Lautrach

Neue Turnhalle soll 4,5 Millionen Euro kosten

Rund 4,5 Millionen Euro will die Gemeinde Lautrach in eine neue Zweieinhalbfach-Turnhalle investieren. Dazu müsste die bestehende Mehrzweckhalle am Kirchberg abgerissen und der Hang zur Dilpersrieder Straße etwas abgegraben werden.

Rund 4,5 Millionen Euro will die Gemeinde Lautrach in eine neue Zweieinhalbfach-Turnhalle investieren. Dazu müsste die bestehende Mehrzweckhalle am Kirchberg abgerissen und der Hang zur Dilpersrieder Straße etwas abgegraben werden.

Bild: Franz Kustermann

Rund 4,5 Millionen Euro will die Gemeinde Lautrach in eine neue Zweieinhalbfach-Turnhalle investieren. Dazu müsste die bestehende Mehrzweckhalle am Kirchberg abgerissen und der Hang zur Dilpersrieder Straße etwas abgegraben werden.

Bild: Franz Kustermann

Architekt stellt Pläne im Lautracher Gemeinderat vor. Der Startschuss könnte 2022 fallen. Wo es bei den Kosten noch Unsicherheiten gibt.

28.07.2020 | Stand: 12:01 Uhr

Nachdem sich die Gemeinde Kronburg beim sogenannten Adler-Areal (nahe der Schule) für den Bau einer eigenen Schulturn- und Mehrzweckhalle ausgesprochen hat, macht auch die Nachbargemeinde Lautrach Nägel mit Köpfen: Architekt Dieter Brüggemann stellte in der jüngsten Ratssitzung Pläne für den Neubau einer Zweieinhalbfach-Turnhalle am jetzigen Standort an der Kirchtalstraße vor. Auf rund 4,5 Millionen Euro wird die Investition für die neue Halle samt Anbau geschätzt, die ermöglichen soll, dass zeitgleich vier unterschiedliche Gruppen dort Sport treiben können. Die reinen Baukosten für das 45 mal 23 Meter große Gebäude würden sich nach „relativ sicheren Erfahrungswerten“ auf rund 3,5 Millionen Euro netto belaufen, sagte der Architekt. Ihm zufolge wären über einen Fußweg sämtliche der auf zwei Ebenen verteilten Räume barrierefrei und ohne Aufzug erreichbar.

Die neue Halle am jetzigen Standort wird der Planung zufolge in Nord-Süd-Richtung erstellt. Dazu muss der Hang an der Dilpersrieder Straße etwas abgegraben werden. Während Brüggemann zufolge die rund 1000 Quadratmeter große Halle in Holzrahmen-Bauweise entsteht, solle der etwas niedrigere Anbau größtenteils mit Sichtbeton-Fertigteilen errichtet werden.

Bei der Halle, die als Konstruktion mit Stützpfeilern errichtet wird, ist laut dem Planer trotz der Gebäudehöhe keine spezielle Windaussteifung erforderlich, da die Anbindung an den Anbau für eine Stabilisierung sorge. Auf der Westseite des Anbaus gibt es einen zentralen Eingang, vom Foyer aus führt eine Treppe ins Obergeschoss. Im Erdgeschoss des Gebäudes befindet sich ein zentral gelegener, 100 Quadratmeter großer Geräteraum. Überdies sind Umkleiden mit Duschen und Toiletten zweifach vorhanden, sodass sie unabhängig voneinander von zwei verschiedenen Gruppen gleichzeitig genutzt werden können.

Während die Halle laut Brüggemann eine Raumhöhe von bis zu sieben Metern erreicht, messen im Anbau die übrigen – nach seinen Worten ebenfalls „lichtdurchfluteten“ – Räume für die kleineren Gruppen nur eine Höhe von bis zu vier Metern. Durch eine „Fenster-Querlüftung“ sei auch ohne kostspielige Lüftungsanlage binnen fünf Minuten ein Luftaustausch gewährleistet.

Das Obergeschoss des Anbaus erschließt von der Nordseite her auch ein barrierefreier, überdachter Zugang. Zu finden sind in diesem Geschoss ein Gymnastikraum (109 Quadratmeter), ein Konferenzraum (90 Quadratmeter), außerdem wiederum Umkleiden, Toiletten und Duschen sowie ein Sitzungssaal (74 Quadratmeter) mit angegliedertem Büro. Am Übergang zwischen Halle und Obergeschoss des Anbaus verläuft eine Empore: Sie dient einerseits als Zuschauertribüne mit freiem Blick in die Halle, andererseits verbindet sie alle Räume in dem kleineren Bau und ermöglicht ungestörten Zugang zu allen Bereichen.

Zusätzliche Parkplätze denkbar

Die Fassade der Halle wird unten in Holz, im oberen Bereich mit Glas und Fassadenplatten gestaltet. Für den Anbau sehen die Pläne laut dem Architekten Sichtbeton ohne Putz vor. Auf dem Hallendach könnte eine Photovoltaikanlage zur Eigenstromversorgung installiert werden. Brüggemann zufolge könnte dabei die bisherige Anlage wiederverwendet werden. Der Hallenboden soll mit einer Fußbodenheizung ausgestattet werden. 30 Parkplätze werden möglichst nah an der Halle bereitgestellt – denkbar sind laut dem Architekten auch zehn zusätzliche Längsplätze entlang der Dilpersrieder Straße.

Mit Blick auf die Kosten sieht der Planer nur im Abbruch der bestehenden Halle und bei den Erdarbeiten am Hang einen gewissen Unsicherheitsfaktor: Für den Abbruch rechnet er mit etwa 317 000 Euro, für Erdarbeiten am Hang veranschlagt er circa 80 000 Euro. Bis Mitte 2021 dürften laut dem Architekten die Vorarbeiten für Planung und Beantragung der Zuschüsse abgeschlossen sein – der TSV Lautrach/Illerbeuren als Bauherr kann mit 50 Prozent der förderfähigen Kosten rechnen. 2022 könnte der Bau starten, 2023 abgeschlossen sein. Am 10. August soll das Projekt auch dem Kronburger Gemeinderat vorgestellt werden: Denn 511 Mitglieder des TSV kommen aus Kronburg (Lautrach: 411, andere Gemeinden: 229).

Lautrachs Bürgermeister Reinhard Dorn hofft, dass Kronburg deshalb auch finanziell in das „Lautracher Projekt“ eingebunden werden kann. Darüber, wie das geschehen könnte, wurde im Lautracher Rat vorerst „nichtöffentlich“ beraten. Der Bürgermeister rechnet damit, dass die finanziellen Modalitäten bereits bei einer öffentlichen Sitzung des Gremiums im September beschlossen werden können.