Rettungssanitäter wird verdächtigt

Razzia beim Roten Kreuz in Memmingen - Frau sexuell missbraucht?

Die Räume des Bayerischen Roten Kreuzes in Memmingen durchsuchte die Kriminalpolizei am Montagmorgen.

Die Räume des Bayerischen Roten Kreuzes in Memmingen durchsuchte die Kriminalpolizei am Montagmorgen.

Bild: Matthias Becker

Die Räume des Bayerischen Roten Kreuzes in Memmingen durchsuchte die Kriminalpolizei am Montagmorgen.

Bild: Matthias Becker

Ein Notfallsanitäter steht im Verdacht, eine hilflose Frau sexuell missbraucht zu haben. Die Kripo durchsucht auch dessen Privatwohnung.
01.12.2020 | Stand: 08:47 Uhr

Besuch von Kripo und Staatsanwaltschaft bekam am Montag das Bayerische Rote Kreuz Unterallgäu in seiner Memminger Geschäftsstelle. Rund 15 Beamte durchsuchten das Gebäude und beschlagnahmten Unterlagen und Datenträger. Der Verdacht: Ein 44-jähriger Rettungssanitäter soll im vergangenen Juli eine hilflose Frau während eines Einsatzes im Rettungswagen sexuell missbraucht haben. Die Mittzwanzigerin hatte eine entsprechende Anzeige bei der Polizei erstattet. Nach Informationen der Allgäuer Zeitung habe sie während des Einsatzes bemerkt, wie sich ein Sanitäter an ihrem Unterleib zu schaffen gemacht habe - obwohl es dafür medizinisch keine Notwendigkeit gegeben habe. Die weiteren Ermittlungen wurden daraufhin vom für Sexualdelikte zuständigen Fachkommissariat der Kripo Memmingen übernommen, die letztlich zur Identifizierung des mutmaßlichen Täters führten.

Kurz vor 7 Uhr - es war noch dunkel - rückten die Fahnder am Montag passend zum Arbeitsbeginn der Rettungskräfte an und gingen in das BRK-Gebäude in der Donaustraße, sprachen dort mit Mitarbeitern und durchsuchten einige Räume. Wenige Minuten später führten zwei Polizisten den verdächtigen, nicht vorbestraften Rettungssanitäter zu einem Zivilfahrzeug am Hintereingang und fuhren mit ihm zu seiner Wohnung. Auch dort wurde nach belastendem Material gesucht.

Ob be- oder auch entlastendes Material gefunden wurde, steht noch nicht fest. Der Tatverdächtige äußerte sich laut Polizei bislang nicht zu den Vorwürfen. Nach seiner Vernehmung kam er wieder auf freien Fuß.

Die Geschäftsführung des BRK Unterallgäu reagierte „geschockt über die Vorwürfe“ gegen den 44-Jährigen. Dieser sei mit sofortiger Wirkung vom Dienst freigestellt worden. „Wir werden die Ermittlungen unterstützen“, sagte BRK-Geschäftsführer Wilhelm Lehner.

Razzia beim Roten Kreuz in Memmingen

Bereits im Januar stand das BRK Unterallgäu im Fokus der Kriminalpolizei. Ein 35-Jähriger wird beschuldigt, Opiate aus dem Bestand des Rettungsdienstes in Memmingen gestohlen zu haben - einige hundert Fälle werden ihm zur Last gelegt. Die Kripo stellte unter Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft bei einer Durchsuchung der Räume diverse Unterlagen und Dokumente sicher. In der Wohnung des Verdächtigen fanden die Ermittler einen Schlüssel für den Schrank der Opiate.

Nach bisherigem Stand hat der 35-Jährige die Schmerzmittel selbst konsumiert und nicht verkauft. Der Mann musste das BRK verlassen. Auch hier sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen.

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