Sicherheit

Nach diesen Geflüchteten hat die Polizei in Memmingen schon gefahndet

Die Polizei suchte in Memmingen unter anderem mit einem Hubschrauber nach dem Geflüchteten.

Die Polizei suchte in Memmingen unter anderem mit einem Hubschrauber nach dem Geflüchteten.

Bild: Ralf Lienert (Symbol)

Die Polizei suchte in Memmingen unter anderem mit einem Hubschrauber nach dem Geflüchteten.

Bild: Ralf Lienert (Symbol)

Ein Verdächtiger springt am Freitag aus einem Fenster der Memminger Polizeiinspektion und flieht. Welche ähnlichen Fälle es in der Vergangenheit schon gab.
12.01.2021 | Stand: 17:25 Uhr

Etwa vier Stunden lang war der 41-Jährige auf der Flucht. Am Freitag sprang er aus einem Fenster der Polizeiinspektion Memmingen etwa fünf Meter in die Tiefe. Die Beamten suchten den Mann, der im Verdacht steht, einen Stein auf ein Fahrzeug auf der A96 geworfen zu haben, mit Streifenwagen und Hubschrauber – und nahmen ihn schließlich wieder fest.

Polizei hält sich mit Aussagen zur Flucht bedeckt

Aber wie konnte es dazu kommen? Die Polizei hält sich bedeckt. „Im Rahmen der weiteren polizeilichen Maßnahmen nutzte der Mann eine günstige Gelegenheit und sprang aus einem Fenster im ersten Stock“, teilt die Pressestelle des Präsidiums Schwaben Süd-West mit. Zu taktischen Abläufen und Einsatzstärken könne man sich mit Blick auf künftige Einsätze nicht äußern, insbesondere auch aus Gründen der Eigensicherung.

Auf die Frage, ob nach der Flucht bauliche Änderungen an der Dienststelle geplant sind, antwortet Pressesprecher Dominic Geißler: „Die Gestaltung der Dienstgebäude unterliegt gesetzlichen Anforderungen, die auch in einem hohen Maß sicherheitsrelevante Bedürfnisse erfüllen.“ Allerdings sei eine Polizeidienststelle kein Gefängnis. „Wenn ein Gebäude hermetisch abgeriegelt ist, wird bei einem möglichen Brand eine Rettung im Haus befindlicher Personen entsprechend erschwert. Hier muss also immer ein Spagat geschlagen werden.“

Ein 22-Jähriger rannte 2020 in Handschellen vor der Memminger Polizei weg

Die Geschehnisse erinnern an einen Fall im Februar 2020. Damals sollte ein 22-Jähriger einem Haftrichter am Memminger Amtsgericht vorgeführt werden. Auf dem Weg zum Gericht trug er Handschellen. Dennoch rannte der Mann los, als die Polizisten ihn aus dem Auto ausstiegen ließen. Ein Polizeisprecher bezeichnete den Mann damals als „sehr flink“. Weit kam er dennoch nicht. Mitglieder der Bereitschaftspolizei, die wegen eines anderen Einsatzes in Memmingen waren, unterstützten ihre Kollegen bei der Fahndung. Mit Erfolg: Der 22-Jährige wurde bald darauf gestellt.

Doch was, wenn die Polizisten den Geflohene nicht wieder festnehmen können? In einem solchen Fall wäre etwa eine Öffentlichkeitsfahndung möglich, bei der die Polizei Name und Bild der gesuchten Person veröffentlicht. Dies geschieht in der Region immer wieder. Häufig sucht die Polizei dabei allerdings nach Vermissten – eher selten nach flüchtigen Straftätern.

Zwei Männern gelingt 2019 die Flucht aus dem Gefängnis

Doch auch das kam in Memmingen schon vor. Im August 2019 kletterten zwei Häftlinge während eines Hofgangs über die sieben Meter hohe Mauer der Justizvollzugsanstalt in der Stadt. Die Polizei suchte mit einem Großaufgebot nach den Männern, diese schafften es jedoch, für kurze Zeit unterzutauchen. Nach einem Hinweis aus der Bevölkerung schnappte die Polizei einen Tag später zunächst den einen, dann den andern Flüchtigen im Unterallgäuer Ort Frickenhausen.