Salesianer-Abschied

Salesianer verlassen Buxheim: „Geist Don Boscos bleibt in Buxheim lebendig“

BX Salesianer

Die letzten Buxheimer Salesianer haben sich verabschiedet. Unser Bild zeigt (von links): Pater Erhard Staufer (bis 2019 Schulleiter, letzter Direktor am Marianum) Pater Xaver Berchtold und den letzten Buxheimer Salesianer-Gemeindepfarrer Pater Michael Stutzig.

Bild: Walter Müller

Die letzten Buxheimer Salesianer haben sich verabschiedet. Unser Bild zeigt (von links): Pater Erhard Staufer (bis 2019 Schulleiter, letzter Direktor am Marianum) Pater Xaver Berchtold und den letzten Buxheimer Salesianer-Gemeindepfarrer Pater Michael Stutzig.

Bild: Walter Müller

Nach 94 Jahren verlassen die letzten drei Salesianer-Pater die Gemeinde. Bei der Abschiedsfeier erinnert Direktor Pater Staufer an zwei Prominente Marianum-Schüler.

27.07.2020 | Stand: 16:00 Uhr

Die letzten drei Buxheimer Salesianer-Pater haben sich offiziell von der Gemeinde verabschiedet. Die Feier fand coronabedingt in nichtöffentlichem Rahmen statt. Die Eucharistiefeier in der Buxheimer Pfarrkirche St. Peter und Paul übernahm der Generalvikar des Bistums Augsburg, Domkapitular Monsignore Harald Heinrich. Zudem nahm der Provinzial der Deutschen Provinz der Salesianer Don Boscos, Pater Reinhard Gesing, an der Feier teil. „94 Jahre Salesianer in Buxheim, das ist nicht belanglos, das ist Geschichte“, so ordnete Gesing den Abschied ein. „Wir hätten die 100 Jahre gerne voll gemacht, aber es hat sich anders ergeben.“ Die Salesianer hätten „in all den Jahren in Gemeinde und Pfarrei viel Gutes erfahren dürfen“.

„Man muss auch weggehen können“, meinte Generalvikar Heinrich. „In Buxheim bleibt der Geist des heiligen Don Bosco lebendig erhalten, auch wenn die Salesianer weggehen.“ Gemeinde und Pfarrgemeinde seien hier von diesem Geist geprägt, konstatierte in seinen Abschiedsworten auch Pater Erhard Staufer, der scheidende Direktor. Stellvertretend für die vom Marianum geprägten Menschen erinnerte er an den Schüler und späteren Indianer-Missionar Pater Rudolf Lunkenbein. Im brasilianischen Mato Grosso kämpfte er für die Rechte der indigenen Bevölkerung. Wie er selbst dies in einem Brief an seine Eltern schon befürchtet hatte, wurden er und der Indianersprecher Simao im Juli 1976 von einer Gruppe der eigentlich illegalen „Großgrundbesitzer“ im Ort Meruri erschossen. Im Januar 2020 erst wurde der Prozess zur Seligsprechung des einstigen Buxheimer Schülers eröffnet.

„Furchtlos und unduldsam“

Auch ein ehemaliger Lehrer am Marianum, Pater Karl Schmidt, der von seinen Schülern und Mitbrüdern als „die Herzensgüte in Person“ und prinzipientreuen Christen empfunden wurde, steht für Staufer exemplarisch für das Marianum: Schmidt, der „furchtlos und unduldsam gegenüber dem Nationalsozialismus“ auftrat, überlebte die Konzentrationslager Sachsenhausen und Dachau. Er starb 1968 nach Jahren als Religionslehrer an verschiedenen Münchner Berufsschulen. Pater Staufer erwähnte in seinen Abschiedsworten dankbar das konfessionsübergreifende Miteinander am Marianum. Ein Faktum, das auch der evangelische Dekan Christoph Schieder im Gespräch gerne bestätigte.

Dass der schon etwas ältere Slogan der Salesianer „Werte leben“, eine Maxime Don Boscos, eher zufällig ganz aktuell im Image-Bild des seit 1996 vom Schulwerk der Diözese Augsburg betriebenen Gymnasiums wieder auftaucht, ist für Staufer Ausdruck des immer vorhandenen Geistes Don Boscos. Veränderungen hatte die Schule viele mitgemacht: 1980 wurde das Marianum für externe Schüler geöffnet, 1983 erfolgte die Öffnung für Mädchen, 1985 wurde ein mathematisch-naturwissenschaftlicher Zweig eingeführt. Und im zu Ende gegangenen Schuljahr wurde eine Runderneuerung vorgenommen, die eine moderne Schule weiter in die Zukunft führen soll.

Als Vertreter des Heimatdienstes, „also direkter Nachbar der Salesianer in der Kartause Buxheim“, erinnerte Professor Johannes Hoyer an die eigene Schulzeit im Marianum. Mit einem „herzlichen Pfüad Gott“ betonte er: „Es wird immer einen Anlass zum Wiedersehen in Buxheim geben.“

Der Stellvertreter des Landrats, Michael Helfert, und auch Buxheims Bürgermeister Wolfgang Schmidt sowie Herbert Reutemann für die Pfarrgemeinde bedankten sich beim Orden und seinen Vertretern für die „immer sehr gute harmonische Zusammenarbeit auf allen Ebenen“. So waren die Buxheimer Pfarrer zum Beispiel seit 1958 durchweg Mitglieder des Salesianerordens.