Trunkelsberg

Neubaugebiet: Initiative sammelt Unterschriften

TB Lokales geplantes Baugrundstück zwischen Weiher - und Waldstraße

Ein rund 15 000 Quadratmeter große Baugebiet im Norden von Trunkelsberg ist derzeit umstritten.

Bild: Foto: Rebhan

Ein rund 15 000 Quadratmeter große Baugebiet im Norden von Trunkelsberg ist derzeit umstritten.

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Diskussion In Trunkelsberg bahnt sich ein Bürgerentscheid an. Projektgegner wehren sich gegen Änderung des Bebauungsplans. Rathauschef Roman Albrecht hingegen sieht darin eine einmalige Chance für die Gemeinde
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Von VerEna Kaulfersch und Johannes Schlecker
06.04.2020 | Stand: 14:57 Uhr

In Trunkelsberg bahnt sich ein Bürgerentscheid an. Stein des Anstoßes ist ein neues Baugebiet beziehungsweise die Änderung des Bebauungsplans für das rund 15 000 Quadratmeter große Areal, das sich im Norden der Gemeinde befindet. Gegner des Projekts haben ein Bürgerbegehren auf den Weg gebracht, dafür gut 300 Unterschriften gesammelt und diese schließlich an Bürgermeister Roman Albrecht übergeben. Damit sei das notwendige Quorum wohl erfüllt, so der Rathauschef.

Die Initiative befürchtet unter anderem, dass sich das Bauvorhaben des Investors, der VR-Bank Memmingen, nicht in die vorhandene Wohnbebauung in der näheren Umgebung einfügt sowie ein erhöhtes Verkehrs- und Parkaufkommen. Zudem habe das Projekt „erhebliche Folgen“ für die Infrastruktur der Gemeinde, wie im Bürgerbegehren nachzulesen ist. Darüber hinaus zweifeln die Gegner daran, dass es eine große Nachfrage nach Seniorenwohnungen gibt, die in dem neuen Plan aufgeführt sind, da ein seniorengerechtes Umfeld fehle. Gegenüber derMZ wollten sich die Initiatoren allerdings nicht zu ihren Bedenken äußern.

Sitzung am Mittwoch

Der Gemeinderat hat der Änderung des Bebauungsplans bereits zugestimmt und könnte seinerseits dem Bürgerbegehren laut Albrecht ein Ratsbegehren entgegensetzen (sieheInfokasten). Die Mehrzahl der Gemeinderäte war bei einer Sitzung im März jedenfalls bereits der Meinung, dass dies auf jeden Fall geschehen soll. Eine Entscheidung könnte nun in der Sitzung am kommenden Mittwoch, 8. April, im Schützenheim ab 19.30 Uhr fallen. Der Bebauungsplan wurde dahingehend geändert, dass nun gut 60 anstatt rund 40 Wohneinheiten entstehen. Laut Albrecht waren im alten Plan ursprünglich 16 Doppelhäuser à zwei Wohneinheiten sowie neun Doppelhaushälften vorgesehen. Geplant sind nun 40 barrierefreie Wohneinheiten für altersgerechtes Wohnen und 20 Wohneinheiten für jüngere Familien. Zudem sind aktuell zwei Stellplätze je Wohneinheit eingeplant sowie zwölf öffentliche Parkplätze. In der ursprünglichen Planung war es ein Stellplatz pro Wohnung.

Es sei etwas ausgehandelt worden, das für beide Seiten passt – für Investor und Gemeinde, so schildert Bürgermeister Albrecht seine persönliche Sicht der Dinge und spricht von einem „guten Konzept“. Es bestehe Bedarf an Nachverdichtungen im Ortszentrum, aber es seien kaum noch Möglichkeiten dafür vorhanden. Das aktuelle Projekt jedoch biete eine solche und dies ist nach seinen Worten mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung wichtig. Denn zusätzlicher Wohnraum spielt laut Albrecht nicht nur eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, auch in Zukunft die nötigen Kinderzahlen für Kindergarten und Schulklassen zusammenzubekommen.

Der Rathauschef denkt dabei auch an die wachsende Zahl älterer Bürger, für die barrierearme Wohnungen entstehen würden. Die Kritik an der Gestaltung der Wohnungen, wonach hier eine zu stark verdichtete Bauweise zum Einsatz komme, teilt Albrecht nicht. Auch sei in die überarbeitete Fassung des Plans auf Anregung der Anwohner hin ein Fußweg aufgenommen wurden, wodurch weiterhin eine schnelle Verbindung in die Ortsmitte – etwa zu Schule oder Kindergarten – erhalten bleibe. Damit soll Albrecht zufolge auch vermieden werden, dass wegen der baulichen Veränderungen in der Ortsmitte die Menschen vermehrt mit dem Auto unterwegs sein müssen. Mit dem Besitzer des betreffenden Grundstücks, auf dem der Fußweg entstehen soll, hat Albrecht verhandelt. Demnach hat der einer Tausch-Aktion zugestimmt und würde das Gelände hergeben.

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Albrecht spricht auch die Bedenken an, die sich gegen die bislang vorgesehene Verkehrsführung im Bebauungsplan richten. Sie waren auch bei einer Informationsveranstaltung der VR-Bank geäußert worden, die noch vor Inkrafttreten von Versammlungs- und Veranstaltungsverbot sowie Ausgangsbeschränkungen stattgefunden hatte (wir berichteten). Der Rathauschef verweist hier darauf, dass die VR-Bank, die als Baulandentwickler fungiert, bereits reagiert hat: Sie hatte nach der Veranstaltung mitgeteilt, dass es statt nur einer nun zwei Zufahrtsmöglichkeiten zum geplanten Baugebiet geben werde, um die Verkehrsbelastung gleichmäßiger zu verteilen.

Albrecht sieht in dem Bauprojekt eine „einmalige Chance“, die sich der Gemeinde andernfalls nicht mehr so schnell bieten würde.