Rekultivierung

Nach Kiesabbau: Bei Westerheim soll wertvoller Naturraum entstehen

Die ausgebeutete Kiesgrube östlich von Westerheim soll in den kommenden zehn Jahren mit unbedenklichem Material bis auf das ursprüngliche Geländeniveau verfüllt und rekultiviert werden. So sollen ökologisch wertvolle Lebensräume für selten gewordene Tier- und Pflanzenarten entstehen.

Die ausgebeutete Kiesgrube östlich von Westerheim soll in den kommenden zehn Jahren mit unbedenklichem Material bis auf das ursprüngliche Geländeniveau verfüllt und rekultiviert werden. So sollen ökologisch wertvolle Lebensräume für selten gewordene Tier- und Pflanzenarten entstehen.

Bild: Franz Kustermann

Die ausgebeutete Kiesgrube östlich von Westerheim soll in den kommenden zehn Jahren mit unbedenklichem Material bis auf das ursprüngliche Geländeniveau verfüllt und rekultiviert werden. So sollen ökologisch wertvolle Lebensräume für selten gewordene Tier- und Pflanzenarten entstehen.

Bild: Franz Kustermann

In einem Gebiet östlich von Westerheim ist der Kiesabbau seit 2019 abgeschlossen. Nun soll dort die Natur zu ihrem Recht kommen - und zwar innerhalb von zehn Jahren, fordern die Gemeinderäte.
08.08.2020 | Stand: 15:00 Uhr

Ein Areal östlich von Westerheim soll nach der Nasskiesausbeute vollständig wieder verfüllt werden: Das hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Demnach muss das frühere Geländeniveau der Fläche wiederhergestellt werden – ebenso ihre Nutzbarkeit als „extensive Wiese für die ökologische Landwirtschaft“. Bis zur Umsetzung dieser Punkte legte das Gremium eine Frist von maximal zehn Jahren fest.

Laut Bürgermeisterin Christa Bail ist es in dem Bereich nur zulässig, bei Nasskiesabbau die Grube mit „unbedenklichem Material aus der betreffenden Gegend“ zu füllen. Das Unternehmen Lutzenberger als Bauwerber beabsichtige, dort Kiesschlamm einzusetzen, der vom Waschen des Rohmaterials aus dem benachbarten Kieswerk Schlegelsberg stamme. Der Waschschlamm gelte in der Wasserwirtschaft als „absolut sauberes Material aus unserer Gegend“. Oben aufgebracht, würde nach etlichen Jahren aus dem Kiesschlamm wieder guter Boden, sagte die Gemeindechefin.

Keine Bäume und Sträucher

Nach der Auffüllung sollen sich ihren Worten zufolge mithilfe der extensiven – also naturverträglichen – Nutzung „wertvolle ökologische Lebensräume für selten gewordene Tier- und Pflanzenarten bilden“. Nach dem Willen der Räte soll die Fläche mindestens zweimal jährlich gemäht werden. Daher wird das Grünland auch nicht mit Bäumen oder Sträuchern bepflanzt. Vereinzelt seien jedoch kleinere Bodensenken vorgesehen als „Lebensräume für ganz besonderes Getier“.

Der jetzige Wasserbereich wird mit Kieswaschschlamm und Abraum aufgefüllt. Oberhalb des Wasserbereiches kann laut Bail aber auch eine Wiederverfüllung mit „Fremdmaterial Z-0“, also unbelastetem Boden, erfolgen. Im Jahr 2019 wurde in der Grube der Nasskiesabbau bereits beendet. Nach Genehmigung der jetzigen Tektur (Änderung des Bauantrags) soll das Gelände nun vollständig verfüllt werden. Bisher habe sich das Wasserwirtschaftsamt immer dagegen gesträubt. Mit dem neuen „Leitfaden zur Wiederverfüllung“ sei das jetzt aber möglich geworden.

Gemeinderat pocht auf schnellere Umsetzung

119 200 Kubikmeter Material seien dafür notwendig. Dem Bauantrag zufolge werden 13 Jahre für die Verfüllung und weitere zwei Jahre für die Rekultivierung benötigt. So lange wollen die Räte aber nicht warten und forderten in ihrem Einvernehmen, dass in zehn Jahren alles abgeschlossen sein muss.

Weiter westlich von dem betreffenden Areal soll eine größere Wasserfläche hingegen offengehalten werden: Hier soll nach dem Wunsch der Räte – ähnlich wie bei Attenhausen – ein Badesee entstehen.