Buxheim

Ramponierter Radweg an der Iller wird repariert

Illerradweg

Mehrere Jahre lang werden sich die Maßnahmen zur Beseitigung der „ökologischen Defizite an der Iller“ hinziehen: Der beliebte Iller-Radwanderweg bei Buxheim wurde bereits größtenteils saniert, nachdem er für notwendige Baugrunduntersuchungen in der Iller arg in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Bild: Franz Kustermann

Mehrere Jahre lang werden sich die Maßnahmen zur Beseitigung der „ökologischen Defizite an der Iller“ hinziehen: Der beliebte Iller-Radwanderweg bei Buxheim wurde bereits größtenteils saniert, nachdem er für notwendige Baugrunduntersuchungen in der Iller arg in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Bild: Franz Kustermann

Der Illerradweg wurde im Zuge der ökologischen Neugestaltung der Iller bei Buxheim in Mitleidenschaft gezogen. Das Wasserwirtschaftsamt bessert nach.

15.06.2020 | Stand: 11:58 Uhr

Auf einer Länge von insgesamt 57 Kilometern soll die Iller mit 59 Einzelmaßnahmen ökologischer gestaltet und für Fische und andere „aquatischen Lebewesen“ wieder durchgängiger werden (wir berichteten). Nachdem im Bereich Buxheim die Arbeiten zur Baugrunduntersuchung vorerst weitgehend abgeschlossen sind, wird von Radlern und Spaziergängern nun der Ruf nach „Nachbesserungen“ des beliebten Iller-Radwanderwegs laut. Auch Buxheims Bürgermeister Wolfgang Schmidt sieht den idyllisch gelegenen Weg „noch nicht eins zu eins wiederhergestellt“.

Wie der Gemeindechef berichtet, haben die schweren Baustellenfahrzeuge auf der Fahrt zur Iller den großteils im Besitz des Wasserwirtschaftsamts befindlichen Weg massiv beschädigt. Und einige Bereiche seien noch nicht wieder so hergestellt, wie sie vorher waren. Weil auch eine Straße in das Flussbett zur Iller gebaut werden musste, sei während der Bauzeit sogar eine „verkehrsrechtliche Anordnung“ zur Sperrung der Straße erlassen worden. Der Weg müsse nun aber „unbedingt nachgebessert“ werden.

Große Schlaglöcher aufgekiest 

Wie David Kempter vom Wasserwirtschaftsamt Kempten auf Anfrage mitteilt, sei der Weg tatsächlich arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Die größten Schlaglöcher seien aber inzwischen wieder aufgekiest worden. Demnächst soll noch feinerer Splitt verteilt werden, sodass der Fahr- und Wanderweg bald wieder von allen Freizeitsportlern uneingeschränkt benutzt werden könne.

Wie Kempter weiter berichtet, werden sich die geplanten Maßnahmen an und in der Iller allerdings noch Jahre hinziehen: Mit einem Investitionsvolumen von rund 70 Millionen Euro soll die Iller „durchgängiger und naturnaher gestaltet“ werden. Unter anderem sollen zwischen Aitrach und der Mündung der Iller in die Donau bei Ulm verschiedene „ökologische Defizite“ beseitigt werden, die in der Vergangenheit durch den zum Teil kanalmäßigen Ausbau des Flusses entstanden sind. Einzelne Uferabschnitte sollen zurückverlegt und damit die Lebensräume für Fische und andere Organismen spürbar verbessert werden.

Das Gewässerbett soll mit wechselnden Buchten, Steilufern und abgeflachten Zonen aufgeweitet und naturnah umgestaltet werden. Mit dem Wechsel von sanften Ruhebereichen sowie langsam und schnell abfließenden Abschnitten sollen zudem mehr Sauerstoff in das Gewässer gebracht sowie vielfältige Lebensräume für Pflanzen und Tiere geschaffen werden. Zudem sollen flache Uferböschungen den Fluss für Menschen leichter zugänglich und erlebbar machen. Flachwasserzonen und Kiesbänke sollen den Fischen als Laichplätze dienen. Zudem wird die Vernetzung mit sogenannten Altgewässern wiederhergestellt, was insbesondere bei Hochwasser den Jungfischen zugute kommen soll. Aktuell können Fische zum Beispiel bei Buxheim von der Iller nicht in das Seitengewässer „Neuer Bach“ wandern. Hier soll laut Kempter der Mündungsbereich durch Abflachung so umgestaltet werden, dass sich die beiden Gewässer besser verbinden können.

Die Kosten der Renaturierung von rund 70 Millionen Euro übernehmen der Freistaat Bayern und das Land Baden-Württemberg jeweils zur Hälfte.