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Norma und Fristo Getränkemarkt wollen in Ottobeuren umziehen

Auf diesem Areal in Ottobeuren im Bereich „Gewerbegebiet Nord-Ost“ soll ein Sondergebiet ausgewiesen und damit der Neubau für einen ortsansässigen Lebensmittelmarkt ermöglicht werden.

Auf diesem Areal in Ottobeuren im Bereich „Gewerbegebiet Nord-Ost“ soll ein Sondergebiet ausgewiesen und damit der Neubau für einen ortsansässigen Lebensmittelmarkt ermöglicht werden.

Bild: Brigitte Unglert-Meyer

Auf diesem Areal in Ottobeuren im Bereich „Gewerbegebiet Nord-Ost“ soll ein Sondergebiet ausgewiesen und damit der Neubau für einen ortsansässigen Lebensmittelmarkt ermöglicht werden.

Bild: Brigitte Unglert-Meyer

Ratsmitglieder stimmen der Ausweisung eines Sonderareals für den Umzug mehrheitlich zu. Gegener befürchten dadurch einen versperrten Blick auf die Basilika.
Auf diesem Areal in Ottobeuren im Bereich „Gewerbegebiet Nord-Ost“ soll ein Sondergebiet ausgewiesen und damit der Neubau für einen ortsansässigen Lebensmittelmarkt ermöglicht werden.
Von Brigitte Unglert-Meyer
11.08.2020 | Stand: 12:00 Uhr

Die Umzugspläne eines ortsansässigen Discounters haben den Ottobeurer Marktgemeinderat beschäftigt: Damit der Discounter Norma und der Fristo Getränkemarkt auf ein Areal zwischen Langenberger und Stephansrieder Straße umsiedeln können, soll für diese Fläche im Bebauungsplan „Gewerbegebiet Nord-Ost“ ein Sondergebiet ausgewiesen werden. Den entsprechenden Aufstellungsbeschluss fasste das Gremium mit zwölf zu sechs Stimmen. Dagegen votierten nicht nur Ratsmitglieder von Bündnis 90/Grüne, sondern auch von SPD, Freien Wählern und CSU – also aus allen vier Fraktionen. Der Bauantrag für den Neubau von Norma- und Fristo-Markt kommt – in Übereinkunft mit dem Antragsteller – zu einem späteren Zeitpunkt nochmals auf den Tisch.

Konkrete Entscheidung für den Neubau in Ottobeuren steht noch aus

Mit der Bauvoranfrage von Norma und Fristo für den Neubau hatte sich der Marktgemeinderat bereits im Mai 2018 befasst. Der nun vorliegende Bauantrag für das Geschäft wurde zwar behandelt – schließlich aber zurückgestellt. Erst wenn ein geänderter Bebauungsplan vorliegt, soll konkret über das Vorhaben beraten werden.

Nach den Worten von Bauamtsleiter Alois Spöttle will die Marktgemeinde mit diesem Vorhabenbezogenen Bebauungsplan den ersten Schritt tun, damit der Umzug an den neuen Standort realisiert werden kann. Die Kosten für den Bebauungsplan trage der Antragsteller. Nötig sei die Neuausweisung, da für dieses Baugebiet eine Veränderungssperre gilt: Sie beschränkt Vorhaben auf die Größe von 800 Quadratmetern. Für größere Bauprojekte muss ein Sondergebiet ausgewiesen werden.

Discounter könnte den Blick auf die Basilika Ottobeuren behindern

„Wir brauchen dort keinen Einkaufsmarkt, eher anderswo“, eröffnete Karl Erdle (SPD) die Debatte im Gremium. Man dürfe auch „nicht noch weiter rausgehen“. Dagmar Lübeck (Freie Wähler) monierte die Dachhöhe von über zehn Metern. Diese könne den Blick auf die Basilika behindern, lautete ihre Befürchtung. Nach Meinung von Otto Wanner (Freie Wähler) sollten die neun Meter Firsthöhe gemäß dem bestehenden Bebauungsplan eingehalten werden. Er bemängelte außerdem die Anordnung der 105 Stellplätze. Andrea Bitzer (Bündnis 90/Grüne) verwies auf die Hanglage und geplante Mauern am Parkplatz. Durch diese ergebe sich vom Supermarktgelände in Richtung des benachbarten Radwegs für Fußgänger Sturzgefahr.

Ein Vertreter von Norma war unter den Zuhörern und ging auf Fragen zum Bauantrag ein. Ein Aspekt war dabei die weitere Nutzung des bisherigen Gebäudes in der Rudolf-Diesel-Straße: Da Norma bis ins Jahr 2038 Mieter bleibe, habe es das Unternehmen in der Hand, dafür zu sorgen, dass – wie von der Gemeinde gefordert – kein Lebensmittelmarkt nachfolgt. Vielmehr werde ein Non-Food-Händler einziehen, es drohe kein Leerstand. Was mögliche Beeinträchtigungen des Blick auf die Basilika anbelangt, verwies der Vertreter des Unternehmens darauf, dass Störungen eher durch die vorgeschriebenen umfassenden Pflanzungen von Bäumen und Sträuchern entstehen könnten.

Norma soll eine Verkaufsfläche von mehr als 1000 Quadratmetern haben

Der geplante Neubau in Kürze:

  • Größe: Das Gebäude mit Pultdach erstreckt sich über eine Fläche von circa 76 mal 35 Metern. Die Firsthöhe beträgt 10,2 Meter.
  • Verkaufsfläche: Für den Norma-Markt beläuft sie sich auf 1076 Quadratmeter, für den Fristo Getränkemarkt auf 405 Quadratmeter.
  • Parkplätze: Vorgesehen sind 105 nachgewiesene Stellplätze.
  • Erschließung: Die Zufahrt soll von der Stephansrieder Straße aus erfolgen. Eine im Grundbuch eingetragene „Reallast“ sieht in dem Bereich verpflichtend eine umfangreiche Begrünung vor.