Kriminalität

Mutmaßlicher Sexualtäter in Memmingen festgenommen

In einem Rettungswagen soll ein Sanitäter eine hilflose Frau sexuell missbraucht haben.

In einem Rettungswagen soll ein Sanitäter eine hilflose Frau sexuell missbraucht haben.

Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

In einem Rettungswagen soll ein Sanitäter eine hilflose Frau sexuell missbraucht haben.

Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

Der Sanitäter soll eine hilflose Frau im Rettungswagen missbraucht haben. Warum es den Haftbefehl erst im zweiten Anlauf gab.
29.03.2021 | Stand: 12:40 Uhr

Eine stark betrunkene Mittzwanzigerin soll ein Rettungssanitäter des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) sexuell missbraucht haben. Seit dem Wochenende sitzt der 44-jährige Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Das bestätigt der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Andy Kögl, auf AZ-Anfrage. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, dem hilflosen Opfer im vergangenen Juli während der Fahrt ins Memminger Krankenhaus mit zwei Fingern den Vaginalbereich penetriert zu haben, obwohl dafür medizinisch keinerlei Notwendigkeit bestanden habe.

Die Frau erstattete daraufhin Anzeige. Ende November durchsuchten Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft die Wohnung des Tatverdächtigen und auch die Dienststelle des BRK in Memmingen, wo sie Unterlagen und Datenträger beschlagnahmten. Einen von der Staatsanwaltschaft beantragten Haftbefehl lehnte das Amtsgericht Memmingen mit der Begründung ab, es bestehe „kein dringender Tatverdacht“. Nach einer Beschwerde der Staatsanwalt bewilligte nun das Landgericht Memmingen den Haftbefehl.

Ob Anklage erhoben wird und wann ein Prozess stattfindet, ist noch unklar. „Die Ermittlungen laufen noch, es müssen unter anderem noch Zeugen vernommen werden“, sagt Kögl. Es gehe bisher um einen einzigen Tatvorwurf, betonte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der 44-Jährige sei auch nicht vorbestraft. Das BRK stellte den Mann seinerzeit nach Bekanntgabe der Vorwürfe mit sofortiger Wirkung frei. Der Tatverdächtige bestreitet die Vorwürfe gegen ihn.

Das BRK in Memmingen steht zudem in den Schlagzeilen, weil ein Mitarbeiter in mehreren hundert Fällen Opiate gestohlen haben soll.