Architektur

Planer machen Abstriche bei Boardinghaus in Memmingen

Dieses Mehrfamilienhaus aus den 1950er Jahren an der Donaustraße in Memmingen soll umgebaut und als Boardinghaus genutzt werden.

Dieses Mehrfamilienhaus aus den 1950er Jahren an der Donaustraße in Memmingen soll umgebaut und als Boardinghaus genutzt werden.

Bild: Armin Schmid

Dieses Mehrfamilienhaus aus den 1950er Jahren an der Donaustraße in Memmingen soll umgebaut und als Boardinghaus genutzt werden.

Bild: Armin Schmid

Memminger Gestaltungsbeirat akzeptiert Planung für Umbau eines Mehrfamilienhauses aus den 1950er Jahren erst im zweiten Anlauf. Was vom ersten Entwurf bleibt.
22.12.2020 | Stand: 12:00 Uhr

In der Donaustraße soll ein Memminger Stadthaus in ein Boardinghaus umgewandelt werden. Die erste Planungsversion hatte der Memminger Gestaltungsbeirat in einer vorhergehenden Sitzung allerdings abgelehnt. Nach einer Änderung des Entwurfs gab das Gremium nun grünes Licht für die Weiterführung der Planung auf der bestehenden Basis.

Das Bauvorhaben umfasst den Umbau und die Aufstockung eines Wohn- und Geschäftshauses aus den 1950er Jahren zu einem modernen Boardinghaus. Das ist eine Art Apartment-Hotel, in dem die Zimmer und Wohnungen längerfristig vermietet werden, meist nutzen das Firmen für ihre Mitarbeiter. In der zweiten Beratungsrunde erläuterte Architektin Elisa Barz, dass in dem Mehrfamilienhaus nach dem Umbau sieben Apartments und eine zusätzliche Wohnung entstehen sollen.

Ein Tor zur Schönfeldstraße

Die Planerin sprach davon, dass man mit dem Vorhaben „ein Tor in die Schönfeldstraße“ schaffen wolle. Zudem begrenze das Gebäude das anliegende Wohngebiet. Gegenüber dem ursprünglichen Planungsentwurf habe man nun deutlich reduziert. Ursprünglich waren demnach an allen vier Seiten des Hauses Anbauten geplant. Laut der Architektin wäre so „die Optik eines modernen Stadthauses“ entstanden. Jetzt sei dies nur noch an der Süd-West-Seite der Fall. Der neue Baukörper bilde aber ein geeignetes Pendant zum Bestandsbauwerk.

Barz erläuterte, dass das Gebäude zwei Vollgeschosse haben wird. Das darüberliegende Dachgeschoss wird zudem einen Terrassenbereich erhalten. Das Treppenhaus wird zur Donaustraße hin außen an der Hausfassade angebracht beziehungsweise vorgelagert. „Wir wollen im Innenbereich nicht zu viel Wohnfläche verlieren“, sagte Barz. Die Südseite des neuen, vorgesetzten Gebäudetrakts wird mit großen Glasflächen versehen.

Positive Entwicklung

Beiratsmitglied Marina Hämmerle betonte, dass die Empfehlungen des Gestaltungsbeirats gut aufgenommen wurden und dass die neue Entwurfsplanung gut gelungen sei. Das Boardinghaus gliedere sich jetzt wesentlich besser in die Umgebungsbebauung ein. Auch hinsichtlich der Farbgebung habe die Planerin sich zurückgenommen. Beiratsmitglied Werner Binotto meinte, das Projekt habe sich sehr positiv entwickelt: „Die Gestaltungselemente korrespondieren gut miteinander“. Binotto regte an, das Dach traufständig zur Donaustraße hin zu drehen. So wäre ein Flächengewinn möglich.

Architektin Elisa Barz war da ganz anderer Meinung und lehnte dieses Ansinnen ab. Sie hält die Raumnutzung für nahezu optimal ausgestaltet. Beiratsmitglied Katja Aufermann fasste die Meinungen des Gestaltungsbeirats zusammen und betonte, dass die Planung für das Boardinghaus auf der bestehenden Basis weitergeführt werden kann.