Wahlkreis 257 Ostallgäu

Regina Leenders kämpft für Solidarität und Gerechtigkeit

SPD Memmingen

In ihrer Freizeit geht Regina Leenders gerne ins Fitnessstudio oder greift zuhause zu einem Buch. Die 30-jährige Schauspielerin lebt in Memmingen und möchte für die SPD in den Bundestag einziehen.

Bild: Uwe Hirt

In ihrer Freizeit geht Regina Leenders gerne ins Fitnessstudio oder greift zuhause zu einem Buch. Die 30-jährige Schauspielerin lebt in Memmingen und möchte für die SPD in den Bundestag einziehen.

Bild: Uwe Hirt

Die Memminger Schauspielerin Regina Leenders tritt für die SPD an. Warum sie einen Sandsack und Boxhandschuhe ihr Eigen nennt.
06.09.2021 | Stand: 09:00 Uhr

Regina Leenders hat einen Sandsack und Boxhandschuhe in ihrer Wohnung. Die 30-Jährige hält sich mit Kampfsport fit. „Ich mag das Zirkeltraining“, sagt die Schauspielerin – betont aber zugleich: „Ich bestreite keine Boxwettkämpfe.“

Dagegen scheue sie keine verbalen Auseinandersetzung, wenn es zum Beispiel darum geht, sich gegen Rechtsextremismus stark zu machen. Oder darum, sich für Menschen einzusetzen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Das sind nur zwei von vielen Gründen, warum die Mimin des Landestheaters Schwaben im Jahr 2017 in die SPD eingetreten ist und nun für den Bundestag im Wahlkreis Ostallgäu kandidiert.

Regina Leenders: "Lasten müssen gerecht verteilt werden"

Bei der Frage, warum sie sich damals für die Sozialdemokraten entschieden hat, muss Leenders nicht lange überlegen: „Die Partei steht für Werte wie Solidarität und Gerechtigkeit.“ Und sie verbinde im politischen Spektrum die Mitte und die Linke. Zudem habe die SPD für die kommenden 20 Jahre einen Plan, um die anstehenden Herausforderungen meistern zu können. Beispielhaft nennt sie die Klimakrise. Dass man auf erneuerbare Energien setzen und einen ökologischen Wandel vollziehen muss, stehe freilich außer Frage.

„Aber dieser Wandel darf nicht auf Kosten der Ärmsten gehen“, stellt Leenders klar. So müssten etwa höhere CO²-Preise auf Mieter und Vermieter umgelegt werden. Zugleich sollte es für Hausbesitzer entsprechend hohe staatliche Förderungen geben, wenn sie Öl- oder Gasheizungen gegen moderne Anlagen wie Wärmepumpen austauschen. „Die Lasten müssen gerecht verteilt werden“, sagt die 30-Jährige, deren Mutter sie und ihre drei älteren Brüdern nach der Scheidung allein großgezogen hat.

Für mehr Gerechtigkeit will sich die SPD-Kandidatin auch in etlichen anderen Feldern einsetzen. „Wir müssen ein Recht auf Arbeit etablieren, den Mindestlohn erhöhen und einen neuen Sozialstaat schaffen, der individuell schützt und unbürokratisch unterstützt.“ Alle Bürger sollten die gleichen Chancen auf Teilhabe und Bildung haben. Und da das nötige Geld dafür nicht vom Himmel regnen wird, muss nach Leenders Worten ein neues Steuerkonzept her.

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So plädiert die am Landestheater fest engagierte Schauspielerin für die Wiedereinführung der Vermögenssteuer für Bürger mit einem Nettovermögen ab zwei Millionen Euro. Dieser Personenkreis sollte pro Jahr ein Prozent seines Vermögens an den Staat und somit an seine Mitbürger abgeben. Darüber hinaus spricht sich Leenders für eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes von 45 auf 48 Prozent aus – und zwar ab einem Bruttoeinkommen von 250 000 Euro für Ledige und 500 000 Euro bei Eheleuten.

Gegen Spaltung und "Blasenbildung"

Mit Blick auf staatliche Zuschüsse ist es der Schauspielerin besonders wichtig, dass Subventionen für Theater und andere kulturelle Einrichtungen nicht gesenkt oder gar gestrichen werden. Hier müsse der Staat den Kommunen entsprechend unter die Arme greifen. Schließlich gehöre Kunst zu den elementaren Dingen in einer Gesellschaft. Sie diene eben nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der Bildung. Zudem biete sie Räume der Begegnung und des Dialogs. Dies sei gerade in unserer Gesellschaft, in der die Spaltung und Uneinigkeit stetig zunehme, von besonderer Bedeutung.

Damit meint Leenders nicht nur die wachsende Kluft zwischen Reich und Arm, sondern auch die „Blasenbildung“ im Internet. Dort würden sich immer mehr Menschen ausschließlich auf Plattformen informieren, auf denen sie lediglich in ihren Ansichten und Meinungen bestärkt und womöglich radikalisiert werden. Diesen Menschen fehle schlichtweg ein Teil der Realität, um sich wirklich eine eigene Meinung bilden zu können.

„Hier muss die Politik aufklären und stärker auf die Menschen zugehen“, sagt die SPD-Kandidatin. Sie habe im Wahlkampf bei Haustürgesprächen die Erfahrung gemacht, dass Menschen mit vorgefertigten Meinungen – etwa zu Corona – sich durchaus für andere Sichtweisen interessieren. Diese Art des direkten Bürgerdialogs möchte sie im Falle ihrer Wahl beibehalten. „Es lohnt sich immer dranzubleiben.“

Zur Person:

  • Alter: Regina Leenders wurde am 5. November 1990 in Recklinghausen geboren und wuchs in Braunschweig auf.
  • Beruf: Schauspielerin (Festengagement am Landestheater Schwaben in Memmingen seit 2016 unter ihrem Mädchennamen Regina Vogel)
  • Familienstand: Verheiratet
  • Partei: Regina Leenders trat im Jahr 2017 der SPD bei. Seit 2019 ist sie Vorsitzende der Jusos Memmingen-Unterallgäu. Zudem ist sie im Vorstand der Jusos Schwaben aktiv.
  • Hobbys: Lesen sowie Fitness- und Boxtraining – aber ohne Wettkämpfe zu bestreiten.
  • Infos: https://regina-leenders.spd.de. Zudem ist sie auf Instagram, Facebook, Twitter und Youtube zu finden.
  • Wahlkreis: Der Wahlkreis 257 Ostallgäu umfasst die kreisfreien Städte Kaufbeuren und Memmingen, den Landkreis Ostallgäu sowie die Städte Bad Wörishofen und Mindelheim. Darüber hinaus gehören zum Wahlkreis 257 die Unterallgäuer Gemeinden Amberg, Apfeltrach, Bad Grönenbach, Benningen, Böhen, Buxheim, Dirlewang, Eppishausen, Ettringen, Hawangen, Holzgünz, Kirchheim (Schwaben), Kronburg, Lachen, Lautrach, Legau, Markt Rettenbach, Markt Wald, Memmingerberg, Ottobeuren, Rammingen, Sontheim, Stetten, Türkheim, Trunkelsberg, Tussenhausen, Ungerhausen, Unteregg, Wiedergeltingen, Wolfertschwenden und Woringen sowie das gemeindefreie Gebiet Ungerhauser Wald.

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