Golfsport

Saisonstart der anderen Art in Memmingen und Ottobeuren

Die Golfer müssen in der Corona-Pandemie nicht auf ihren Sport verzichten. Allerdings gelten auch hier spezielle Auflagen. Indes sorgt Greenkeeper Daniel Weischedel dafür, dass der Golfplatz in Ottobeuren in Schuss bleibt.

Die Golfer müssen in der Corona-Pandemie nicht auf ihren Sport verzichten. Allerdings gelten auch hier spezielle Auflagen. Indes sorgt Greenkeeper Daniel Weischedel dafür, dass der Golfplatz in Ottobeuren in Schuss bleibt.

Bild: Thomas Weigert

Die Golfer müssen in der Corona-Pandemie nicht auf ihren Sport verzichten. Allerdings gelten auch hier spezielle Auflagen. Indes sorgt Greenkeeper Daniel Weischedel dafür, dass der Golfplatz in Ottobeuren in Schuss bleibt.

Bild: Thomas Weigert

Wie die heimischen Clubs mit der aktuellen Corona-Situation umgehen. Was Golfer jetzt beachten müssen.
Die Golfer müssen in der Corona-Pandemie nicht auf ihren Sport verzichten. Allerdings gelten auch hier spezielle Auflagen. Indes sorgt Greenkeeper Daniel Weischedel dafür, dass der Golfplatz in Ottobeuren in Schuss bleibt.
Von Theresa Osterried
09.04.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Das schlechte Wetter kommt unerwünscht für Daniel Weischedel. Letzte Woche noch 25 Grad, jetzt wieder Neuschnee. Er ist Greenkeeper und sorgt trotz der aktuellen Wetterschwankungen dafür, dass der Allgäuer Golf- und Landclub in Ottobeuren sich nach dem Winterschlaf wieder von seiner schönsten Seite zeigen kann. Seit dem 8. März ist Golf als Individualsportart wieder erlaubt – wegen der Corona-Pandemie aber nur unter Auflagen.

So ist etwa eine Voranmeldung Pflicht. Beim Ottobeurer Club kann man sich beispielsweise sowohl über die Website und via App als auch telefonisch anmelden. „Vor Ort erfolgt noch einmal eine persönliche Anmeldung im Büro, damit eine lückenlose Nachverfolgung der Platznutzung gewährleistet ist“, erklärt Club-Manager Johannes Siemenczuk. Wichtig sei auch die Beachtung der Hausordnung, worunter beispielsweise die Maskenpflicht bis zum ersten Abschlag fällt.

Ähnlich wird die Anmeldung auch im Golfclub Memmingen gehandhabt. Die Startzeiten können auf der Website oder per Telefon gebucht werden. „An sich funktioniert das gut“, sagt Clubmanager Christian Montén. Problematisch ist für ihn hauptsächlich die Abhängigkeit von den tagesaktuellen Inzidenzen. Die Buchungen im Startzeitensystem können bereits fünf Tage im Voraus erfolgen. Doch ob die Buchungen aufgrund der aktuellen Inzidenzen in der geplanten Form tatsächlich stattfinden können, das erfährt Montén „erst jeden Morgen um sechs“. Denn dann sind die neuen Zahlen für den Tag abrufbar und bestimmen das Tagesgeschehen des Golfplatzes. „Ein massiver Mehraufwand.“

Weniger Personen dürfen gemeinsam Golf spielen

Ab einer Inzidenz von über 100 sind nur Zweier-Flights (Golfsprache für Spielgruppe mit zwei Personen) im Abstand von sechs Minuten erlaubt. „Das nimmt dem Sport die soziale Komponente“, bedauert der Manager. Er ist froh, dass eine Öffnung mittlerweile wieder erlaubt ist. Aber die Möglichkeit über den Sport mit anderen soziale Kontakte zu pflegen, sei damit nicht gegeben. Entmutigen lasse man sich beim Club davon aber nicht. So werden beispielsweise Schnupperkurse weiterhin angeboten – nur eben individuell. Die Turnierplanung für das kommende Jahr ist im Golfclub Memmingen ebenfalls angelaufen, obwohl sie sich schwieriger als sonst gestaltet. Viele Sponsoren springen aufgrund der unsicheren Situation oder der eigenen prekären Lage ab. Auch beim Programm „Golf & Natur“ sind viele Änderungen geplant für 2021.

Die Stimmung sei gedrückt, der Unmut über die ständigen Einschränkungen schlage sich auch im Privaten, im Hobby nieder, beobachtet Montén. Dennoch würden sich die Golferinnen und Golfer sehr diszipliniert an die vorgegebenen Maßnahmen halten. Alles in allem blicken die beiden Manager Montén und Siemenczuk vorsichtig optimistisch in die Zukunft, zumindest solange die Golfplätze geöffnet sein dürfen.

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Aber egal, welche Coronaregelwirrungen die Golfclubs beuteln, gepflegt werden müssen die Golfplätze auf jeden Fall. Ottobeurens Greenkeeper Daniel Weischedel und seine fünf Kollegen führen die aufwendige Platzaufbereitung durch. Im Sommer sind sie mit ihren Aufgaben gerne mal zehn Stunden am Tag beschäftigt.

Mehr Obstbäume auf der Ottobeurer Anlage

Darunter zählt das Zusammenrechen der Blätter und die anschließende Entsorgung. Zudem muss der Boden „gestriegelt“ – quasi gebürstet- und geschlitzt werden, damit der Boden mehr Luft bekommt. Sie verwenden dafür spezielle Mäher und landwirtschaftliches Gerät. Auch wenn durch das Programm „Golf & Natur“ mehr Flora auf und um den Golfplatz wächst, sieht Weischedel das nicht als Mehraufwand. Er freut sich eher über die Obstbäume. Als weitere Maßnahme legen Weischedel und seine Kollegen nach den Eisheiligen neue Blumenwiesen im Golf- und Landclub Ottobeuren an. Allerdings wartet der Greenkeeper noch darauf, dass der Schnee komplett verschwindet. Erst danach kann er den Golfplatz wieder für die nächsten Spielerinnen und Spieler aufbereiten.