Handball-Landesliga

Ottobeurer Handballer starten in die neue Saison

OB Handball Impressionen vom Training beim TSV Ottobeuren

Am Wochenende starten die Landesliga-Handballer des TSV Ottobeuren in die neue Saison. Das Bild entstand beim Training.

Bild: Siegfried Rebhan

Am Wochenende starten die Landesliga-Handballer des TSV Ottobeuren in die neue Saison. Das Bild entstand beim Training.

Bild: Siegfried Rebhan

Die Ligen-Einteilung macht dem Ottobeurer Trainer Gunther Kotschmar Sorgen. Für das erste Spiel sieht er sein Team aber gut aufgestellt.
15.09.2021 | Stand: 14:30 Uhr

Nach zwei wegen der Corona-Pandemie abgebrochenen Spielzeiten starten die Ottobeurer Landesliga-Handballer am Samstag, 18. September, einen neuen Versuch. Beim TSV Niederraunau wollen die Schwarz-Gelben im ersten Punktspiel nach etwa einem Jahr gemeinsam mit Trainer Gunther Kotschmar das Handballfieber wieder entfachen. Unsere Redaktion hat beim TSV Ottobeuren (TSVO) nachgefragt, welche Änderungen es im Team gebe, wie es um die Motivation stehe und welche Chancen sich die Mannschaft in der neuen Spielzeit ausrechne.

Nun war lange Pause: Wie schnell hat das Ottobeurer Team wieder in den Handball-Rhythmus gefunden?

Trainingseinheiten in großen Gruppen waren lange nicht erlaubt und regelmäßige private Fixtermine gehörten nicht mehr zum Alltag. Von null Trainings in der Woche auf drei bis vier ist es daher eine enorme Umstellung, an die es sich erst wieder zu gewöhnen gilt. „In der Tat war es für einige Spieler nicht einfach, den Rhythmus und die Verbindlichkeit wieder aufzunehmen“, gibt Ottobeurens Trainer Gunther Kotschmar zu. Die Motivation im Team sei zwar zu spüren, trotzdem habe er im Vergleich zu den Vorjahren mit relativ vielen Abwesenheiten von Spielern in der Saisonvorbereitung kämpfen müssen. Urlaube und verschobene Feierlichkeiten hätten da öfter mal mit Handball-Verpflichtungen kollidiert. Spätestens am Samstag, wenn es wieder um Punkte geht, sollte sich wohl bei allen Spielern die Motivation wieder aufbauen.

Wie ist die Liga einzuschätzen?

Nach dem vorzeitigen Ende der Saison 2019/20 hatte der Bayerische Handball-Verband (BHV) beschlossen, dass aus der Landesliga keine Mannschaften ab-, dafür aus der niedrigeren Bezirksoberliga Teams aufsteigen dürfen. Diese Entscheidung hatte zur Folge, dass die Liga in der Saison 2020/21 aus 15 Mannschaften bestand. Nachdem auch diese Spielzeit vorzeitig beendet worden war, änderte der Verband die Struktur nochmals grundsätzlich und untergliederte die Landesliga Bayern in drei Zehner-Gruppen statt zwei 15er-Gruppen. Die Erste Herrenmannschaft des TSV Ottobeuren spielt demnach nun in einer Art Süd-West-Bayernliga. TSVO-Trainer Gunther Kotschmar erwartet „ein Hauen und Stechen“, denn aus seiner Sicht sind die vier schwächsten Mannschaften in den Osten umgruppiert worden. Mit dem TSV Göggingen hat sich zudem bereits ein Team frühzeitig aus dem Wettbewerb verabschiedet. Sorgen macht dem Coach die Aufsteiger-/Absteiger-Regelung. Von den neun Teams steigt eine Mannschaft auf, die letzten drei ab.

Um die Liga zu halten, müssten die Unterallgäuer also mindestens Rang sechs erreichen. „Ich vermute, dass der TSV Allach Favorit ist, die haben einen bärenstarken Kader. Alle anderen Teams erwarte ich in etwa auf Augenhöhe, da kann jeder gegen jeden gewinnen, ohne dass ich besonders überrascht wäre“, bilanziert Gunther Kotschmar.

Welches Saisonziel hat die Ottobeurer Mannschaft?

Für sein eigenes Team steckt Kotschmar – der starken Liga geschuldet – ein recht niedriges Ziel: möglichst früh einen Abstand zu den Abstiegsrängen herstellen. Außerdem möchte er, dass sein Team jedes Heimspiel gewinnt. Denn so würden keine Sorgen auftreten.

Wo liegen Stärken und Schwächen des Kaders?

18 Mann zählt der Ottobeurer Kader in dieser Saison. Damit ist das Team grundsätzlich gut aufgestellt. Aber wie vielfältig und fit ist die Bank? Stärken sieht der Verein vor allem im guten Torwartgespann, bestehend aus Thoran Mayer und Dino Zubac. „Ich glaube auch, dass wir ab dem ersten Saisonspiel eine starke Erste Sechs auf allen Positionen aufbieten können: Goran Danicic als Spielmacher und Marcel Heil als torhungriger Vollstrecker tun uns gut“, sagt der Trainer. Dass Routinier Michael Höbel doch noch eine Saison drangehängt hat und Asim Kapic nach langer Verletzung wieder im Kader ist, lässt die Unterallgäuer aufatmen. Zu den Ottobeurer Urgesteinen gesellen sich allerdings auch ein paar Youngster, die für frischen Wind sorgen sollen. „Das wird spannend, deren Entwicklung zu sehen und wer sich hier in den Vordergrund spielt.“

Wie lief die Vorbereitung ab?

Vier- bis fünfmal in der Woche hat das Team seit Mitte Juni trainiert beziehungsweise gespielt. Lediglich in den ersten beiden August-Wochen wurde eine Pause eingelegt. Nachdem zunächst der Aufbau der Grundfitness auf dem Trainingsplan gestanden war, ging es zum Sommer hin dann viel um Taktik, die in zahlreichen Trainingsspielen umgesetzt wurde. Dabei konnten sich die Schwarz-Gelben immer wieder durchsetzen und beispielsweise Siege gegen den FC Bayern München (31:18), den TSV Niederraunau (25:23) sowie einen Schweizer Drittligisten (32:15) einfahren. Das 27:27 gegen Kotschmars Aufstiegsfavoriten SV Allach macht ebenfalls Mut. Ein zweites Testspiel gegen Auftaktgegner Niederraunau verloren die TSVO-Männer mit 27:30. In der Woche vor Saisonbeginn sind jetzt weitere Vorbereitungsspiele angesetzt, unter anderem in Kaufbeuren (Bezirksoberliga) und in Wangen (Verbandsliga Baden-Württemberg).

Saisonstart mit zwei Derbys: Fluch oder Segen?

Am 18. September gegen den TSV Niederraunau, am 25. September gegen die HSG Dietmannsried-Altusried: Die Ottobeurer Herren starten also, wenn man so will, direkt mit zwei Derbys in die neue Spielzeit. Das kann Fluch und Segen zugleich sein. Ottobeurens Trainer Kotschmar blickt dieser Tatsache aber gelassen entgegen und blendet den Derby-Charakter beider Spiele lieber aus: „Hinsichtlich unserer Spielgruppe ist es mir persönlich wirklich völlig egal, dass wir direkt gegen zwei geografische Nachbarn starten. Es sind ohnehin nur starke Mannschaften in der Gruppe, wir müssen sofort bei 100 Prozent sein.“

Für das Spiel beim Auftaktgegner im 40 Kilometer entfernten Niederraunau sieht er sein Team jedenfalls gut vorbereitet: „Wir sind auf Augenhöhe, das ist doch eine gute Ausgangsbasis.“ Beim zweiten Spiel, gegen die Oberallgäuer aus Dietmannsried und Altusried, sei er gedanklich noch gar nicht, versichert Kotschmar.