der Juni-Sitzung einer favorisierten Lösungsvariante zugestimmt. Der Beschluss stand allerdings unter dem Vorbehalt, dass auch die Memmingerberger Räte zustimmen.

Vorgehensweise der Räte in Trunkelsberg nicht nachvollziehbar

Die Art und Weise, wie der Trunkelsberger Gemeinderat vorgegangen ist, sei etwas aufgestoßen und nicht nachvollziehbar, hieß es nun in Memmingerberg. „Man hätte das Konzept vor einer Beschlussfassung zusammen bereden und den Inhalt sauber abklären sollen.“

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Laut Bürgermeister Lichtensteiger ist es das Ziel, dass sich Trunkelsberg weiterentwickeln kann und Memmingerberg dadurch keinen Nachteil hat. Letztlich geht es auf Trunkelsberger Seite um die Ausweisung von Flächen für Gewerbeansiedlung und Mischgebiete sowie auch für eine Wohnbebauung.

Die neue Grenze soll weitestgehend an die Streckenführung der A 96 angepasst werden. Die betreffenden Flächenbereiche sind unbewohnt. Aus der Gemeinde Trunkelsberg sollen insgesamt 53 799 Quadratmeter aus- und in die Gemeinde Memmingerberg eingegliedert werden. Auf der anderen Seite sollen aus der Gemeinde Memmingerberg insgesamt 53 301 Quadratmeter der Gemeinde Trunkelsberg zugesprochen werden. Das würde bedeuten, dass Memmingerberg durch die Änderung des Grenzverlaufs um rund 500 Quadratmeter wächst.

Sind Wohnbaupläne nahe der Autobahn überhaupt umsetzbar?

CSU-Ratsmitglied Jürgen Tzschorn fragte nach, ob die Wohnbaupläne aus Trunkelsberg so nah an der Autobahn überhaupt umsetzbar sind und welche Maßnahmen für Lärmschutz getroffen werden müssten. Wenn die Pläne eventuell gar nicht zum Tragen kommen, müsse man den beträchtlichen Aufwand eines solchen, ebenfalls beträchtlichen Flächentauschs auch nicht auf sich nehmen. Tzschorn meinte, man solle dies vorher klären. Geplant sei auch eine PV-Anlage mit Solartankstelle. Auch hier müsse man prüfen, dass es von gegenüberliegender Autobahnseite keine Lärmrückkoppelung und Blendwirkung in Richtung Memmingerberg beziehungsweise des Wohngebiets im Sponellenweg gibt. CSU-Rat Thomas Lämmle betonte, dass er aus diesen Gründen nicht zustimmen kann. „Wenn wir die Fläche aus der Hand geben, haben wir keinen Einfluss mehr.“

Rätin Bianca Hofmann (CSU) meinte dagegen, dass die Neuordnung der Gemeindegrenzen durchaus sinnvoll sei. Zweiter Bürgermeister Hermann Metzger erläuterte, dass die Flächen nördlich der Autobahn für Memmingerberg „tote Flächen“ sind, die man selbst nicht entwickeln werde. Wenn man die Flächen allerdings aus der Hand gibt, habe man keinen Einfluss mehr.

Das Memmingerberger Ratsgremium sprach sich am Ende einstimmig für eine Vertagung aus, damit noch offene Fragen geklärt werden können.